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72
Hype it!
Release: keine Angabe
Status: keine Angabe
Plattformen: PC, PS2, XBox
Publisher: Ubisoft
Entwickler: Ubisoft
Genre: Action-Adventure
Off. Seite: keine Angabe
Fansite: keine Angabe

Fast 20 Jahre auf Achse. Und kein bisschen müde.

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Hype it!
Im Jahre 1989 ist der MS-DOS-PC nicht gerade als Plattform für actionreiche Spiele bekannt. Simulationen, textlastige Adventures und Strategiespiele sind sein Metier, während man für Jump and Runs eine Konsole anschaffen oder zur möglichweise verhassten Konkurrenz von Commodore schielen muss, deren berühmter Amiga-Computer beinahe schon als Spielkonsole gilt. Umso überraschender ist der Erfolg eines außergewöhnlichen Vertreters dieser Sparte, der auf Jordan Mechners Kappe geht: Prince of Persia.

1989: Der Prinz wird geboren. Was wäre die Welt heute ohne ihn?

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Mechner ist schon zu dieser Zeit kein Unbekannter, schließlich erfreuen sich bereits Mitte der Achtziger unzählige C64-Spieler an den üppigen Animationsphasen des Klopptitels Karateka. Doch mit Prince of Persia, das über Broderbund vertrieben wird, übertrifft er sich schlicht selbst. Filmaufnahmen von seinem Bruder beobachtend, zeichnet er unzählige Animationsphasen für den Helden des Spiels, der innerhalb einer Stunde den Weg aus einem mit Fallen gespickten
Kerker finden muss.

Geschmeidig und elegant springt das Pixelsprite des unbenannten persischen Prinzen über Abgründe, schleicht durch Stacheln, die aus dem Boden ragen, oder schwingt den Säbel im Kampf gegen die Schergen des Großwesirs, um die Zwangsheirat seiner Liebsten zu verhindern. Für die damalige Zeit ist Prince of Persia eine Augenweide. Als leichtes Spiel dürfte es allerdings niemandem in Erinnerung geblieben sein, denn viele Fallen sind nur schlecht einsehbar, was zu einem Trial-and-Error-Gameplay mit hohem Frustfaktor führt. Und dennoch erfreut sich der ungewöhnliche Mix aus Geschicklichkeit und Geduldsspiel großer Beliebtheit. Umsetzungen für alle erdenklichen Systeme folgen, von denen die Super Nintendo-Fassung als einzige herauszustechen vermag, da sie sogar um einige Levels erweitert wird und ein auf zwei Stunden verlängertes Zeitlimit spendiert bekommt.

So sah der 1994 veröffentlichte zweite Teil aus. Der Hammer, nicht wahr?

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Irgendwann hat man mit Hilfe weiterer Vertreiber (wie z.B. Konami) sämtliche Plattformen bedient, was zwangsläufig zu einer Fortsetzung führt. Das aufgebohrte Sequel PoP 2: The Shadow and the Flame, das die Abenteuer des Prinzen 1994 weitererzählt, kann zwar auf Seiten der Presse gute Bewertungen abstauben, doch im Schatten seines kultgeladenen Vorgängers verschwindet es genauso schnell wie es aus der Taufe gehoben wurde. Was angesichts des Gameplays auch nicht verwunderlich ist. Letztendlich wurde nur die Grafik aufgebohrt und das Spielsystem mit kleinen Feinheiten aufgewertet. Im Zeitalter vorgerenderter Spielesprites kann der adrette Prinz aber keine Faszination mehr entfachen. Mit einem letzten Aufbäumen in Prince of Persia 3D verschwindet der ungewöhnliche Jump-and-Run-Charakter anno 1999 in der Versenkung. Nur um einige Jahre Später mit Hilfe von Ubisoft reanimiert zu werden.

Ja ja, so schnell will sich das angekratzte Blaublut noch nicht zur ewigen Ruhe betten. Und siehe da: Aus einem müde humpelnden wird wieder ein akrobatisch hampelnder Prinz, aus einem in Vergessenheit versinkenden ein magisches Videospiel-Märchen. Über vier Jahre nach dem mit dem plakativen 3D-Zusatz gefloppten Vorgänger soll die als Trilogie angelegte Sands-of-Time-Reihe als Comeback dienen. Was ziemlich gut aufgeht. Man nehme die aus Beyond Good & Evil bekannte Jade-Engine, die dieses orientalische Reich mit einem mystischen Schleier, mit sanfter Farbgebung und morgenländischer Detailpracht überzieht. Das Auge isst schließlich mit. Doof nur, dass diese traumhaften Aussichten schnell in Panik umschwingen. Ein als Dolch der Zeit bekanntes Artefakt wird dem adligen Klettermaxe zum Verhängnis und setzt den Sand der Zeit frei, der die Bewohner Persiens zu mordlüsternd geifernden Dämonen mutieren lässt. Und gegen die helfen weder Knoblauch noch Sonnenlicht, sondern nur ein zackiger Schwertarm, akrobatische Höchstleistungen und ein paar gut getimte Ritte auf den Schwingen der Zeit.
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