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Wie sollte man ein MMOG bewerten?

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Hype it!
Lassen sich technische Details zur Grafik, Sound, zum Spielfluss etc. vermeidlich noch recht objektiv darstellen, so sind Bewertungen zur Benutzerfreundlichkeit, zur Atmosphäre, zur Langzeitmotivation und zum Spielspaß beinahe willkürliche Größen. Eine Einschätzung zu finden, die nicht nur die eigene Meinung widerspiegelt, ist ein schwieriger Balanceakt.

Weitaus komplizierte gestaltet sich die Frage dann, wenn es sich bei dem getesteten Produkt um ein Onlinespiel handelt. Hier müssen neben zusätzlichen technischen Fragen wie Serverstabilität, Zugriffszeiten etc. noch die vorhandene Community, der Kundensupport, die Häufigkeit von Contentupdates o.ä. bedacht werden. Vervollständigt wird das komplizierte Unterfangen dadurch, dass ein Onlinespiel im Gegensatz zu einem handelsüblichen Offlinespiel kein Ende findet. Ein MMOG kann man allen Unkenrufen zum Trotz nicht durchspielen.

Im Folgenden sollen nicht die Probleme eines grundsätzlichen
Computerspieletests diskutiert werden, sondern die spezifischen Problematiken abgehandelt werden, die sich beim Probespielen eines MMOGs ergeben. Daher werden zuvor genannte Größen wie Grafik oder Sound nur am Rande behandelt.

Werfen wir zunächst einmal einen Blick auf die technischen Grundvoraussetzungen eines MMOGs. Serverstabilität, die Häufigkeit von Wartungsarbeiten, die flüssige und problemlose Installation eines Patches ("Never play on patchday!") oder der Kundensupport sind gewichtige Elemente. Doch wie sind derartige Punkte für einen Redakteur zu testen? Im Prinzip kann man nur einen kurzen Ausschnitt, nämlich während der Testperiode, berücksichtigen. Fällt in dieser Zeit kein neues Update, kann man nur auf die Meinungskundgebungen in Foren zurückgreifen - welche in der gefühlten Subjektivität oftmals kaum zu überbieten sind - laufen die Server aktuell recht instabil, weil aufgrund von Ferienzeiten viele Schüler bereits in den Morgenstunden die Serverkapazitäten in Anspruch nehmen, kommt es oftmals zu ungerechtfertigten Kritiken. Ist der Community Manager wieder einmal verschnupft oder aktuell im Auftrag seiner Fanschaft auf einer außerhäuslichen Veranstaltung unterwegs, wird der direkte Kundensupport für einige Tage oder Wochen nicht mehr den gewünschten Umfang erreichen. Wehe, wenn der Test gerade in diese Zeit fällt!

Es wird deutlich, wie schwierig eine Bewertung schon in diesem Bereich auszumachen ist. Und das, obwohl man hier noch nicht einmal die Frage nach dem "guten Geschmack" gestellt hat. Das insbesondere beim Kundensupport die Vorstellung der Kunden meilenweit auseinander liegen, verdeutlichen die Beiträge in den verschiedenen Foren immer wieder. Werden Anfragen durch den Kundensupport zwar persönlich, aber mit standardisierten Antworten gegeben, mag der eine damit zufrieden sein, der andere empfindet dies als Farce. Oftmals übersehen wird, dass gerade durch festgelegte Standards ein Grundmaß an Qualität gesichert wird. Oder warum schmeckt der Hamburger bei McDonalds, Burger King und Co. sowohl auf Trinidad als auch auf Tobago gleich? Als Redakteur würde ich mir wünschen, es gäbe ähnliche Standardparamenter für den Test einesMMOGs. Andere Spieler bevorzugen da lieber die individuelle Fallbehandlung, auf die man dann durchaus auch 48Stunden warten muss. Den golden Weg zu finden, muss das Ziel des Anbieters sein. Daher bietet es sich für einen Test eher an, zu hinterfragen, ob die angewandte Methode für das Produkt die richtige ist und nicht, wie die Reaktion im Einzelfall ausfällt. Wer Millionen von Kunden hat, der kann nur durch Standardverfahren agieren, um Qualität sicherzustellen. Daher sind die Hamburger bei McDonalds und Burger King auch vorgefertigt, während man in der Pommes Bude neben an nach Wunsch noch eine extra Portion Zwiebeln ordern kann. Folglich würde auch der von der Community oftmals gescholtene Kundensupport von Blizzard hier eine gute Note erhalten.
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Kommentare

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  • 03.10.2007 - 10:01 Uhr baira

    Entweder eine Regelmässige Review *oder* Die Hersteller
    müssten den Testern zugang zu sämtlichem Content auf
    Basis von spezieller Presse Accounts gewähren, um es am
    Beispiel von WoW mal festzumachen (weil das wohl die
    meisten nachvollziehen können)

    Ein Presse Account müsste:

    für je 10 Level die es im Spiel gibt einen Char
    enthalten, so dass man in einigermasen Vertretbarer
    Zeit, Tutorial Gebiete, midgame und Endgame Gebiete
    ansehen kann.

    Desweiteren müsste es möglichkeiten für die Review
    Schreiber geben, Großgruppen Inhalte auf die eine oder
    andere Weise zu erleben.

    So dass man eben, in einigermase vertretbarer Zeit
    zumindest einen groben Einblick in alle Bereiche
    erhält.

    Denn, letzten endes bringt (um beim Beispiel zu
    bleiben) ein WoW Review nichts, wenn der Tester nur die
    Zeit hat das Spiel bis lvl 20 zu bewerten

  • 02.10.2007 - 12:39 Uhr Ravaella

    MMOG's sollten nach der Initialbewertung in gewissen
    Abständen (zb. Halbjährig) "nachgetestet" werden.
    MMOG's unterliegen der ständigen Änderung durch
    Contentupdates, Bugfixing und hinzufügen von neuen
    Features. Was am Anfang gefehlt hat oder nicht
    funktioniert hat ist vielleicht bereits nach ein paar
    Wochen alter Kaffee.

    Meine Meinung: MMOG's einer regelmässigen Review
    unterziehen.

  • 01.10.2007 - 08:28 Uhr Andhor

    ein "MMO-Test" müsste gewisse Standards abfragen und
    die Innovationen intensiv durchleuchten. Gibt es PvP,
    ja oder nein. Wenn ja, wie gut ist er umgesetzt. Gibt
    es Housing, wenn ja, wie detailiert ist es. Wie werden
    die Handwerksberufe umgesetzt, wie das Gildensystem.
    Wie ist die Story, Atmosphäre, etc. etc.

    Je nach Genre (RPG, Shooter, Hack'n Slay ...) wird dann
    eine andere Gewichtung gesetzt.

    Hinzu kommen noch die Casual MMOs, die ein komplett
    anderes Spielprinzip haben (Sport, Action, etc.).

    Ja, man kann ein MMO testen, und ja ... man kann eine
    Wertung abgeben. Aber ob dies wirklich sinnvoll und
    letzendlich hilfreich ist, sei einmal dahin gestellt.

    Wenn in einem ausführlichen Test alle Features und
    Elemente detailiert beschrieben werden, dann kann sich
    jeder ein eigenes Bild machen.

  • 30.09.2007 - 23:48 Uhr Soulbutcher

    damit wirst die doktorenprüfung sicher schaffen

  • 30.09.2007 - 22:24 Uhr SOE-Kunde

    Zitat:
    Meiner Ansicht nach müsste es wenn überhaupt
    heißen, "dass 99% der
    angesprochenen Zielgruppe sich für das Spiel
    begeistern".
    Denn es ist ohne Belang für die Qualität wenn das Spiel
    Spielern
    außerhalb der Zielgruppe nicht gefällt. Für die ist das
    Spiel ja auch
    nicht gemacht.


    Sorry, aber was soll das sein? Die ultimative Ausrede
    für alle die irgendwelche Wertungen absolut nicht
    nachvollziehen können?

    Sollen die Magazine dann beim Hersteller die
    angestrebte Zielgruppe erfragen und dann anhand dieser
    Information entscheiden, ob nen anspruchsloses
    Combatsystem mit gut oder mit schlecht zu bewerten ist?
    Das ist doch völliger Unsinn. Warum sollte man
    plötzlich diese Unterscheidung bei MMOs nach
    Zielgruppen machen, was man bei keinem anderen Genre
    vorher gemacht hat? Wenn man ein Review zu einem
    Fussballspiel schreibt, dann ist klar, dass es
    Eishockeyfans weniger gut gefällt als Fussballfans.
    Aber wa hat das mit dem Review zu tun?

    Fakt ist, das bis jetzt noch kein MMO vernünftig
    getestet wurde bei Release. Ohne den ganzen Content
    gesehen zu haben, ist das auch schlichtweg unmöglich.
    Es dürfte kaum etwas an dem Problem ändern, wenn man
    plötzlich zielgruppenorientierte Reviews bringt, die
    auf unvollständigen Tests basieren.

    Das eigentliche Problem ist einfach, dass die Magazine
    sich keine Zeit für einen ordentlichen Test nehmen. Das
    ist irgendwo nachvollziehbar, aber dann darf man keinen
    Review schreiben. Jedem sollte klar sein, dass ein
    Review nach nen paar Tagen absolut keine Aussagekraft
    hat - egal für welche Zielgruppe.

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