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Littleton. Erfurt. Emsdetten.

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Mit jeder neuen Tat wird der Ausspruch einiger Politiker immer lauter, dass "Killerspiele" verboten gehören. Darunter Uwe Schünemann (CDU) und Günther Beckstein (CSU), die sich allerdings zumeist mit nicht fundierten Äußerungen an der Diskussion beteiligen. Oftmals sind diese Forderungen die einzige Folge der Taten, denn die Kausalitätskette will kaum ein politischer Sprecher ergründen und tatsächlich langfristig diskutieren. Die Gründe sind vielfältig und mit dem Verbot von Videospielen nicht vom Tisch. In den aktuell meist diskutierten Taten von Littleton, Erfurt und Emsdetten wird immer wieder davon gesprochen, dass die Täter vor allem brutale Spiele gespielt haben. Zumeist haben die Täter auch Counter-Strike gespielt - wobei im Gegensatz zur US-Version die deutsche Verkaufsversion keinen einzigen Bluttropfen beinhaltet - in der Mediendiskussion wird allerdings oft gerade dieses Spiel als sehr brutal geschildert. Im Abendprogramm beim Tatort ist die Gewalt nicht viel anders und die Gier nach Blut für Schlagzeilen unlängst in Deutschland angelangt.

Nach der Tragödie am Erfurter Gutenberg Gymnasium wurden übereilt Forderungen gestellt, um die Jugend vor Gewalt zu schützen. Nachdem wenige Beschlüsse getan und die mediale Berichterstattung abgeschwenkt war, kehrte wieder Ruhe ein. Lösungansätze werden seither nur noch selten auf die Tagesordnung gebracht.

Ein ausschlaggebender Grund kann bei Spielen mit Gewalt als Thema gegeben sein - abgestritten wird dies von kaum jemandem, doch liegen die ausschlaggebenden Einflüsse auf die späteren Täter nicht in den Spielen oder Filmen, sondern abseits. Robert Steinhäuser, der Amokläufer von Erfurt, konnte sich in seine Umwelt nicht einfinden und fiel immer wieder aus der Gesellschaft heraus. Hinzukam, dass mit der Entlassung von der Schule und der damit vergebenen Chance einen Abschluss zu erreichen, die Zukunft für Steinhäuser vergeben schien. Während also die Hintergründe der "School-Shootings" sehr differenziert betrachtet werden müssen, ist es bei einigen Kerngründen sehr ähnlich. Das Einfinden in die Gesellschaft wird erschwert, Mitschüler beleidigen und erniedrigen die Täter, das Elternhaus übt zusätzlichen Leistungsdruck aus und daraus resultieren schwerwiegende Probleme. Die interaktive Welt bietet einen Zufluchtsort, denn die benannten Täter von Littleton, über Erfurt bis Emsdetten waren im Internet und am Computer aktiv. Die Generation Web 2.0 birgt Möglichkeiten der Selbstdarstellung über Blogs oder Videos und das Erschaffen einer eigenen Welt. Ob am Ende jemand die Zeilen oder Werke liest oder sieht scheint unwichtig - vielmehr wird die Person interaktiv "Jemand" und ist kein "Niemand" mehr. Wird die virtuelle Welt störend, kann sie zudem abgestellt werden.

Ein großes Problem hiervon ist, dass die Eltern meist keinen Überblick darüber haben was ihre Kinder in der realen wie virtuellen Welt überhaupt machen. Zunächst fehlt vielen das Verständnis für die neue Technologie und damit das Einfinden in die ganz besondere Welt und einige Eltern haben so viel mit ihren eigenen Problemen zu tun, dass die den Kindern kaum zuhören. Oder hätten sonst die Anzeichen nicht zumindest im Elternhaus auffallen müssen? Für die Zukunft ist es wichtig, dass sowohl die Elternhäuser, als auch die Schulen mehr Verantwortung dafür übernehmen, dass die Kinder und Jugendlichen nicht in einer Welt aufwachsen, die sie verteufeln, sondern sehen, dass sie Chancen ergreifen und vieles erreichen können.

Die Anteilnahme hoher Politiker ist groß, doch oft erinnern die Forderungen stärker an Stammtischparolen, als an klare Lösungsansätze. Vehement wird das Verbot von "Killerspielen" gefordert, als sei dies der Hauptgrund für jegliche jugendliche Verfehlung. Die Abkapselung vereinzelter Jugendlicher, der fehlende Rückhalt in der Gesellschaft und viele weitere Aspekte werden dabei oftmals außer Acht gelassen.

Die Lösungsansätze sind dabei alles andere als einfach, wird aber tatenlos zugesehen und mit dem Verbot von "Killerspielen" die Tat abgehakt - entstehen immer neue Probleme. Die Schulangebote müssen über den Unterricht hinaus angeboten werden, um die Schüler zu beschäftigen und damit auch Erfolgsgefühle zu vermitteln. Der Einzelne muss gestärkt werden, um in der Gruppe bestehen zu können - vor allem das Zusammengehörigkeitsgefühl ist wichtig. Wer mit Freunden über seine Probleme spricht, ist nicht nach innen gekehrt und sieht vielleicht, dass die Welt nicht so düster und dunkel ist, wie sie manchmal scheint.
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Kommentare

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  • 17.07.2007 - 09:05 Uhr h4rl3y

    nur zu schade, dass die meisten wirklich gut
    geschriebenen Artikel von der breiten masse und den
    Oberen nie gelesen werden...

  • 17.06.2007 - 16:51 Uhr Gw zocker

    Ich warauf der Geschwister scholl schule wo der Amok
    passiert ist und mein Freund wurde beschossen deswegen
    soll Guild wars verboten werden Nein is das ein
    KIllerspiel Nein Was soll der mist

  • 27.01.2007 - 15:59 Uhr S-Markt

    Es ist immer gut, wenn sich jemand differenziert mit
    dem Thema beschäftigt. In einem muß ich Dir allerdings
    widersprechen: "Ein ausschlaggebender Grund kann bei
    Spielen mit Gewalt als Thema gegeben sein –
    abgestritten wird dies von kaum jemandem,"
    Diese Behauptung habe ich nie akzeptiert.
    Wenn das so wäre, würde es in anderen Ländern Europas
    auch Amokläufe geben. Allein schon aufgrund der
    statistischen Warscheinlichkeit.
    Ich kann mich aber nicht daran erinnern, davon gelesen
    zu haben.

  • 21.01.2007 - 12:55 Uhr BaAaAm

    Du hast wircklich den Nagel auf den Kopf getroffen.
    Mann kann dir nur ein Lob von meiner family geben
    *freu*. Wir hoffen das ihr weiterhin so gut für uns
    arbeitet. Greetz an GIGA und alles andere
    ohne euch wüßt ich nicht was ich gucken sollte

  • 28.12.2006 - 22:37 Uhr Torsten | Onlinewelten GmbH

    Ich hab dir deine Gedanken geklaut :D

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