Die Olymptronica feiert dieses Jahr ihren dritten Geburtstag. Noch grün hinter den Ohren oder schon eine ausgewachsene Spielemesse?
Seit 2005 gibt es das Frankfurter Vergnügungswochenende, das Spielefreunden von nah und fern die alljährlichen Herbstdepressionen auszutreiben vermag. Dieses Jahr fand es am 17. und 18. November in der Hyundai-Gallery Frankfurt (Main)/ Offenbach statt. Die erste Olymptronica vor zwei Jahren bewegte sich in einem ziemlich überschaubaren Rahmen. Seitdem hat sich viel getan. Deshalb haben es sich die ambitionierten Organisatoren durchaus verdient, dass an dieser Stelle über ihr Projekt berichtet wird.
Vorne weg: Gamer, die es gern etwas blutiger haben, kamen hier nicht auf ihre Kosten. Das Motto der Veranstalter lautete: "Keine Shooter, keine 18er-Titel"... zumindest noch nicht. Organisator Hajo Neu räumte ein, dass man darüber nachdenke, für kommende Olymptronicas auch Spiele diese Art zu präsentieren. Das sei jedoch noch Zukunftsmusik. Schließlich entscheide auch das Publikum darüber. Bei guten Besucherzahlen gebe es keine Notwendigkeit, das familienfreundliche

Konzept zu ändern.
Trotz des nicht vorhandenen "Gefahrenguts" waren Verfechter des Jugendschutzes vertreten. Besorgte Eltern, für die das Hüpfen von Mario auf einen Gumba bereits einen Schuss über das Ziel hinaus darstellt, konnten Beistand bei den Kollegen von Videospielplatz.de oder gar in der "Eltern-Area" bei den Damen und Herren des präventiven Jugendschutzes Frankfurt erhalten.
Auch der diesjährige Gast, Volker Hoff, hessischer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, ließ es sich nicht nehmen, seine Meinung bezüglich "Killerspiele" zum Besten zu geben. Er sprach sich deutlich gegen ein Verbot solcher Spiele aus, da Verbote häufig genau das provozieren, was sie zu verhindern versuchen. Zudem sei der Videospielmarkt aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten auch für das Land Hessen sehr attraktiv. Zugleich warnte er jedoch vor besonders realistischer und detailgetreuer Darstellung brutaler Szenen. Die berühmte Duschszene aus Alfred Hitchcocks "Psycho" sei unglaublich fesselnd und spannend, auch ohne das tatsächliche Zeigen des Mordes. Weiter sagte Hoff, dass die Entwickler eine große Verantwortung hätten, welcher sie sich bewusst sein müssten.

Volker Hoff, Hessischer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, mit seinem Sohnemann bei Mario und Sonic.

Aber nun zur Messe selbst. Die Hyundai-Gallery ist ein mittelgroßer Glasbau: hell, freundlich, schön... Die optimale Location für ein solches Event. Trotzdem ist seitens der Organisatoren bereits weiter gedacht worden. Bereits nächstes Jahr soll die Olymptronica auf dem Frankfurter Messegelände oder in der Alten Oper stattfinden: beides Lokalitäten, die auch Nicht-Hessen ein Begriff sein sollten. Diese Expansion soll durch die Unterstützung eines Hauptsponsors ermöglicht werden. Dieser stehe zu diesem Zeitpunkt zwar noch nicht fest, mit potenziellen Kandidaten würden aber bereits intensiv Gespräche geführt, so Neu.