Der Todesritter: eine der von den Fans am sehnlichsten erwartete Neuerung im Zuge des Addons Wrath of the Lich King. Ist der wirklich so gut wie alle denken? Wir durften in Paris eine Stunde als Untoter durch Nordend ziehen und haben jetzt die Antwort auf diese Frage.
Seit der offiziellen Enthüllung des Todesritters als erste Heldenklasse in World of WarCraft steigert sich die Erwartungshaltung der Fans beinahe im täglichen Rhythmus. Zunächst rankten sich unbestätigte Gerüchte und wilde Spekulationen um diese neue Klasse. Danach sickerten langsam aber sicher die ersten handfesten Informationen an die Öffentlichkeit. Dennoch nicht genug, um sich wirklich ein greifbares Bild von dem untoten Streiter zu machen. Wir haben im Rahmen des Worldwide Invitational in Paris die Gelegenheit beim Schopf gepackt und sind mit dem Todesritter eine Stunde lang durch die Gefilde von Nordend gezogen - und hatten jede Menge Spaß dabei.
Ritter der GrabesrundeBevor wir jedoch auf die neu gewonnenen Erkenntnisse näher eingehen, zunächst nochmal kurz eine Einführung in die Heldenklasse. Um einen Todesritter erstellen zu können, benötigt man mindestens einen anderen Charakter, der bereits die Stufe 55 erreicht har; das dürfte ein Großteil der derzeit aktiven Accounts betreffen. Auf Knopfdruck erstellt man sich dann einen Todesritter, der ebenfalls auf Stufe 55 beginnt und bereits mit passender Ausrüstung bestückt ist. Es stehen bei der Erstellung übrigens sämtliche Rassen aus World of WarCraft zur Verfügung. Somit sind selbst extravagante Kombinationen

wie zum Beispiel Todesritter-Gnome oder Todesritter-Tauren möglich. Des Weiteren plant Blizzard Entertainment derzeit spezielle Quests, die auf diese Heldenklasse zugeschnitten sind und mit epischen Belohnungen locken. Zudem erhält man - wie schon der Paladin oder der Hexenmeister - per Standardzauber ein Reittier spendiert. Man sieht: Der Start als Todesritter ist alles andere als beschwerlich; man kann quasi direkt durchstarten.
Mit dem Schwert in der HandDas Konzept der Entwickler sieht vor, dass der Todesritter eine Art Hybride im Stil eines Feral-Druiden oder ähnlich gelagerten Klassen werden soll. Sprich: Er kann sowohl als Damage Dealer fungieren oder bei Bedarf die Rolle eines Tanks einnehmen. Letzteres mag im ersten Moment seltsam anmuten, denn immerhin kann der Todesritter keine Schilde tragen und beschränkt sich auf mächtige Zweihandwaffen oder flinke Einhänder. Zum Ausgleich verfügt diese Klasse über besondere Eigenschaften, die ihn dennoch als Brecher an der Front auszeichnen werden.

Selbst Gnome (hier im Vordergrund) können die "Karriere" als Todesritter einschlagen.

Das Fundament dafür legen die drei Fertigkeitslinien des Todesritters: Blut, Unheilig und Frost. Jede dieser drei Spezialisierungen übernimmt verschiedene Grundfunktionen. Wer seine Talentpunkt primär in den Blut-Baum steckt, verstärkt seine Offensivkraft und teilt deutlich mehr Schaden aus. Wer hingegen den Weg des Frostes wählt, hat Zugriff auf bessere Crowd Control und defensive Fähigkeiten. Die Talente des Unheilig-Talentbaums sind vor allem mit Krankheitseffekten, Lebenssaugern und anderen "Nettigkeiten" morbider Natur geprägt. Je nachdem, ob man lieber als Tank oder Schadensklasse agieren möchte, ergibt sich somit zwangsläufig die entsprechende Spezialisierung. Einige der Talente konnten wir schon in Augenschein nehmen und sind ziemlich cool. So kann man beispielsweise mit "Dancing Rune Weapon" eine zweite Runenwaffe beschwören, um zusätzlichen Schaden auszuteilen. "Hungering Cold" hingegen ist eine Art modifizierte Frostnova, die den anvisierten Gegner am Boden festfriert - und das mit einem Wirkungsradius von 10 Yards. Oder wie wäre es mit dem teuflischen "Unholy Bright"? Dahinter verbirgt sich ein flächendeckender Schwarmangriff, der mehrere Feinde auf einmal verletzt.