Egal, welches MMOG man spielt, an einem kommt man in dieser Woche einfach nicht vorbei. Ob in Foren, Werbebannern, News oder Chats: WAR is everywhere! Wir haben uns dem WAAAGH!!! angeschlossen und berichten direkt von der Front über die Kriegsanstrengungen der Grünhäute, des Chaos und der Dunkelelfen.
Seit wenigen Tagen dürfen die Spieler nach langer Wartezeit und etlichen Release-Verschiebungen endlich die Server von Warhammer Online stürmen. Auch wir haben uns gleich mit mehreren Redakteuren ins Getümmel gestürzt, um herauszufinden, ob Mythics Spiel dem im Vorfeld geschürten Hype gerecht werden kann. Im Folgenden berichte ich euch über den Spieleinstieg als Chaoskrieger.
Der Rabengott hat seine blutdurstigen Jünger auf einen gewaltigen Kriegszug gen Süden geschickt. Bevor wir uns diesem anschließen können, um die Soldaten des Imperiums vor Angst erzittern zu lassen, müssen wir uns zunächst für eine der vier wählbaren Klassen entscheiden. Wer gern die Rolle des Tanks übernimmt, greift zum schwer gepanzerten Auserkorenen. Dieser steckt nicht nur eine ganze Menge ein, er verfügt zudem über verschiedene Auren, die ihn und seine Verbündeten stärken und zugleich seine Feinde schwächen. Wer stattdessen lieber nach dem Motto "Angriff ist die beste Verteidigung" vorgeht, sollte zum Chaosbarbaren greifen. Dieser hält zwar bedeutend weniger aus und ist nur leicht gepanzert, teilt dafür aber kräftig aus. Besonders cool sind die Mutationen, die dem Barbaren zusätzliche Angriffskraft und andere Boni im Kampf verleihen. So kann der linke Arm plötzlich zur monströsen Kralle oder einer anderen Waffe aus Fleisch und Blut werden. Je nach Situation sollte man also die passende Mutation wählen, von denen man im Laufe des Spiels einige dazu lernt.
Wem der Nahkampf nicht liegt, der wählt den Zelot oder Magus. Ersterer ist der Heiler in der Armee des Rabengottes. Er stärkt seine Verbündeten mit dunklen Ritualen und entzieht seinen Feinden die Kraft. Der Magus hingegen entspricht einem Dämonenbeschwörer. Während seine herbeigerufenen Diener die Gegner auf Distanz halten, heizt er ihnen mit seinen magischen Angriffen kräftig ein.

Die Mutationen des Chaosbarbaren sehen nicht nur cool aus, sie sind auch äußerst nützlich und können stets der Situation angepasst werden.


Die Charaktererstellung ist ansonsten schnell erledigt, da es leider nicht allzu viele Einstellungsmöglichkeiten gibt. Wer in dieser Hinsicht gerade erst von Age of Conan verwöhnt wurde, könnte hier also ein klein wenig enttäuscht sein.
Nach einem kurzen Kameraschwenk um den frisch gebackenen Helden und ein paar einleitenden Worten geht es auch schon auf in den Kampf. Auf besondere Story-Elemente wie man sie aus dem Tutorial von Herr der Ringe Online oder Age of Conan kennt, verzichtet Mythic anfangs komplett. Stattdessen gibt es direkt den ersten "Töte X Gegner"-Auftrag. Sehr angenehm ist dabei jedoch, dass die Variable X jedenfalls zu Beginn immer sehr klein ausfällt. Nur selten wird man dazu genötigt, mehr als zehn Gegner derselben Sorte zu erschlagen. Das macht die
Quests kurzweilig und verhindert endloses stumpfes Draufhauen.
Gleich zu Anfang wird zudem in einer kurzen
Quest der Wälzer des Wissens vorgestellt. Diese Besonderheit von Warhammer Online belohnt Spieler für das Erforschen der Welt, das Entdecken neuer Kreaturen oder das Erreichen bestimmter Ziele. Landet man beispielsweise 25 kritische Treffer erhält man automatisch einen entsprechenden Titel, der unter dem Charakternamen eingeblendet werden kann. Außerdem bietet der Wälzer wie der Name schon vermuten lässt jede Menge Hintergrundwissen zur Warhammer-Welt. Für Fans oder die, die es werden wollen, lohnt das Lesen der meist unterhaltsam und witzig geschriebenen Texte daher auf jeden Fall. Für Entdecker eine tolle zusätzliche Motivation!
Das Startgebiet des Chaos ist so düster und bizarr wie die Krieger, die sich hier zum Sturm auf die Städte des Imperiums versammeln. Ein riesiges Auge, das aus einem fleischigen Felsen hervorblickt, Gebäude, die zu leben scheinen, Tierschädel über den Eingängen der Zelte, ein mysteriöses Portal und direkt nebenan ein Friedhof voller Zombies. Genau dieser ist auch mein erstes Ziel. Ich soll Munition für die Todbringer-Kanonen sammeln. Warum ich dafür auf einen Friedhof muss? Nunja, die Munition besteht aus Zombiefleisch. Wenig später darf ich eine dieser Kanonen selbst abfeuern. Der Magierturm des kleinen Örtchens Thorshafn ist das Ziel der Bombardierung. Eine Kanonen- bzw. Katapult-
Quest gibt es übrigens in den Startgebieten jedes Volkes der Zerstörungsfraktion. Eine willkommene Abwechslung!

Eine Kanonen- bzw. Ballista-Quest gibt es in jedem Startgebiet auf Seiten der Zerstörung. Hier nehmen wir gleich heranstürmende Hochelfen aufs Korn.

Wenig später stürme ich selbst nach Thorshafn und lehre den Soldaten des Imperiums das Fürchten. Häuser werden in Brand gesteckt, Vorräte geplündert - ja, hier herrscht wirklich Krieg! Die
Quests und die zugehörigen Texte der NPCs unterstreichen diese raue Atmosphäre ausgezeichnet. Einziges Manko: Die optische Präsentation. Auch wenn Fans ohne Probleme darüber hinwegsehen können, muss man objektiv sagen, dass die Grafik wirklich alles andere als zeitgemäß ist. Teils verwaschene Texturen, eine eingeschränkte Sichtweite, wenig spektakuläre Effekte und vor allem verbuggte und asynchrone Animationen. Wenn der Schaden z.B. erst Sekunden nach Beenden der Schlaganimation abgezogen wird, sieht das einfach unschön aus. Was die Animationen angeht, hat sogar das bedeutend ältere World of Warcraft eindeutig schönere und geschmeidigere Kämpfe zu bieten. Wessen Augen von AoC oder LotRO verwöhnt wurden, der muss sich hier auf jeden Fall erst einmal umstellen. Der typische Warhammer-Stil hat dennoch seinen ganz eigenen Charme und wurde von Mythic durchaus gelungen umgesetzt. Aber eben auf einem technischen Stand von vor drei Jahren.
24.09.2008 - 22:38 Uhr Kull
mittelmäßiger Grafik zufrieden geben muß. Ich tue das
zwar, muß Dir aber auch zustimmen, daß WAR dafür
seltsam hohe Hardwareanforderungen hat. Die Animationen
wirken übrigens in den seltensten Fällen mal abgehackt.
Verbugt sind sie nicht und dabei darf man auch etwas
Zeit für Verbesserungen einräumen.
Mein persönlicher größter Kritikpunkt: WAR ist in jedem
Aspekt ein Spiel für zwischendurch. Nur ist das für
mich im Moment genau das Richtige. Fragt sich, ob das
auf lange Zeit so bleibt.
23.09.2008 - 14:44 Uhr Besttycho
Vergleicht nicht immer WOW heute mit War. Wenn schon
unbedingt verglichen werden muss, dann bitte WOW am
Release Tag und War
22.09.2008 - 13:42 Uhr Kedrok
Keine verwaschenen Texturen oder komische Models.
21.09.2008 - 18:59 Uhr Amrac
entsprechend niedrige Hardwareanforderungen hätte und
auf diesen auch absolut ruckelfrei laufen würde. Tut
mir leid, aber diese Kritik muss sich WAR trotz aller
Spezialisierung auf RvR gefallen lassen. Ich weiß, es
gibt viele, die sehen darüber ohne mit der Wimper zu
zucken hinweg, aber es gibt eben auch genug Spieler,
die durchaus gewisse Anforderungen an die Grafik
stellen. Und gerade die Animationen sind eben teilweise
einfach verbuggt, da ist auch RvR keine Ausrede.
21.09.2008 - 14:34 Uhr Zup
Warhammer keine Grafikdemo á la Age of Conan sein will,
sondern für grosse Schlachten mit möglichst vielen
Spielern ausgelegt ist. Warum in jedem neuen MMO ein
potentieller WoW-Killer stecken soll, will mir
ebenfalls nicht einleuchten. Die Spiele haben zwar
einige Parallelen, aber können trotzdem nur schwer
miteinander verglichen werden. Bei WoW besteht das
Endgame aus Raidinstanzen. In WAR besteht es aus
RvR/PvP und dafür ist es ausgelegt und dafür sieht es
gut genug aus.