Wie sieht Fallout 3 in Bewegung aus? Auf der Games Convention präsentierte uns Pete Hines von Bethesda den Anfang des Spiels. Und der sieht verdammt gut aus.
Nach mehreren kleinen Kämpfen erreicht der Gestrandete schließlich die Stadt Megaton, die im Krater einer nicht detonierten Bombe errichtet wurde. Schwere Altschrottplatten öffnen den Zugang zum Inneren, wo die im Vergleich zu Oblivion nochmals ordentlich aufgemotzte Radiant-
AI demonstriert wird. Die Bewohner gehen spazieren, reden miteinander, übereinander, genehmigen sich in der Bar einen Drink oder faseln dummes Zeug. Apropos Bar: Dort trefft ihr auf einen Kerl, der nur als Mr. Burke bekannt ist. Hinweise auf den Verbleib eures Erzeugers hat er nicht, dafür eine lukrative Quest, die ihr - wie alle Missionen im Spiel - auf unterschiedlichen Wegen lösen könnt. Der Sprengkörper im Zentrum der Stadt ist euer Ziel, ein Fernzünder das Werkzeug. Na, klingelt's? Genau, der fiese Kerl möchte den gesamten Ort in die radioaktive Luft jagen und euch anschließend am Tenpenny Tower in Washington DC treffen. Ob ihr annehmt, ablehnt, den Kerl beim Sheriff verpfeift oder ihn erpresst, bleibt euch überlassen. Wer letzteres versucht, sollte übrigens mit den entsprechend hohen rhetorischen Fähigkeiten ausgestattet sein. Andernfalls geht das "gute Zureden" schnell nach hinten los und der Gesprächspartner in die Luft.

Man spielt aus der Ego-Perspektive. Wer mag, kann auch in die 3rd-Person-Ansicht wechseln, die an Resident Evil 4 erinnert.


Aus der bombensicheren Aktion wird leider schnell eine Luftnummer: Der Explosive-Skill reicht nicht aus, um die Ladung anzubringen. Wie gut, dass die Entwickler überall irgendwelchen Müll verstecken, der sich beim näheren Hinsehen als durchaus nützlich erweist. Der Blick in einen ramponierten Briefkasten offenbart zum Beispiel eine Ladung psychotropher Stoffe. Einmal eingepfiffen, freut ihr euch über eine temporäre Erhöhung eurer Charakterwerte. Somit ist es ein Leichtes, Burke seinen Wunsch zu erfüllen und den Sprengkörper mit der Ladung zu versehen. Mission erfüllt? Nicht ganz, der Zielort lautet weiterhin: Tenpenny Tower. Also auf nach Washington - ab in die Kanalisation, eine still gelegte U-Bahn-Station.
Hier kommen zum ersten Mal die Mutanten zum Vorschein. Gewaltige Kolosse, ihre massigen Körper bis in die feinste Hautpore von Muskeln und
Bumpmapping durchzogen, ihre Stimmen dumpf und markerschütternd, die rechte Hand pflegt eine innige Beziehung mit einem wuchtigen Hammer. Apathisch laufen sie auf den Protagonisten zu, grunzen ihre Wut in die stickige Luft und fallen schließlich einem Kopfschuss anheim. Die Zeit verlangsamt, die Kamera heftet sich ans Projektil, ihr Schädel explodiert wie eine Currywurst in der Mikrowelle. Ein blutrotes Schmankerl, auf das deutsche Spieler mit ziemlicher Sicherheit verzichten müssen. Leidenschaftliche Hacker, die schon in Titeln wie Deus Ex lieber subtil zu Werke gingen, dürfen jetzt übrigens ihre Hackerkünste unter Beweis stellen. Im Rahmen eines Minispiels könnt ihr einen Wachroboter in Betrieb nehmen, der nach etlichen Jahren aus seinem postnuklearen Winterschlaf erwacht und verpicht darauf ist, die Mutanten nach ihrem Fahrschein zu fragen. Pech für die Hünen, die Sekunden später in ihrer eigenen Blutlache verenden. Übrigens: Mickrige Gegner, die sich eurem Level anpassen, müsst ihr in Fallout 3 nicht befürchten. Wer sich zu früh in brandheiße Gefilde wagt, sollte also mit dem Schlimmsten rechnen.

In Bewegung sehen die Mutanten noch viel besser aus - versprochen.

Washington DC gleicht einem Schlachtfeld: Es wirkt wie eine bedrückende Symbiose aus Hellgate London, Call of Duty und Mad Max. In den verstrahlten Resten der einstigen Metropole trefft ihr erstmals auf die Brotherhood of Steel. Metallene Freiheitskämpfer in strahlenden Rüstungen, glänzende Ritter der Apokalypse. Mit ihnen schlagt ihr euch schließlich bis zum Turm durch. Bis das Bild erzittert und einen Behemoth zu erkennen gibt. Dieser Kerl ist noch eine Nummer größer als seine kleinen Mutantenbrüder. Seine Schritte gleichen einem Erdbeben, sein Rücken ist mit robusten Metallträgern versetzt, sein Geschrei wutentbrannt. Wenige Minuten und unzählige Granaten später liegt auch dieser Riese kopfüber im Dreck - der Weg zum Zielort ist frei. Auf dem Dach des Gebäudes wartet Mr. Burke bereits sehnsüchtig. Wie er an diesen heiß umkämpften Ort gelangen konnte, spielt jetzt keine Rolle mehr. Von hier oben kann man kilometerweit schauen. Auch Megaton ist als kleiner Punkt am Horizont zu erkennen. Einen Knopfdruck später vergeht das Städtchen in einem gleißend höllischen Inferno, das zügellos und glühend in den staubigen Himmel züngelt.
Quest erfüllt.
22.10.2008 - 15:27 Uhr Kardo
daherkommt. Fallout 1 und 2 waren der Hit.
23.08.2007 - 23:11 Uhr tardan
Als alter Fallout 1 und 2 Spieler brenne ich schon seit
Jahren auf eine Fortsetzung. Was hier zu sehen war ist
einfach nur riesig.