André Linken Necronomicon ist ein gutes Beispiel dafür, dass man in WoW keine Raid-Gilde braucht, um wirklich Spaß zu haben. Das Miteinander ist wichtiger als Highend-Loot. Prima!
World of WarCraft bietet mehreren Millionen Spielern auf der ganzen Welt eine Plattform, um gemeinsame Abenteuer zu erleben. Gilden gehen auf Beutezug, fechten Kämpfe in der PvP-Arena aus und vieles mehr. Doch was spielt sich hinter den Kulissen einer Gilde ab? Welche Menschen treffen dort aufeinander? Antworten auf diese Fragen soll uns der Besuch einer so genannten Casual-Gilde geben.
Es gibt schon lange keinen Zweifel mehr: World of WarCraft ist ein Massenphänomen. Kein anderes Onlinespiel hat jemals so viele Menschen vor den Monitor gefesselt - zumindest in der westlichen Welt. Da ist es nur logisch, dass neben Hardcore-Gamern auch eine große Anzahl von Gelegenheitsspielern in der Welt von Azeroth umherziehen. Klar, es ist sehr interessant, Berichte von großen Gilden wie Nihilum, Death & Taxes, For the Horde und ähnlich situierten Gruppierungen zu lesen. Immerhin besuchen diese regelmäßig die schwierigsten Instanzen des Spiels, die viele andere Abonnenten niemals zu Gesicht bekommen werden. Dennoch machen diese "Hardcore-Gamer" nur einen kleinen Teil der Spielergemeinschaft aus. Das Fundament der zahlungswilligen Kundschaft bilden eindeutig die Gelegenheitsspieler - auch Casual Gamer. Wir haben die Gilde "Necronomicon" einige Tage begeleitet, um mal einen Blick hinter die Kulissen einer solchen Casual-Gilde zu werfen. Trifft der Terminus "Gelegenheitsspieler" wirklich zu? Was genau trennt diese Leute von Mitgliedern einer Highend-Gilde?
Die Gilde zieht erfolgreich durch Zul'Aman; 25er-Instanzen sind derzeit noch nicht durchführbar.
Ein Kessel Buntes Auf den ersten Blick wirkt die Gilde "Necronomicon" (EU-Server: Alexstrasza) anders als gedacht. Wir hatten eine kleine Gruppe von Leuten erwartet, doch schon nach kurzer Zeit erfahren wir, dass dieses
Bündnis über 40 Spieler umfasst, die es mitsamt ihren Twinks auf mehr als 100 Charaktere bringen - mehr oder weniger aktiv. Die Stimmung im Gilden-Chat ist stets gut, Heiterkeit und Witzeleien prägen den Alltag. Selten kommt es mal zu Konflikten verbaler Natur, doch diese sind schnell aus der Welt geschafft. Schnell wird klar, dass auch in dieser Gilde abgedroschene Klischees aus der Welt der Onlinespiele nur vage zutreffen - wenn überhaupt. Obwohl zu fast jeder Tageszeit Gildenmitglieder anzutreffen sind, besteht diese Gemeinschaft keinesfalls aus Hartz IV-Empfängern, Schülern oder faulen Studenten. Vielmehr offenbart sich vor unseren Augen ein breites Spektrum an beruflichen und sozialen Hintergründen, quasi ein fast schon typischer Durchschnitt der Gesellschaft. Vom angehenden Programmierer, der sich noch in der Lehre befindet, über den Kraftwagenfahrer bis hin zu Freiberuflern ist nahezu alles vertreten, was man sich erdenken kann. Klar, auch Schüler und Studenten sind dabei, aber ebenso auch gestandene Familienväter. Ein gutes Stichwort: Trotz dieser bunten Mischung herrscht eine nahezu familiäre Atmosphäre. Wie in jeder anderen Familie kommt es auch hier manchmal zu Streitigkeiten; das ist normal. Insgesamt gesehen ziehen alle jedoch an einem Strang und wollen nur eines: Spaß am Spiel.
Wie nahezu jede Casual-Gilde in World of WarCraft besucht auch Necronomicon immer wieder die Instanz Karazhan.
Raiden macht Spaß - aber nicht um jeden Preis Das führt uns zum nächsten Punkt: Was unternimmt "Necronomicon" im WoW-Alltag? Über 40 aktive Spieler legen nahe, dass 25er-Instanzen im Format des Schlangenschreins oder gar höhere Aufgaben bewältigt werden. Mitnichten. Das höchste der Gefühle ist derzeit ein zweigeteilter Raid in der 10-Mann-Instanz Karazhan sowie ein derzeit noch etwas unregelmäßiger Besuch von Zul'Aman. Klar, heroische Instanzen - zum Beispiel die neue Terasse der Magister-Instanz - werden immer wieder mal gesäubert und auch der ein oder andere Kampf in der Arena steht auf dem Programm. Das war es aber auch schon. Viele werden sich denken, dass dies auf Dauer nicht sehr erfüllend sein kann - ist es aber scheinbar doch. Obwohl einige Mitglieder bereits Angebote von Highend-Gilden erhielten, fiel ihr Entscheidung zugunsten von "Necronomicon" aus. Der Grundtenor ist gleich: Der Spaß am Spiel steht im Vordergrund. Sicherlich würde man gerne mal etwas Neues zu Gesicht bekommen, doch auf das Vergnügen, mit bekannten und teilweise liebgewonnen Menschen gemeinsame Abenteuer zu erleben, wollen die wenigsten verzichten. Erste Schritte in Richtung 25er-Instanzen wurden und werden zwar unternommen - doch nicht um jeden Preis.
Das "Füreinanderdasein", das Gemeinschaftsgefühl und die ungezwungene Freude, WoW gemeinsam in einer Gruppe zu erleben, offenbart sich bei "Necronomicon" nahezu jeden Tag. Nicht wenige Mitglieder könnten aufgrund ihrer Fähigkeiten und ihrer Ausrüstung locker nach Hyjal oder in den Schwarzen Tempel ziehen. Doch der Stress einer "dauerraidenden" Gilde - trotz der damit verbundenen Erfolgserlebnisse - sind für viele Spieler nicht erstrebenswert - und da stellt "Necronomicon" keine Ausnahme dar; vielmehr ist es die Regel, der Alltag im Massenphänomen World of WarCraft. Wir bleiben an Bord.
Ich mag zwar WoW nicht, aber solche Gilden finde ich
sehr gut, da ich selbst kein Powergamer bin. Sind genau
die Dinge vorhanden, die mir auch wichtig sind. Ein
sehr schöner Artikel, gerne mehr davon!
06.05.2008 - 13:20 Uhr krizzz
"Gildensuchender" auf dem falschem Server.
02.05.2008 - 15:42 Uhr NobodyJH
sehr gut, da ich selbst kein Powergamer bin. Sind genau
die Dinge vorhanden, die mir auch wichtig sind. Ein
sehr schöner Artikel, gerne mehr davon!