Es war nur eine Frage der Zeit, bis das Nebelgebirge die Tausenden von neugierigen und immer mächtiger werdenden Spieler von Herr der Ringe Online nicht mehr würde halten können. In unserem kürzlich mit Jeffrey Steefel geführten Interview deutete sich bereits an, worauf alle Fans seit Release sehnsüchtig warten: Die Tore von Moria werden sich noch in diesem Jahr öffnen! Wir haben alle bisher bekannt gewordenen Fakten zum AddOn für euch zusammengefasst.
Auf der Connect 08, Codemasters erstmals stattfindender hauseigener Spielemesse, ließ Executive Producer Jeffrey Steefel endlich die Katze aus dem Sack. Das erste
AddOn für Herr der Ringe Online erscheint im Herbst diesen Jahres und trägt den Titel "Die Minen von Moria". Für viele stellt sich nun vielleicht die Frage, inwieweit unterscheidet sich ein
AddOn von den umfangreichen kostenlosen Updates von Turbine? Ganz einfach: Es wird noch größer! Die Minen von Moria erweitert die Spielwelt nicht nur um gleich drei neue Gebiete - darunter auch das beliebte Lothlórien - sondern wartet zusätzlich mit zwei neuen Klassen, einem neuen legendären Item-System und einer Erhöhung des Level-Caps auf Stufe 60 auf.

"Sprich Freund und tritt ein!", das Losungswort für die Tore von Khazad Dûm kennt wohl jeder Herr der Ringe Fan.

"Wir können nicht hinaus. Sie haben die Brücke und die zweite Halle genommen. Frár, Lóni und Náli sind dort gefallen. [...] Der Wächter im Wasser hat óin geholt. Wir können nicht hinaus. Es geht zu Ende, und dann Trommeln, Trommeln in der Tiefe."
Wie der Name des AddOns bereits mehr als deutlich verrät, wird der Fokus auf dem neuen Gebiet Khazad Dûm, den Minen von Moria, liegen. Diese bilden nicht nur im ersten Band der Trilogie von J.R.R. Tolkien einen dramatischen Höhepunkt, sondern auch im Film von Peter Jackson. Um die

bedrückende und gefahrvolle Atmosphäre von Moria richtig einzufangen, plant Turbine die Integration von neuen dynamischen Lichtquellen ins Spiel. Zitternder Fackelschein, der die von Ork- und Zwergenblut verschmierten Höhlenwände, gespenstisch in Szene setzt - da kommt schon bei der Vorstellung ein gefahrvolles Prickeln auf. Hier dürfte sich die DirectX10-fähige Grafikengine von LotRO auf jeden Fall so richtig bezahlt machen. Moria soll laut den Ankündigungen von Jeffrey Steefel keine bloße Instanz auf dem Weg nach Lórien sein, sondern soll als gigantisches Netz aus Höhlen und Tunneln ein vollständig zusammenhängendes Gebiet darstellen. Die Gespräche zwischen Gandalf und Gimli in Der Herr der Ringe lassen bereits erahnen, wie riesig die einst prächtige Stadt der Zwerge sein muss. Immerhin haben die gierigen Zwerge in ihrem Gold- (oder besser) Mithrilrausch in Khazad Dûm so tief gegraben, dass sie ein uraltes Übel aus seinem unterirdischen Verlies befreiten.
"Es kam an den Rand des Feuers, und der Lichtschein verdunkelte sich, als hätte eine Wolke ihn bedeckt. Mit einem Satz sprang es über den Spalt hinweg. Die Flammen loderten auf, um es zu begrüßen und zu bekränzen, und schwarzer Rauch strudelte in der Luft. Seine flatternde Mähne fing Feuer und wehte lodernd hinter ihm drein. In der rechten Hand hielt es eine Klinge, die wie eine Stichflamme aussah, in der linken eine Peitsche mit vielen Riemen."
Jeder Herr der Ringe Online Spieler dürfte wissen, was Tolkien hier so imposant beschrieben hat. Der Balrog von Khazad Dûm, den selbst der mächtige Gandalf nur mit einem Selbstopfer aufhalten konnte, wird den bereits im Spiel vorhandenen Balrog klar in den Schatten stellen und wohl den mit Abstand schwierigsten Bossgegner des AddOns darstellen. Neben Durins Fluch werden wir es außerdem mit dem geheimnisvollen Wächter vor den Toren von Moria und garantiert unzähligen Horden von Orks, Bilwissen und Trollen zu tun bekommen.

Wer hier ganz genau hinsieht, wird die durch kleine Menschen angedeuteten Größenverhältnisse erkennen. Daraus lässt sich schließen: Moria wird riesig!

"Auf der anderen Seite erhob sich eine hohe grüne Mauer. Sie umfasste einen grünen Hügel, auf dem dicht an dicht die größten Mallornbäume standen, die sie in diesem Land bisher gesehen hatten. Ihre Höhe war schwer abzuschätzen, aber in der Dämmerung ragten sie auf wie lebende Türme. Aus ihrem vielstufigen Geäst und dem unermüdlich wedelnden und wehenden Laubwerk schimmerten unzählige Lichter hervor, grüne, goldene und silberne. Haldir wandte sich zu den Gefährten um.
"Willkommen in Caras Galadhon!", sagte er."
Nicht nur die Zwergenspieler dürfen sich mit dem
AddOn über ein Gebiet ganz nach ihrem Geschmack freuen, auch die Elben dürften hocherfreut sein. Mit Lórien hat Turbine nach den Minen von Moria gleich die nächste grafische Herausforderung zu meistern. Das Land von Galadriel muss schließlich wie sie selbst von unglaublicher Schönheit sein, um Tolkiens Beschreibungen gerecht zu werden. Hier in der östlichen Zuflucht der Elben werden die Spieler auch wieder auf die Gefährten treffen, die dort nach dem Verlust von Gandalf neue Kräfte sammeln. Galadriel wird sicherlich einiges für mutige Abenteurer zu tun haben, die gewillt sind dabei zu helfen, die Grenzen Lothlóriens zu verteidigen.
Tolkien-Fanatikern dürfte sich allerdings die Frage stellen, warum plötzlich Heerscharen von Nicht-Elben die Grenzen des Elbenreiches ungestraft überschreiten dürfen. Man darf gespannt sein, wie die Story-Autoren von Turbine uns dies im Herbst erklären werden.