Gewaltige Neuerungen sind nicht nur in Ego-Shootern und RTS-Spielen zu sehen, sondern haben auch längst Einzug in die Welt der MMOs gehalten. Faszinierend wie nie zuvor sind Multiplayer-Spiele auf dem Vormarsch. Doch wohin geht der Trend? Spiele wie Hellgate: London und Guild Wars glänzen zwar mit fantastischen Mehrspieler-Welten, doch sind sie wirklich so viel MMO wie wir denken? Oder entwickelt sich der Trend gerade in eine ganz andere Richtung? Diese und andere Überlegungen haben wir für euch in diesem Artikel begutachtet.
Lange Zeit ist es her, dass so genannte MUDs, Multi User Dungeons, die Anfänge der MMO-Szene begründeten. Wo sich damals noch eine Hand voll Spieler in guter alter, textbasierter Kings
Quest-Manier durch einzelne Gebiete kämpfte, glänzen heute moderne DirectX10-Welten mit mehr Benutzerfreundlichkeit und neueren Grafiken als man sie sich damals je erträumt hätte. Durch die händische Eingabe von verschiedenen Text-Befehlen musste man in grauer Vorzeit noch seinen Charakter durch Bits & Bytes steuern. Natürlich war es verständlicherweise schwierig, komplexe Schlachten zu schlagen. Doch so weit wie gedacht sind wir nicht von den Ursprüngen entfernt. Mulitplayer-Spiele besitzen immer noch einen zentralen Server, auf dem das Spielgeschehen stattfindet und instanzierte Dungeons erfreuen sich größerer Beliebtheit als je zuvor.

Durchaus schön anzusehen: Die bisher bekannten Screenshots aus Age of Conan
Die MMOs der ModerneProminentester und auch bekanntester Vertreter der neueren Pixelwelten ist sicherlich World of Warcraft. Basierend auf der bekannten Warcraft 3-Lizenz, entwickelt unter den fähigen Augen von Blizzard-Mitarbeitern, sorgt WoW immer wieder für Schlagzeilen in den Medien. Zum Erscheinen des letzten WoW-AddOns "The Burning Crusade" fanden hunderte von Fans mitten in der Nacht den Weg zu einem der vielen Mediamärkte, um eine Kopie einzuheimsen. World of Warcraft öffnete die Pforten in eine neue Welt. Allen Kritikern zum Trotz werden sicherlich alle kommenden Spiele dieser Art einen Teil ihres Erfolges World of Warcraft zu verdanken haben. Daran werden auch Beschwerden einiger Spieler nichts ändern, die Blizzard Konsumgeilheit und Unkreativität vorwerfen. Und mit der kommenden Erweiterung "Wrath of the Lich King" wird der Erfolgsproduzent sicherlich wieder an alte Rekorde anknüpfen können. Zugegeben, WoW ist grafisch gesehen kein besonderes Highlight. Ein comicartiges Aussehen erlaubt zwar eine relativ zeitlose Darstellung, doch wer scharfes
Anti-Aliasing und schicke Blur-Effekte erwartet, ist bei WoW an der falschen Stelle. Und hier kommen Titel wie AION oder Age of Conan ins Spiel.
DirectX10 als neuer Standard? 
Es gibt noch nicht viele Spiele, die DirectX10 bereits in vollem Rahmen ausnutzen. Mit der Entscheidung, eine solche Technologie zu nutzen, kommen natürlich auch immer wieder Fragen zur Anwendung auf den heimischen PCs auf. Alle aktuellen MMOs wurden entwickelt, um auch auf älteren Rechnern lauffähig zu sein. Einzige bisherige Bedingung zum erfolgreichen Spielen ist eine Breitband-Internetanbindung - aus gutem Grund. Die Masse sollte in der Lage sein, sich diesen Spielen anzuschließen. Durch schmale Grafiken und gute Netzwerkcodes konnte man zudem weitgehend Serverkapazitäten einsparen, die dringend an anderer Stellte gebraucht wurden. Wie gesagt, all dies gilt bisher. Mit der Einführung von DirectX10 wird sich so einiges ändern. Neben Windows Vista wird für den erfolgreichen Einsatz des künftigen Grafikstandards auch deutlich bessere Hardware benötigt. Wenn Entwickler lediglich diesen Standard bieten würden, wäre die Population in den virtuellen Welten sicherlich schnell vom Aussterben bedroht. Doch zum Glück bieten alle bisherigen Produkte neben DX10 auch eine DX9-Kompatibilität an. Somit dürfte auch der Spaß an Age of Conan und AION - Tower of Eternity durch etwas schwächere Rechner nicht außerordentlich gefährdet sein.
Doch trotz harscher Kritik führen Entwickler zusammen mit Software-Magnat Microsoft ihr "Games for Windows-Programm" durch. Für Halo 2 oder den Onlineshooter Shadowrun wird das neue Betriebssystem bereits vorausgesetzt.

Ende des Jahres dürfen vielleicht von AION noch ein wenig mehr sehen.
Eine der größten Hoffnungen für alle DX10-MMOler ist sicherlich Age of Conan. Mit dem grafisch aufwendigen und ideenreichen Hybriden aus MMO und Singleplayer-Spiel erschafft Entwickler Funcom etwas wirklich Neues. Ob jedoch besagtes Programm, dem auch dieses Spiel angehört, dem einen oder anderen Benutzer das Spielvergnügen erschweren wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden.
Cooperative oder Massive?Viele Spiele werden sehr leichtsinnig in einen Topf geworfen und vermischt. So bezeichnen viele Magazine Guild Wars, Hellgate: London und andere Spiele derselben Art leichtfertig als MMO. Doch was besagt dieses Wort eigentlich? Ursprünglich gab es diesen großen und beliebten Oberbegriff gar nicht, sondern nur die Bezeichnung MMORPG, die durch Spiele wie Dark Age of Camelot, Lineage und Everquest auf Massentauglichkeit getrimmt wurden. Das Massively Multiplayer Online
Role Playing Game beschreibt ein Spiel, in dem die Käufer in die Rolle virtueller Charaktere schlüpfen, mit etlichen Gleichgesinnten zusammenspielen und sich selbst (weiter-)entwickeln.

Eine Vielzahl von Spielern versammlt sich zum Raid in World of Warcraft.
Faszinierend dabei ist die schiere Masse an Spielern, die sich gleichzeitig in einer Welt bewegen können. In EVE Online wurden bereits über 30.000 Charaktere zur gleichen Zeit gezählt. Der Unterschied zwischen Spielen wie EVE und Guild Wars besteht jedoch nicht in der reinen Spieleranzahl, die auf einem Server eingeloggt sind, sondern vielmehr darin, wie viele von ihnen sich in einer Welt bewegen können. In Guild Wars können sich zwar durchaus sehr viele Spieler gleichzeitig in einer Stadt befinden, jedoch sind Missionen auf ein Maximum von acht Personen begrenzt. Ist das ArenaNet-Spiel wegen den Städten, in denen sich Hunderte in einer Instanz aufhalten können, nun ein MMO oder ein so genanntes CORPG (Cooperative Online Role Playing Game)? Die Entwickler sind sich sicher und sagen klar, dass GW zur zweiten Kategorie gehört.
13.04.2008 - 13:29 Uhr NobodyJH
zwischen COPRPG und MMORPG so deutlich hervor gehoben
wurde und auch den Artikel finde ich insgesamt überaus
gelungen.
(Die Frage welche Spielart sich durchsetzen wird,
stellt sich mir nicht. Wenn das Umfeld, die Grafik, die
Ideen, usw. stimmen, dann werde ich dieses Spiel auch
spielen, ganz egal welcher Gruppe es angehört. Das
Gesamtpaket ist entscheidend und ich denke beide
Spielarten haben genügen Anhänger und können prima
nebeneinander existieren.)
12.01.2008 - 16:18 Uhr Ghaleon
Der Artikel hat COPRPG und MMORPG schön beschrieben und
die derzeitige Entwicklung; auch ist der Artikel schön
bodenständig geblieben und nicht zu sehr ins Reich der
Spekulation getreten. Ansonsten fand ich den Artikel
recht langweilig und etwas enttäuschend; ich hatte mir
bei der Überschrift mehr erwartet. Mit "mehr" meinte
ich handfeste Insider-Infos über Spiele die nach Aion
und Age of Conan kommen (vom Konzept her).
Die ermüdente Diskussion über die Unterschiede von
MMOPG und COPRPG und wer das Rennen machen könnte,
finde ich nicht so interssant...
12.01.2008 - 11:33 Uhr tardan
recht ersichtlich. spannendere frage ist, könnte es
mehr "echte" MMORPGs geben? damit meine ich spiele wie
EVE Online, wo alle spieler in einer welt sind und
miteinnander interagieren können. denn bei WoW und
vergleichbaren MMORPGs werden die spieler ja auf viele
kleine server verteilt und somit viele komplette welten
instanziert. (wobei bei eve das ganze ja auch nur
klappt, weil es nicht so erfolgeich ist wie WoW.
blizzard kommt ja sicher locker über 30k spieler zur
gleichen zeit)
mir ist schon klar, dass sowas sehr schwierig ist, aber
denkbar ist es schon. aber auch mal wünschenswert!
12.01.2008 - 06:03 Uhr LeFee
Das ist eine Frage der Kulisse die man für ein Spiel
benötigt.
Um nochmal bei meinem Beispiel mit 300 The Movie zu
bleiben. Hier würde die Kulisse bzw. das Drehbuch nicht
funktionieren wenn es nicht mindestens 300 v 300 geben
würde.
Für mich kommt immer zuerst die Frage, was möchte man
inzenieren. Wie man das dann technisch umsetzt, also
COP oder MMO oder sonstwie ist eigentlich unwichtig.
12.01.2008 - 05:54 Uhr LeFee
da kommt es dann zum Konflikt, da meist nur einer die
Befehle erteilen kann. Die Herde splittet sich dann in
zwei.
Unser Parlament besteht ja auch aus mehreren Parteien
und der Bund besteht aus mehreren Ländern.
Man könnte sich auch die Frage stellen wieso wir
anstatt nicht einer Megastadt viele kleine Städte
haben.