Wie man trotz gravierender Testmuster-Flaute ein lesenswertes Heft zusammenschreibt, zeigt die neue GameStar. Die beiden Zauberworte heißen "Tellerrand" und "drübergucken".
Gerade mal 23 Seiten mit Tests wirft das neue Heft an die Kioskfront - wie bei PC Action und PC Games gähnt das Sommerloch. Von den 23 Seiten haben es aber neun in sich: GameStar testete auf den letzten Drücker das auf der Xbox 360 so fulminante Mass Effect. Den Zeitdruck beim Testen merkt man dem vierseitigen Artikel zum Glück nicht an. Mass Effect sahnt zwar »nur« 85 Punkte ab, ist aber mein Privattipp für die rollenspielenden Xbox-Muffel unter euch.
Der andere Großtest knöpft sich Race Driver Grid vor. Das kassiert nicht nur 91 Punkte, sondern gleich noch zwei Awards. Okay, Redakteur Heiko Klinge ist gemeinhin auch als Jubel-Heiko bekannt, sobald es um irgendwelche Spiele mit Rädern geht - aber hier behält er die Bodenhaftung.
Jagged Alliance als Ego-ShooterHarte Kerle mit bewegter Vergangenheit liefern sich Feuergefechte in einem afrikanischen Kleinstaat: Klingt nach Jagged Alliance, ist aber Far Cry 2 - und eine von mehreren großen Previews, die mich den sommergelochten Testteil vergessen lässt. Bisher habe ich Far Cry 2 eher als Möchtegern-Crysis auf der Warteliste gehabt, doch der schön große Artikel schubst es gleich eine Menge Positionen nach oben. Was auch daran liegt, dass Kollegin Petra Schmitz selber bei Ubisoft Montreal zur Flinte greifen durfte, statt nur Präsentationen und jubilierenden PR-Managern zu lauschen.

Far Cry 2: Mehr als nur der kleine Bruder von Crysis.
Und noch mal Kanada, diesmal im Westen (links): In Vancouver hat sich Daniel Matschijewsky Dawn of War 2 angeschaut, bei Entwickler Relic. Die achtseitige Preview ist nicht nur Titelgeschichte, sondern auch, ihr ahnt es schon, exklusiv. Daniels begeisterter Kampfbericht lässt mich kurzzeitig vergessen, dass ich ja eigentlich viel inniger auf Relics Company of Heroes 2 warte. Und deswegen finde ich den lebensgroßen Sherman-Panzer, der mitten im Studio durch die Wand bricht, auch das beste Bild des Artikels. Und das will bei den eindrucksvollen Screenshots von Warhammer echt was heißen.

Während zwei Redakteure Kanada unsicher machten, hat sich Michael Graf ins kalifornische Irvine geportet. Zu Blizzard. In World of WarCraft. In Wrath of the Lich King. Weil die PC Games aber auch da war und den Besuch zur Titelgeschichte gekürt hat, handele ich das Thema
Addon beim PC-Games-Pressespiegel ab, der in Kürze folgt.
Hyper, Hyper!Und nun zum eingangs erwähnten Tellerrand: Satte sechs Reports tummeln sich im letzten Heftdrittel. Besonders gelungen finde ich den Artikel »Grand Hype Auto«, der sich kritisch-sachlich mit dem Hype um GTA IV auseinander setzt. Wir erfahren, wie ein Hype überhaupt entsteht, und wie geschickt Entwicklungsstudios wie Rockstar die Spielerschar zu manipulieren versuchen. Und die Kritiker gleich mit: Mir gefällt an diesem Report besonders, dass Autor Christian Schmidt die eigene Rolle der Fachpresse ebenfalls hinterfragt, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Spannend auch der Abschnitt über die enorm umfangreiche und überwiegend erfreulich positive Darstellung von GTA IV in der »normalen« Presse. Umso schlimmer, dass der Bundestag fast zeitgleich den Jugendschutz schwammig verschärft - was wiederum Christian Schmidt in einer Kolumne kommentiert.

GTA IV: Beispiel für einen gelungenen Hype - der auch hält, was er verspricht.
Auch sehr informativ: Ein vierseitiger Report über Remakes und Fortsetzungen bekannter Spiele, die von ambitionierten Fans gebastelt werden - zum Beispiel von Zak McKracken oder Wing Commander. Gut ist vor allem, dass der Hintergrundbericht nicht einfach ein Projekt nach dem anderen abspult, sondern auch zeigt, wie unterschiedlich die Lizenzinhaber mit den Fanprojektlern umgehen. Während Lucas Arts beispielsweise die anwaltliche Keule schwingt, schicken andere Entwickler schon mal komplette Datensätze aus dem Original und geben Insider-Tipps. Gut zum Thema passt ein weiterer Report, der sich des Themas Abandonware annimmt, die (große) Grauzone beschreibt und Abandonware-Seiten vorstellt, die schon wie virtuelle Spielemuseen aufbereitet sind. Lesenswert!Und sonst? Zwei weitere Berufe in der Spielbranche werden vorgestellt (Programmierer und Interface-Designer). Auf der DVD die Vollversion von Agatha Christies Mord im Orient-Express (Adventure) und gleich fünf Videos rund um Race Driver Grid. Nebst Demo - die muss ich doch gleich mal installieren...
Wertungsspiegel GameStar 07/2008 |
| Spielename | Wertung | Seiten|
| Turok | 60 | 3|
| Iron Man | 35 | 0,5|
| Lego Indiana Jones | 82 | 2|
| Lost Planet: Colonies | 76 | 0,5|
| Warhammer: Mark of Chaos: Battle March | 76 | 2|
| Windchaser | 72 | 2|
| Ascension to the Throne: Der Weg der Kriegerin | 56 | 0,5|
| Cheggers Party Quiz | 32 | 0,25|
| Prison Tycoon 2 | 11 | 0,25|
| Goin' Downtown | 79 | 2|
| Race Driver Grid | 91 | 5|
| Trials 2 Second Edition | 68 | 0,5|
| Basketballmanager 2008 | 64 | 0,5|
| Mass Effect | 85 | 4|
| | Durchschnitt | Seiten gesamt|
| | 61,7 | 23
05.06.2008 - 22:13 Uhr Martin Deppe
hört das mit der Werbung schnell auf ;-)
Der Pressespiegel knöpft sich die jeweils erschienenen
Magazine vor und nennt die Highlights. Oder Lowlights,
je nachdem.
Diesmal haben mir GameStar und Games (Artikel folgt
asap)deutlich besser gefallen als die Action, das war
aber auch schon andersrum, etwa bei der Action mit der
Aliens-Titelstory.
05.06.2008 - 11:55 Uhr Nestro
Gamestar? Denn was anderes lese ich garnicht. Warum
sollte man hier bei Onlinewelten breittreten, was dort
auf wieviel Seiten mit welchen Inhalten befüllt ist.
Oder ist mein Tellerrand noch zu weit entfernt ;)
03.06.2008 - 21:05 Uhr Martin Deppe
bestanden...
;-)
03.06.2008 - 17:50 Uhr goreth
hypen):)
Jetzt müsste nur noch der Durchschnitt und die
Gesamtseitenanzahl, auf die sich nicht nur der
Wertungsspiegel sondern auch der Artikel selbst
bezieht, angepasst werden, aber egal, die Kernaussage
des Artikels bleibt ja gleich...
03.06.2008 - 11:51 Uhr Gnoos