Warhammer Online gilt als die größte Alternative zu World of Warcraft. Wir nehmen den Blockbuster von EA Mythic in den nächsten Wochen ganz genau unter die Lupe. Zum Einstieg gibt's einen Geschichtskurs.
Age of Reckoning, Zeit der Abrechnung - schon der Titel macht klar, dass ihr euch in Warhammer Online so richtig auf die Mütze gebt. Was kaum einer der vielen Beta-Jünger, die sich derzeit auf den Servern tummeln, weiß: Angefangen hat alles ganz harmlos.

Karl Franz hat es nicht leicht: Erst plagt dem Imperator eine Seuche, dann bitten die Zwerge um Hilfe und zu guter letzt fällt die Chaosarmee ins Land ein.

In den Randbereichen des Imperiums war angeblich die "Chaosseuche" unterwegs. Ha, Chaosseuche? Wer kommt denn bitte auf so einen Mist? Sowas glaub doch niemand - und genau so war es auch. Niemand im gesamten Reich schenkte diesen Vorläufern des Chaos Glauben. Eines besseren belehrt wurden die friedfertigen Bewohner allerdings, als die Seuche in die Straßen von Altdorf gelangte. Fortan waren die Menschen nicht nur hundemüde, sondern wurden auch von heftigen Schmerzen und Übelkeitsanfällen geplagt. Kein Wunder also, dass der Imperator den Quarantänebefehl erteilte. Geholfen hat das allerdings herzlich wenig, schlimmer noch: Die Krankheit zeigte nach drei, vier Wochen ihr Endstadium, ihr wahres Gesicht. Opfer der Seuche mutierten zu Chaosmutanten, eine ekelerregende Rasse, die alles angriff, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Monate zogen ins Land, in denen die Verbreitung der Seuche selbst durch das Kriegsrecht nicht aufgehalten werden konnte. Dorfbewohner, die noch verschont waren, lebten in ständiger Angst. Wachposten mussten aufgegeben werden, um in den Straßen von den Mutanten zu befreien. Zudem zogen hinterlistige Straßenräuber durchs Land, die pausenlos plünderten. Was hier noch niemand ahnte: All die Schandtaten sollten nur ein kleiner Vorgeschmack auf

die dunkle Zukunft der Welt sein.
Im Dunkelelfenkönigreich Naggaroth staunten die Weisen von Ghrond nicht schlecht, als sich eine sonderbare Verschiebung im weit entfernten Chaosmahlstrom zeigte. Als klar war, was Sache ist, schickten die Weisen einen schwarzen Pegasus um ihren Anführer, den Hexenkönig Malekith, darüber zu informieren. Inhalt: Der Obermacker der Chaosmutanten, Tzeentch, hatte klammheimlich eine riesige Armee zusammengestellt. Vermeintliches Ziel: Die Länder der Menschen. Eigentlich könnte sich Malekith ja dezent raushalten aus dem bevorstehenden Krieg, doch ein richtiger Bösewicht kann natürlich nicht nur brav dasitzen und ohne Hintergedanken zusehen. Schnell wird ihm klar, dass die angeschlagenen Menschen ohne Hilfe der Nachbarn gnadenlos untergehen würden. Ein Hilferuf an die Zwergen, die im nahegelegen Gebirge ansässig sind, liegt nahe. Doch auch die Hochelfen von Ulthuan sind als Verbündeter eine Option - genau hier wittert Malekith seine Chance. Für seinen fürchterlichen Plan lässt er sich kurzerhand einen mächtigen Ork und einflussreichen Goblin liefern.

Auch Finubar, der Phönixkönig, blickt in eine düstere Zukunft. Als er den Menschen zu Hilfe eilt, wird seine Heimat angegriffen.

Die beiden Grünhäute sehen nicht nur grässlich aus, sondern lassen sich durch ein magisches Amulett um den Finger wickeln. Obendrauf packt der Hexenkönig einen Befehlszauber, von dem die dümmlichen Kreaturen nicht einmal etwas mitbekommen. Die Beiden fühlen fortan das Verlangen, eine Menge Fußbvolk um sich zu scharen und sind damit beauftragt, ans Weltrandgebirge zu marschieren. Hier sollen sie mit ihren Truppen allerdings nicht die schöne Aussicht genießen, sondern die Festung der Karak-Achtgipfel einnehmen und einen mächtigen Waaagh! führen. Ein was? Waaagh zum Teufel ist ein Waaagh!? Eigentlich ist das ganz einfach: Ein Waaagh! bezeichnet eine Mischung aus Völkerwanderung und Heiligem Krieg. Also genau das, was die Gruppe aus Orks und Goblins nun an der Festung der Acht Gipfel vor sich hat: Einen bitterbösen Kampf gegen die Zwergen.

Vollbärtig, klein, stolz und kräftig - die Zwerge erfüllen alle klassischen Klischees. Hier im Bild: Hochkönig Thorgrim Grollbart.

Malekith wartet nun nicht nur auf Neuigkeiten aus dem Weltrandgebirge, sondern bereitet gleichzeitig seinen Angriff auf die Hochelfen-Heimat Ulthuan. Denn während die Zwerge mit dem Waaagh ordentlich ins Schwitzen kommen, müssten die Hochelfen ihre Truppen in die Alte Welt schicken, um den Menschen im Kampf gegen die Chaosmutanten beizustehen. So ganz nebenbei schielt der Hexenkönig außerdem auf den Thron der Hochelfen, den er dank seinem Geburtsrecht eigentlich inne hätte.