Julius "Amrac" Kuschke In längst nicht jedem NPC eines MMOGs steckt so viel Liebe zum Detail wie in der hübschen Sarah. Nach dieser Hintergrundgeschichte bin ich jedenfalls äußerst gespannt, wie ihre Geschichte in Tabula Rasa fortgesetzt wird.
Wer sich für Richard Garriotts Tabula Rasa interessiert, der hat sie definitiv bereits auf einem der Artworks oder im Trailer zum Spiel gesehen. Die Rede ist von Sarah Morrison. Was hinter dem hübschen Rotschopf steckt, erfahrt Ihr exklusiv bei uns!
Das tiefe Brummen eines Bane-Shuttles beendete Sarahs kleinen Abstecher in die Vergangenheit. Sie schloss ihre blauen Augen und lauschte. Dem Geräusch nach war das Shuttle noch ziemlich weit entfernt. Das war gut, denn so konnte sie noch ein paar Minuten sitzen bleiben und sich ausruhen. Natürlich war sie schlaflose Nächte und endlose Fußmärsche gewohnt. In ihrer Ausbildung bei den AFS hatte sie gelernt, wie man sich unbemerkt fortbewegt, und darin machte ihr niemand etwas vor. Es ist natürlich nicht ganz einfach, unbemerkt zu bleiben, wenn man mit dem Rest seines Trupps auf einem Transportschiff ankommt. Deshalb reiste sie auf ihren Missionen zumeist allein und suchte sich auf ihre Art Unterschlupf. Ehrlich gesagt war es ihr lieber so. Sie mochte die Leute, mit denen sie zusammen kämpfte, und die anderen mochten sie. Aber sie hatte nie engere Verbindungen gesucht, zumindest nicht seit jener verhängnisvollen Nacht.
Sarah reiste nur mit leichtem Gepäck, wenn sie auf einer Mission unterwegs war. Sie nahm nur das Notwendigste mit, alles andere würde sie schon auf dem Weg finden. Zum Beispiel ihr Abendbrot. Sie verzog das Gesicht, würgte den Rest der Callawurzel hinunter und spülte mit dem wenigen Wasser nach, das ihr noch blieb. Sie würde bald neues benötigen. Manchmal wunderte sie sich, wie widerstandsfähig sie geworden war, seit die ganze Sache angefangen hatte. Wie hatte sie sich früher vor Spinnen geekelt! So etwas geht schnell vorbei, wenn man darauf angewiesen ist, Spinnen zu essen, um zu überleben. Der Krieg änderte alles. Die Person, die sie jetzt war, hatte nichts mehr mit dem Teenager zu tun, den sie nach der Invasion auf einer verbrannten Erde zurückgelassen hatte.
Sie war in der Vorstadt in einer Familie aus der Mittelschicht aufgewachsen. Ihr Vater arbeitete als Ingenieur, ihre Mutter blieb daheim bei den Kindern ... Dann plötzlich starb sie. Rebecca Morrison war die vollkommene Hausfrau gewesen, doch ein Hirntumor nahm Sarah ihre Mutter, als sie zwölf war. Eine Weile hatte sie versucht, in ihre Fußstapfen zu treten, hatte sich um ihre kleinen Brüder und den Haushalt gekümmert. Aber in ihrem Herzen war Sarah eher eine Raubkatze. Sie kletterte lieber auf Bäume und raufte sich mit ihren Brüdern. Die Schürze wollte ihr nicht so recht passen. Als sie auf die High School kam, verbrachte sie immer weniger Zeit zu Hause. Es war für sie zu einer Art Landeplatz geworden, wo sie nach ihren Partys wieder aufschlagen konnte. Und obwohl sie sich mit ihren Brüdern immer noch gut verstand, spannte sich die Beziehung zu ihrem Vater durch schlechter werdende Noten, die Wahl ihrer Freunde und ihr ungezogenes Verhalten immer mehr an.
Sarah und ihr Vater hatten keine Gelegenheit, sich zu versöhnen. Als in der Nacht der Invasion die erste Angriffswelle kam, hielt sie sich mit Fremden auf der untersten Ebene eines Parkhauses versteckt. Währenddessen wurde das Haus ihrer Kindheit eingeäschert, in dem ihr Vater und ihre Brüder in der Falle saßen. Als sie endlich heimkam, war außer Asche und verkohlten Leichen von ihrem bisherigen Leben nichts mehr übrig.
Sarah atmete tief durch und verdrängte die Gedanken an jene grausige Nacht. In den folgenden Wochen waren noch viel mehr Menschen gestorben, als Thrax-Patrouillen die Gegend nach Überlebenden absuchten. Alicia hatte es nicht geschafft. Niemand, den sie kannte, hatte es geschafft. Soweit sie es beurteilen konnte, war ihr bisheriges Leben und die Menschen, die Teil dieses Lebens waren, für immer verloren.
Heute, keine zwei Jahre später, war Sarah Morrison ein Sergeant der AFS und stand kurz davor, einen Bane-Außenposten zu infiltrieren. Ihr Ziel war es, die Bastarde ein Stück weiter zurückzudrängen. Jeder Meter Boden, den sie gutmachte, war ein Schritt gen Zuhause. Jede Bane-Basis, zu deren Eroberung sie beitrug, und jeder Bane, den sie ausschaltete, war ein Schritt in Richtung Freiheit. Sie warf Sand auf die Glut, deren Wärme versiegte, überprüfte ihr Gewehr, hängte es sich um und überprüfte über die Schulter hinweg auch ihr Schwert. "Die Letzten beißen die Hunde", dachte sie. Ein Grinsen breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Ja, sie würde alles daran setzen, dass die Bane die Letzten sein würden.
Nette Geschichte. Obwohl natürlich wieder ein
Elternteil sterben musste ;) In jeder zweiten
Vorgeschichte eines Charakters eines mmoRPG-Spielers
passiert das selbe... also warum sollte dieses eine mal
weniger klischeehaft wirken. Drücken wir mal ein Auge
zu, und freuen uns auf das Spiel. Besonders die
Performance könnte noch ein wenig zulegen.
14.09.2007 - 05:01 Uhr Nestro
Elternteil sterben musste ;) In jeder zweiten
Vorgeschichte eines Charakters eines mmoRPG-Spielers
passiert das selbe... also warum sollte dieses eine mal
weniger klischeehaft wirken. Drücken wir mal ein Auge
zu, und freuen uns auf das Spiel. Besonders die
Performance könnte noch ein wenig zulegen.