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Eröffnungskonzert

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Hype it!
Was gibt es schöneres als nach einem anstrengenden ersten Messetag von der Redaktion in das Gewandhaus zu Leipzig geschickt zu werden, anstatt im Hotel noch den ein oder anderen Artikel zu schreiben. Während also die meisten Kollegen fleißig in die Tasten hauen, gibt es für mich das volle Kulturprogramm, ja das kulturelle Highlight der Games Convention.

In den letzten Jahren ist es Tradition geworden; die Games Convention mit einem Konzert zu eröffnen. Nicht irgendein Konzert, hier tritt keine Band an und Trällert ihre Lieder - wie die vorigen Jahre spielt das FILMharmonic Orchestra Prag unter der Leitung von Dirigent und Komponist Andy Brick (OnlineWelten Interview) Musiktitel aus Spielen. Die Musik und das Erlebnis gebührend in Worte zu fassen, die dem Orchester, den Titeln und deren Komponisten gerecht werden, wird wohl keinem Schreiberling gelingen. Wir wollen euch ein wenig über dieses Konzert und die Feierlichkeiten berichten, aber dieses einmalige Erlebnis kann in Textform nicht wiedergegeben werden. Meine Empfehlung an euch: Wenn ihr nächstes Jahr zur gleichen Zeit in Leipzig seid und euch auch nur ein wenig für Musik in Spielen interessiert, dann lasst euch diese musikalische Darbietung nicht entgehen. Allein schon weil viele Titel meistens noch nie vorher zu hören waren, erst recht nicht in dieser Qualität.

Das FILMharmonic Orchestra präsentierte die aktuellen Titel mit gewohnter Professionalität.

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Moderiert wurde die Veranstaltung von Steven Gätjen (Pro Sieben "taff"), er geleitete das Publikum mit ein wenig Humor durch das Abendprogramm. Dies ging auch sofort los mit einer Suite von Anno1701, die von Tilman Sillescu komponiert wurde. Die spannenden Klänge gingen sofort unter die Haut und für "Kulturbanausen" - ich gehöre sicherlich dazu - die nicht oft ein Orchestrales Konzert besuchen, war dies ein neues Erlebnis und besser als jede 1000 Watt Box auf einem Pop-Konzert. Bevor die "Talkrunde" begann wurde noch der Main Theme von Black dem EA
Konsolenshooter gespielt, der letztes Jahr auf der Games Convention spielbar war. Fast eine feste Instanz der Eröffnungsfeierlichkeiten ist Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung, der natürlich wahnsinnig stolz auf seine Stadt, welche durch die Games Convention wieder in die Top Ten der Messestädte gekommen ist. Im Laufe der Talkrunde, der auch Gérad Collomb (Oberbürgermeister von Lyon) und Christoph Habermann (Staatssekretär für Wirtschaft und Arbeit) beiwohnten, outete sich Leipzigs Oberster natürlich selber als gelegentlicher Spieler. Manchmal schaue er auch seinen Kindern beim Spielen von Anno 1701 über die Schulter. Moment, da stimmt doch was nicht... Anno 1701 ist natürlich noch nicht erschienen, das wusste selbstverständlich auch das Publikum, der große Lacher kam und die erste Peinlichkeit war geboren. Dessen sollten noch weitere Folgen.

Erstmal ging es aber im Programm weiter mit einer Suite von "Sonic The Hedgehog", die von Masato Nakamure komponiert wurde der sich auch für viele andere Kompositionen verantwortlich zeigt. Nach einer weiteren Suite von "Dreamfall: The Longest Journey" erfolgte die offizielle Eröffnung durch eine Rede von Hans Erns Hanten, Ministerialdirigent Gruppe Medien; internationale Angelegenheiten im Kultur und Medienbereich beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Dessen Rede war ungefähr so spannend und passend wie der Titel des Redners vermuten lässt. Begonnen mit einer kleinen Schmeicheleinlage für das Orchester begann die Schwarzmalerei wie schlecht es der deutschen Spielebranche und der deutschen Industrie geht. Natürlich kam es auch zum Thema Killerspiele, der gute Herr fand diese Verteufelung natürlich nicht gut und zitierte auch eine Anfrage der FDP zu diesem Thema an die Bundesregierung. Alles schön und gut, aber sobald es um eine Förderung von Spieleentwicklungen ging vergeigte er sich die ganze Partie, in dem er Spiele indirekt in gute und böse Spiele kategorisierte. Natürlich war dies nicht genug und so wurde auch noch über Triple Play geredet, auf den Rängen schienen die meisten dann auch den Faden verloren zu haben und keiner wusste wirklich was Triple Play mit Spielen und der Messe zu tun hat. Irgendwann begann das Publikum Herrn Hanten durch sehr häufiges Klatschen darauf aufmerksam doch bitte das Rednerpult zu verlassen. Die zweite und letzte Peinlichkeit des Abends.

Direkt darauf entschädigte Will Wright mit einer informativen und humoristischen Präsentation. Das Thema: Wie Computerspiele die Welt beeinflussen. Will Wright der auf der morgendlichen EA Pressekonferenz noch einen leicht geistesabwesenden Eindruck machte, taute so richtig auf, unterhielt das Publikum und lockerte die Stimmung. Er redete schnell, er wollte es wohl möglichst kurz machen und man kann es ihm wohl kaum verübeln; schließlich war auch er gekommen, um Musik zu hören. Die sollte es nun auch geben. Es ging weiter mit Final Fantasy VI, das die zahlreich erschienenen Fans der Reihe hellauf begeisterte. Auch viele Gothic Fans waren auf den Rängen, die die darauf folgende Suite von Gothic 3 kräftig beklatschten. Inzwischen war auch die bekannte Orgel und Klavierspielerin Daniele Kosinova und der Chor des Orchesters zum Einsatz gekommen. Nun waren viele japanische Kompositionen zu hören wie "The Revenge of Shinobi", "The Legend of Zelda", "Castlevania Symphony of the Night" und "Castlevania" im Medley der Titel von 1986 bis 2006. Zur Überraschung des Puplikums ließ es sich Komponistin Michiru Yamane nicht nehmen bei letzterem Titel selbst das Cello zu spielen. Beendet wurde der Abend von "Shadow of the Collosus", "Turrican 3" und "Final Fantasy VII". Unter minutenlangen Standing Ovations dankte das Publikum dem Dirigenten Andy Brick und dem Orchester für diesen tollen Abend. Auch die anwesenden Komponisten wurden gebührend gefeiert. Sie durften im Anschluss auch noch eine Autogrammstunde ausrichten die sich großer Beliebtheit erfreute.

Insgesamt bleibt ein fantastischer Abend und ein außergewöhnliches Konzert wie es in Deutschland kein zweites gibt - für jeden zu empfehlen, der ein bisschen tiefer in die Materie abtauchen will.
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Kommentare

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  • 25.08.2006 - 15:38 Uhr Frederik Schoppenhorst

    Die GC is cool !!!

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