Wer sich für Richard Garriotts Tabula Rasa interessiert, der hat sie definitiv bereits auf einem der Artworks oder im Trailer zum Spiel gesehen. Die Rede ist von Sarah Morrison. Was hinter dem hübschen Rotschopf steckt, erfahrt Ihr exklusiv bei uns!
Die Wärme der Glut fühlte sich gut an auf ihrer Haut. Sarah Morrison achtete sorgfältig darauf, dass die heißen Kohlen keine Flammen schlugen, denn alles, was über ein leichtes Glimmen hinausging, würde ihre Position verraten. Sie hatte fast eine ganze Stunde lang gesucht, ehe sie diesen Platz gefunden hatte, und sie würde den Teufel tun, hier wieder abzuziehen, bevor sie bereit war. Nicht, dass Callawurzeln geröstet besser schmeckten als roh, sie waren fast genauso bitter. Es ging ihr mehr um die Wärme. Nachts konnte es ziemlich kalt auf Foreas werden und die Glut gab gerade genug Hitze ab, um die Kälte zu vergessen.
In der Nacht, in der die Bane angriffen, war es auch kalt gewesen. Ein seltsamer Schauder lief über Sarahs kampfgezeichnetes Gesicht, als sie an ihr früheres Leben zurückdachte, das ihr schon wie das Leben

einer anderen erschien. Sie erinnerte sich daran, wie sie es bereut hatte, ihre Lederjacke nicht mitgenommen zu haben, als sie sich in jener Nacht aus dem Haus schlich.
Sie war gerade 19 und wie die meisten 19-jährigen eher darauf aus, Spaß zu haben, als sich an irgendwelche willkürlichen Regeln und Ausgehverbote zu halten. Nur weil sie noch bei ihrem Vater wohnte, während sie die Schule vergeigte, und nur weil sie noch drei jüngere Brüder hatte, die sich an diese Regeln halten mussten, hatte ihr Vater noch lange nicht das Recht, ihr die Freiheit zu nehmen. Und trotzdem tat er es. Er mochte ihre Freunde einfach nicht, dachte sie, und schlüpfte durch das Fenster. Dann schlich sie sich die Hauswand entlang in den Hinterhof. Sie war sehr geschickt darin, sich unbemerkt fortzuschleichen, und darauf war sie damals sehr stolz gewesen.

Sarah und ihr Vater hatten gerade ihren allwöchentlichen Streit über ihren "schlechten Umgang" hinter sich. Nach dem Tod ihrer Mutter hatte ihr Vater die Tradition eines wöchentlichen Filmabends mit der ganzen Familie eingeführt, auf den er großen Wert legte. Eigentlich mochte sie diese Abende und sie war gern mit ihren Brüdern zusammen. Aber sie war jung und die Nacht voller Abenteuer. Außerdem würden ihre Freunde sie für eine Versagerin halten, wenn sie lieber mit ihrer Familie abhing, als mit ihnen auszugehen und die Gegend unsicher zu machen. Also verbarrikadierte sie sich wütend in ihrem Zimmer - ihr wöchentliches Ritual.
Sobald sie hörte, dass nebenan der Film angefangen hatte, war sie draußen. Sie war frei und konnte tun und lassen, was sie wollte. Als sie vom Haus aus nicht mehr zu sehen war, hörte sie auf zu rennen. Sie näherte sich der Ecke, an der Alicia sie abholen würde, und musste lächeln. In der Stadt spielte eine coole Band und es würde ihnen bestimmt gelingen, in den Club zu kommen, ohne Eintritt zahlen zu müssen. Ein kleiner Flirt mit dem Türsteher reichte dafür schon. Sie schaute in den klaren Nachthimmel und meinte, eine Sternschnuppe vorbeifliegen zu sehen. Damals hielt sie das für ein gutes Omen. Aber sie hatte sich getäuscht.
14.09.2007 - 05:01 Uhr Nestro
Elternteil sterben musste ;) In jeder zweiten
Vorgeschichte eines Charakters eines mmoRPG-Spielers
passiert das selbe... also warum sollte dieses eine mal
weniger klischeehaft wirken. Drücken wir mal ein Auge
zu, und freuen uns auf das Spiel. Besonders die
Performance könnte noch ein wenig zulegen.