Phil Maurer und Chris Clarke von K2 Network statteten uns einen kleinen Besuch ab, um ihr asiatisches MMOG Sword of the New World: Granado Espada vorzustellen.
Wenn wir die Chance bekommen, einer Entwicklerpräsentation beizuwohnen, lassen wir uns natürlich nicht zweimal bitten und sind ohne zu zögern vor Ort. Umso besser, wenn wir uns dafür nicht einen Meter aus unseren kuscheligen Büroräumen entfernen müssen. Im Rahmen eines kleinen Deutschlandtrips statteten uns Phil Maurer und Chris Clarke von K2 Network einen Besuch ab. Im Gepäck: Viele Visitenkarten, wenig Zeit und eine Version ihres asiatischen MMOGs Sword of the New World: Granado Espada.
Von den letzten Terminen und dem seit Tagen anhaltenden Schlafentzug gezeichnet, schleppen sie die rollengelagerten Reisetaschen in die heiligen Hallen der OnlineWelten-Redaktion. Zwischen einem freundlichen Händedruck und dem üblichen Smalltalk bleibt nicht mal genug Zeit für eine Tasse Kaffee oder eine kleine Erfrischung, das Spiel muss her. Flugs den Laptop ausgepackt und mit einem monströsen 22"-Widescreenmonitor verbunden - die Präsentation kann beginnen.

Die Charaktere wurden mit viel Fantasie und Liebe zum Detail gestaltet.

Kein neumodisches, mit jedem erdenklichen Schnickschnack ausgestattetes Wundergerät, sondern ein betagtes, niedliches, auf einen 14"-Bildschirm beschränktes Notebook schält sich vor unseren Augen aus einer handlichen Tragetasche. Wir hören es schon hier und da rumoren: "Wie will man das Spiel denn auf einer verrosteten Kiste präsentieren, die schon nach dem Altschrott schreit?" Phil und Chris klären uns auf: "Die Performance von Granado Espada ist dermaßen

auf Low End-Systeme ausgelegt, dass man auf jedem halbwegs aktuellen Rechner seinen Spaß haben wird. Wir benutzen momentan übrigens eine Geforce 256 (!)."
Trotz dieses "skandalösen" Geständnisses sieht der Titel alles andere als hässlich aus. Schon im Charakterbildschirm erkennen wir, wie viel Arbeit die Entwickler in die Gestaltung der Figuren gesteckt haben. Avatare, die uns mit Anime-typischen Zügen einen kräftigen japanischen Wind um die Ohren blasen, stecken in barocken Kostümen und Kleidern. Dabei erinnert der mit dezenten Glanzeffekten versehene Grafiklook entfernt an den Online-Evergreen Guild Wars. Netter Nebeneffekt, dem sich auch Community-Manager Daniel Ullrich nicht entziehen kann: Das Dekolleté der weiblichen Magierin bietet einfach zu aufreizende Einblicke.
Da wir echte Kerle sind, lassen wir uns von solchen Nebensächlichkeiten natürlich nicht beirren und richten unsere Blicke wieder auf die wichtigen Dinge - die Wahl der Klassen zum Beispiel. Derer gibt es nämlich gleich fünf. Phil Maurer erklärt: "In Grenado Espada exisitiert für jeden Spielstil die passende Klasse. Kriegerische Naturen stürzen sich ohne zu zögern mit dem Kämpfer ins Getümmel - der teilt ordentlich aus und steckt ebenso viel ein. Auch ein Dieb steht zur Verfügung; die direkte Konfrontation meidet er, dafür geht er schnell und subtil zu Werke."
Die zaubernde Fraktion kommt ebenfalls nicht zu kurz: Der Wizard hat ganz besondere Tricks in petto. Er kann beispielsweise andere Gruppenmitglieder vor feindlichen Angriffen abschirmen oder mit einem teuflischen Fluch zurückschlagen - eine gute Mischung aus offensiven und defensiven Spells also. Dabei sind die Klassen äußerst vielseitig und nicht auf ihre typischen Einsatzgebiete beschränkt. Ein Meuchelmörder, der die Rolle eines Heilers ersetzen kann? Kein Problem.

Nicht selten ist man von Gegnern umzingelt; Granado Espada erinnert teilweise an ein gewisses Singleplayer-Hack&Slay von Blizzard.

Aber genug des Vorspiels, wir wollen endlich etwas sehen. Phil startet mit seiner dreiköpfigen Party in einer altertümlichen Stadt, die dem europäischen Mittelalter entstammen könnte. Als wir ihn darauf ansprechen, erwidert er: "Oh ja, das war eine große Inspirationsquelle für uns; den Einfluss historischer Bauten und Fachwerkhäuser werdet ihr in Granado Espada des Öfteren spüren." Interessanterweise setzt die Architektur einen bemerkenswerten Kontrapunkt zu den japanisch angehauchten Charakteren, die in Verbindung mit den klassischen Kleidern aber hervorragend mit der Umgebung harmonieren.
"Lasst mich euch einen Kampf zeigen.", setzt er fort und teleportiert sich per Konsolenbefehl in einen Dungeon, der von unzähligen aggressiven Gegnern bewacht wird - ein Schelm, wer hier Böses denkt. Wir trauen unseren Augen nicht, als er das Geschmeiß binnen weniger Augenblicke zu Hackfleisch verarbeitet. "Das ist einer der gravierenden Unterschiede zu anderen MMOGs", erklärt Phil "Dort muss alle Jubeljahre mal ein Gegner dran glauben, bei uns liegen in einer Minute bis zu 20 Widersacher mit dem Gesicht auf dem Boden." Fürwahr, angesichts dieses Schauspiels können wir uns den Vergleich mit einem gewissen Hack&Slay-Titel aus dem Hause Blizzard nicht verkneifen.