OnlineWelten goes Hardware: In einem dreiteiligen Special werden wir euch in den nächsten Wochen einen Überblick über die Welt der Gaming-Peripherie geben. Zu Beginn der Serie stellen wir Headsets vor, mit denen verschiedene Hersteller euch die Kommunikation erleichtern wollen.
(Be)Rauschende Einsteigermodelle?Es dürfte jedem klar sein, dass für schmales Geld keine großen Sprünge in Richtung audiophiler Ausrüstung zu machen sind. Trotzdem sollte man eine bequeme Passform und funktionierende Technik erwarten können.
Raptor-Gaming LH1Mit dem LH1 bedient die deutsche Hardwareschmiede gezielt den Einsteigersektor zum Kampfpreis von nur 15 Euro. Dass dabei qualitative Einbußen hingenommen werden müssen, versteht sich von selbst. Als Material kommt größtenteils ein Kunststoff zum Einsatz, der relativ zerbrechlich wirkt. Diesem Eindruck zum Trotz erweist sich die Konstruktion als robust und haltbar und das Mikrofon am Schwenkarm lässt sich verbiegen, um einen möglichst idealen Abstand zum Mund zu erreichen.

Das Raptor-Gaming LH1 ist mit Abstand der günstigste Testkandidat und bietet für den Preis von rund 15 Euro Funktionalität für diejenigen, die keinen großen Wert auf akustische Aha-Erlebnisse legen.
Die Ohrmuscheln sind mit weichem Schaumstoff abgepolstert und liegen dank des niedrigen Gewichtes bequem am Kopf. In der Länge lässt sich der Bügel in mehreren Raststufen anpassen und die Kopfhörer kann man vertikal schwenken. Über einen Drehring an der Kabelfernbedienung lässt sich die Lautstärke regulieren. Als Anschlüsse sind zwei Klinkenstecker verfügbar, die in die entsprechenden Buchsen der Soundkarte gesteckt werden, wobei man vom Ergebnis keine Wunder erwarten darf. Die Wiedergabe der Bässe ist recht schwachbrüstig, die Höhen neigen zum Verzerren und die mittleren Frequenzen klingen etwas blechern. Damit lassen sich Elektro- und Rocksongs bedingt hören, klassische Musik mit zahlreichen Frequenzüberlagerungen gerät zur rauschenden Tortur.
Das Mikrofon hinterlässt kein viel besseres Bild. Die Monoaufnahmen sind mit einem deutlichen Brummen hinterlegt und die Stimmwiedergabe wirkt dünn. Für den Preis leistet das Headset trotzdem das, was man von ihm erwartet - es gibt Klänge wieder und

ermöglicht gegenseitige Kommunikation. Wer die Akustik lediglich als Werkzeug im Spiel ansieht und nicht viel Wert auf Bombastklang legt, macht mit unserem Preistipp nichts falsch.
Logitech Digital Precision HeadsetUm es vorweg zu nehmen: Für ein Produkt mit dem hochtrabenden Attribut "Precision" im Namen enttäuscht Logitechs Einsteigerheadset. Zwar wirkt die Plastikverarbeitung durchweg hochwertig, kann aber nicht mit den höherpreisigen Produkten mithalten. Das Nackenband-Design lässt keine Anpassungen in der Länge zu und sitzt somit an extremen Kopfformen zu eng oder zu wackelig.Immerhin bietet das lange Kabel viel Spielraum und die Kabelfernbedienung lässt neben der Lautstärkenjustage noch die Aktivierung des Mikros am starren Schwenkarm zu.

Das Logitech Digital Precision Headset trumpft mit einem ungewöhnlichen Design auf, das in Sachen Komfort jedoch verbesserungswürdig ist. Dasselbe gilt für die Klangqualität, die in beinahe allen Belangen enttäuscht.
Das offene Design der Ohrmuscheln wirkt auf den ersten Blick außergewöhnlich, unter der eindrucksvollen Hülle verbirgt sich jedoch nur wenig Leistung. Zwischen den kunstledernen Schaumstoffpolstern werkelt eine Membran, die bei den Abbildungsleistungen zu wünschen übrig lässt. Die Bässe sind nicht kräftig genug, die betonten Höhen leiden unter Klangverzerrungen und die Mitten wirken schwächlich. Elektrosongs lassen sich damit noch so gerade ertragen, bei Rocksongs und Beethovens Härtetest versagt das Digital Precision Headset jedoch kläglich.
Das Mikrofon arbeitet zuverlässig, wobei die blecherne Monostimme und das leichte Brummen den Eindruck leicht trüben.
Creative Fatal1ty HeadsetDie Hardwarespezialisten aus Singapur dürfen bei einem Headset-Test selbstverständlich nicht fehlen. Mit der Fatal1ty-Serie möchte man gerade Gamer erreichen. Das Stereoheadset ist aus solidem Kunststoff mit Hochglanzapplikationen gefertigt, auf denen das Fatal1ty-Logo prangt. Der Bügel ist mit samtenem Stoff gepolstert und lässt sich durch grobe Raststufen in der Länge verstellen. Die Ohrmuscheln sind um zwei Achsen schwenkbar, um größtmöglichen Tragekomfort zu gewährleisten. Die Ohren werden eng umschlossen und dank des geringen Gewichtes sind auch lange Spielsitzungen bequem zu bewältigen.

Mit der Fatal1ty Serie möchte man bei Creative markenbewusste Spieler ansprechen. Für ein paar Euro mehr bekommt man das Creative HS900, das bei dezenterem Design einen deutlich besseren Klang bietet.
Das Mikrofon am Metallarm lässt sich an die dafür vorgesehene Buchse am Kopfhörer anstecken und per Fernbedienung am Kabel an- und abschalten.Neben der Mikrofonfunktion kann man per Drehrad die Lautstärke kontrollieren. Akustisch wird solides Mittelmaß geboten. Während die satten Bässe und die betonten Mitten ein angenehmes Klangbild abgeben, verzerren die hohen Tonlagen unangenehm. Für elektronische Musik eignet sich diese Klangcharakteristik durchaus, bei Gitarrenklängen werden jedoch die ersten Schwächen deutlich, die den Klassikgenuss unmöglich machen.
Das Mikrofon bietet einen leicht dumpfen Monoton, der durch leichtes Brummen gestört wird. Der mitgelieferte Beutel schützt das Headset beim Transport zur nächsten LAN-Party vor Kratzern.
13.06.2008 - 14:11 Uhr Tadian
getestet habt, hätte mal gerne gesehen wie das so im
Vergleich abschneidet.
Habe nämlich einen kleinen Kabelbruch drin der mehr
lästig als störend ist (Kabel kurz bewegen und alles
stimmt wieder)
Oder gibts das schon garnicht mehr und deswegen wurde
es nicht getestet!?