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Hype it!
Da hat sich einer verspielt! Anspruchsvolle Technik
Bei Preisen zwischen 50,- und 80,- Euro sollte ein Headset nicht nur hervorragend verarbeitet sein, vor allem die akustische Leistung muss stimmen, um derartige Preise zu rechtfertigen. Unser Test zeigt diverse Stärken und Schwächen einzelner Modelle, wobei nur eines sich wirklich keine Blöße gab. Mit dem Razer Piranha hört man selbst bei komplexen Musikstücken kleinste Verspieler heraus, nur das SteelSeries Siberia Neckband ist ihm in dieser Preisklasse klanglich dicht auf den Fersen.

SteelSeries Siberia Neckband
Was SteelSeries mit dem Siberia Neckband abliefert, könnte auch von Apple kommen. Das dezente Design, das weiße und schwarze Akzente geschickt miteinander kombiniert, wirkt mit der Verwendung edler Kunststoffe sehr hochwertig. Die beiden großen, gepolsterten Hörer umschließen die Ohren mit sanftem Druck, der durch das stoffummantelte Nackenband ausgeübt wird. Bei schnellen Kopfbewegungen reicht das als Haltemittel jedoch nicht aus, das Headset verrutscht sehr schnell.

Das SteelSeries Siberia Neckband hat das mit Abstand auffälligste Design im Testfeld. Dazu kommt eine hervorragende Soundqualität, die nur knapp hinter der des Razer Piranha liegt.

Trotz dieses Mankos und des verhältnismäßig hohen Gewichtes ist das Siberia Neckband sehr bequem zu tragen. Ein großartiges Feature ist bei beiden SteelSeries-Headsets die Integration des Mikrofons. Dieses lässt sich an seinem verstellbaren Metallarm komplett in der Ohrmuschel versenken und bei Bedarf wieder hervor ziehen. Lediglich eine Deaktivierung per Fernbedienung ist nicht möglich. Über diese lässt sich nur die Lautstärke variieren.
Egal, ob wir flüsterleise oder höllisch laut spielen, die Bässe werden schlichtweg herausragend klar und druckvoll wiedergegeben, ohne das Klangbild zu sehr zu dominieren. Mitten und Höhen klingen ausgewogen ohne hörbare Störungen. Man merkt diesem Produkt an, dass Fachleute aus der Musikbranche am Werk waren. Bis auf Orchesterstücke wird Musik vorbildlich wiedergegeben und selbst klassische Ensembles klingen noch sehr gut, wobei lediglich wenige Verzerrungen auftreten. Selbst einige deutlich teurere Kopfhörer spezialisierter Firmen erzielen nur schwer eine vergleichbare Leistung.
Das Mikrofon fällt durch sein kaum wahrnehmbares Brummen und die klare Aufnahmequalität ebenfalls positiv auf.

SteelSeries 5H V2
Ein wenig teurer als das Siberia Neckband ist das 5H V2, das ebenfalls von SteelSeries kommt und für Stammgäste von LAN-Partys einige interessante Features bietet. Die hochwertige Bügelkonstruktion aus stabil wirkendem Kunststoff sorgt für einen sicheren Sitz auf dem Kopf, wobei das wuchtige Design sich platzsparend in drei Teile zerlegen lässt.

Ideal für LAN-Partys: Das 5H V2 lässt sich in drei Teile zerlegen und platzsparend transportieren.

Wie bei dem anderen SteelSeries-Headset lässt sich der Mikrofonarm im Hörer versenken. Die Kopfhörer umschließen die Ohren mit einer weichen Samptpolsterung und selbst bei langen Spielzeiten leidet der Tragekomfort nicht. Das stoffummantelte Kabel ist recht kurz ausgefallen, wobei eine großzügige Verlängerungsschnur mitgeliefert wird. Per Fernbedienung lässt sich nicht nur die Lautstärke anpassen, das Mikrofon lässt sich zudem auf aus, leise oder laut stellen.Leider deckt sich die Klangqualität nicht mit dem positiven Eindruck der Verarbeitung. Das höhenbetonte Klangbild gibt Bässe und mittlere Frequenzen nur in durchschnittlicher Qualität wieder, was für einen leicht blechernen Klang sorgt. Für Popmusik reicht das gerade noch aus, klassische Musik gerät jedoch halbwegs zu einem Desaster. Sehr schade, denkt man an die vorbildlichen Ergebnisse des Siberia Neckband-Headsets.
Das Mikrofon hingegen unterscheidet sich kaum, neben derselben Mechanik gelingen Aufnahmen ähnlich gut. Wer Wert auf Surround-Sound legt, kann für 20 Euro mehr die USB-Variante des Headsets erwerben. Hier wird eine USB-Soundkarte mitgeliefert, die virtuellen 7.1-Sound in die Ohren zaubert.

Ideazon Banshee
Vom niederländischen Hersteller Ideazon kommt die Todesfee, die zum Angriff auf SteelSeries und Razer bläst. Die klobige Konstruktion aus Kunststoff, Metall und Gummi suggeriert Stabilität, die letztendlich auch geboten wird. Die Klinkenstecker sind vergoldet, um eine bessere Leitfähigkeit und Korrosionsbeständigkeit zu gewährleisten.

Klobiges, solides Design mit Metallapplikationen, hervorragender Sound und das beste Mikrofon im Test - das sind die Qualitäten des Ideazon Banshees.

Als Besonderheit darf man getrost das verwendete Mikrofon ansehen. Dieses kommt in Form eines separaten Clips daher und bietet als einziges Mikrofon im Testfeld Stereoklang. Außerdem lässt sich die 3,5mm-Klinke des Kopfhörers dank des mitgelieferten Adapters auch an die großen Ausgänge teurer Stereoanlagen oder Mischpulte anschließen. Das sehr lange Kabel lässt sich per Klettstreifen auf die gewünschte Länge reduzieren. Das Metallgitter zur Abdeckung der Hörer bietet eine hervorragende Lüftung, so dass die Ohren nicht zu warm werden. Allerdings sind die Polster etwas groß ausgefallen, die Ohren haben nur wenig Platz. Das Klangbild ist in allen Belangen ausgewogen, wobei lediglich bei Orchestern und Chören leichte Verzerrungen auszumachen sind.
Das Stereomikrofon liefert hervorragende Resultate, die Stimme wirkt natürlich und gut verständlich, Störgeräusche sind kaum wahrnehmbar.

Razer Piranha
Der Überraschungssieger unseres Tests kommt aus dem Hause Razer. Die Kalifornier hatten mit dem Barracuda seinerzeit ein Headset abgeliefert, das alles andere als perfekt war. Das Piranha - ebenfalls nach einem Raubfisch benannt - ist da schon bissiger. Die Kanal-Diät von 7.1 auf Stereoklang hat dem Headset hörbar gut getan. Das Kunstoffdesign wirkt wie aus einem Guss und hat mit seinen dezenten Highlights etwas Schnittiges. Sobald man zusätzlich zu den Klinkensteckern an dem langen Stoffkabel noch den USB-Stecker in Betrieb nimmt, ist der Hauch von Understatement verflogen. Auf den Ohren des Spielers leuchtet dann im kräftigen Blau das Razer-Logo auf. Das Mikrofon an seinem geraden, starren Arm ragt wie eine Antenne gen Decke, bis man es an seinem Gelenk neben den Mund holt. Biegen lässt sich hier nichts, die Konstruktion aus Kunststoff und Hartgummi federt eventuelle Belastungen jedoch zuverlässig ab.

Razers Piranha Headset ist zwar relativ teuer, rechtfertigt seinen Preis jedoch mit der überragenden Klangqualität.

Per Fernbedienung lässt sich das Mikrofon an- oder abschalten sowie die Lautstärke regulieren. Die Konstruktion sorgt nach kurzer Eingewöhnung für großen Tragekomfort und ein Hörerlebnis, das man dem dezenten und kleinen Headset auf den ersten Blick nicht zutraut.
Die Bässe werden druckvoll und satt wiedergegeben, ohne das Klangbild zu sehr zu dominieren, die Höhen sind ausgewogen und glasklar, ohne zu verzerren, die Mitten zu jeder Zeit deutlich, ohne von den extremen Frequenzen überdeckt zu werden. Das Piranha lässt sich im Zweifelsfall auch hervorragend als hochwertiger Kopfhörer verwenden, wenn man keine Lust hat, auf dem Weg zur LAN-Party ein Extra-Paar für den MP3-Spieler zu transportieren und sich an dem antennenähnlichen Mikrofon nicht stört.
Das Monomikrofon bietet eine deutlich verständliche und natürliche Aufnahmequalität, die von dem obligatorischen leisen Brummen untermalt wird. Wer Wert auf herausragenden Klang legt, sollte hier zugreifen. Das Razer Piranha-Headset ist mit seiner hervorragenden Audioleistung ganz klar unser Testsieger.
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Kommentare

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  • 13.06.2008 - 14:11 Uhr Tadian

    Schade das ihr das Razer Barracuda Headset nicht
    getestet habt, hätte mal gerne gesehen wie das so im
    Vergleich abschneidet.
    Habe nämlich einen kleinen Kabelbruch drin der mehr
    lästig als störend ist (Kabel kurz bewegen und alles
    stimmt wieder)

    Oder gibts das schon garnicht mehr und deswegen wurde
    es nicht getestet!?

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