Julius "Amrac" Kuschke Eine wirklich gute Story, die sich durch das gesamte Spiel zieht, hat bisher erst ein MMOG zustande gebracht: Herr der Ringe Online. Stargate ist eine ähnlich starke Lizenz, die Voraussetzungen für ein storylastiges Sci-Fi-MMOG sind also bestens. Besonders gespannt bin ich, wie sich das taktische Kampfsystem und die Minigames in der Praxis anfühlen werden.
Die Games Convention ist zwar schon fast eine Woche her, aber der Terminplan auf der Messe war derart prall gefüllt, dass wir euch noch immer ein paar Artikel schuldig sind. So auch unser ausführliches Gespräch mit den Entwicklern von Stargate Worlds. Wer des Englischen mächtig ist, hat vielleicht bereits unser Video-Interview im fahrenden Hummer gesehen. Für alle anderen haben wir die Informationen zum Stargate-MMOG nun noch einmal in Deutsch zusammengefasst.
Cheyenne Mountain hatte sich für seinen Messeauftritt auf der diesjährigen GC etwas ganz Besonderes ausgedacht. Drei Hummer beklebt mit dem Schriftzug und dem Logo des Spiels warteten direkt vor dem Leipziger Messegelände auf die Journalisten, die die Ehre hatten, mitfahren zu dürfen. Wir gehörten zu diesen Privilegierten und durften eine geschlagene Stunde zusammen mit Dan Eleggren, Producer von Stargate Worlds, eine Runde durch Leipzig drehen. Aber natürlich haben wir die Rundfahrt nicht genutzt, um uns die Stadt anzusehen, sondern um mehr über das 2009 erscheinende Online-Rollenspiel zu erfahren.
Mit Stargate Worlds wollen die Entwickler in erster Linie ein PvE-MMOG entwickeln. Das soll nicht heißen, dass es gar keine Spieler-gegen-Spieler-Kämpfe gibt, aber der Fokus soll zum Launch klar auf den PvE-Inhalten liegen. Das übliche Duellieren wird es dennoch geben und sogar offene PvP-Server sind in Planung. Im Gegensatz zu manch anderen MMOGs soll aber vor allem viel Wert auf eine gute Geschichte gelegt werden. Die zugrunde liegende Lizenz bietet in dieser Hinsicht schließlich mehr als genug Potential.
Eine ausgefallenere Interview-Location als diese schicken Hummer hatte auf der diesjährigen GC niemand zu bieten.
Weiterhin hat die Stargate-Serie die Entwickler dazu inspiriert, einige sehr außergewöhnliche Klassen zu entwerfen - unter anderem den Wissenschaftler und den Archäologen. Wir wollten daher wissen, wie
genau diese dem Namen nach eher friedfertigen Archetypen im Kampf agieren. Während der Wissenschaftler auf dem Schlachtfeld vor allem dank seines technologischen Wissens überlebt, indem er beispielsweise kleine Geschütztürme errichtet oder umprogrammiert, hat der Archäologe einen wirklich einzigartigen "Kampfstil". Er schaltet seine Gegner aus, indem er mit ihnen spricht. Klingt langweilig? Wäre es vermutlich auch, weswegen sich die Entwickler ein kleines Mini-Game ausgedacht haben. Schlägt man seinen Gegner in diesem kurzen Konversations-Kartenspiel, despawnt oder stirbt dieser und der Archäologe erhält ganz normal seine Erfahrungspunkte. Verliert man das Kartenspiel, zieht man konsequenterweise sofort die Aggro des Feindes auf sich.
Desweiteren wird jede Klasse drei Spezialisierungsmöglichkeiten haben, also im Prinzip drei "Talentbäume". Der Spieler hat dann die Wahl, ob er ein Hansdampf in allen Gassen sein möchte oder sich lieber auf einen oder zwei Pfade spezialisiert.
Mini-Games spielen überhaupt eine wichtige Rolle in Stargate Worlds, nicht nur für Archäologen. Das Öffnen verschlossener Türen und viele weitere Dinge sollen ebenfalls über solch kurzweilige Minispiele gelöst werden. Wer will kann sich sogar fast komplett auf diese Spielchen konzentrieren und via Terminals, welche in den Städten stehen, anderen Gruppen bei ihren Mini-Games helfen. Kommt man in einer Instanz also nicht weiter, braucht man nur zu fragen und kann sich so Hilfe von anderen Spielern außerhalb der Instanz holen.
Die einzelnen Welten, welche durch das Stargate betretbar sein werden, sollen sich allesamt deutlich voneinander unterscheiden.
Wir haben nachgehakt, mit welcher Art von Mini-Games die Spieler rechnen können. Auch hier haben die Entwickler laut Eleggren Inspiration in der Serie gefunden. Dort spielen Kristalle eine wichtige Rolle, da sie unter Anderem zum Speichern von Daten oder sogar zum Steuern von Schiffen eingesetzt werden können. Was läge also näher, als ein Kristall-Minispiel zu integrieren? Zum Launch plant Cheyenne Mountain insgesamt sechs verschiedene solcher Mini-Games ins Spiel einzubinden.
Bei einem Interview in einem fahrenden Hummer kommt man kaum umhin die Frage zu stellen, ob es den Spielern in Stargate Worlds möglich sein wird, Fahrzeuge zu nutzen. Darauf gab es jedoch leider ein klares Nein. Wie die Helden in der Serie sollen auch die Spieler zu Fuß durch das Tor geschickt werden. Wie viele Welten auf diese Weise zu Release erkundet werden können, steht momentan noch nicht vollends fest. Eine Zahl ist auch deshalb schwer zu nennen, da die Größe der Schauplätze extrem variiert. Während manche Planeten im Spiel umgerechnet eine Fläche von sechs Quadratkilometern einnehmen, besucht man andere Planeten nur für eine einzige Mission. Über 20 verschiedene Welten haben sich die Jungs von Cheyenne Mountain für den Release aber fest vorgenommen. Zur Spielwelt erfuhren wir außerdem, dass diese deutlich mehr offene als instanzierte Gebiete haben soll. Instanzen sollen nur dann zum Einsatz kommen, wenn darin ganz spezielle Punkte der Storyline erzählt werden. Apropos Storyline: Damit dürften Fans der Serie allein schon deshalb ihre Freude haben, weil die Stars der Serie auch im Spiel eine Rolle spielen. Von diesen bekannten Gesichtern wird man zum Beispiel Aufträge bekommen. Die Originalbesetzungen haben bereits zugesagt, den entsprechenden NPCs auch im Spiel ihre Stimme zu leihen. Man darf sich also hoffentlich auf eine äußerst professionelle Sprachausgabe in Stargate Worlds freuen.