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Politik, Presse und Industrie im Fachgespräch

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Die Tat von Emsdetten kommt so langsam aber sicher aus den Medien, vollkommen präsent dagegen zeigt sich aber nach wie vor die Diskussion um Killerspiele. Nicht umsonst haben wir dazu eine eigene Artikelreihe gestartet und berichten heute von einem Fachgespräch, in dem sich Vertreter aus Politik, Presse und Industrie einen regen Informationsaustausch lieferten.

Unter dem Motto "Computerspiele: Was wird hier gespielt?" trafen sich Vertreter der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM), des Bundesverbandes G.A.M.E., der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationsstruktur oder auch der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK). Zwar war der Termin dieses Fachgesprächs bereits lange Zeit vorher geplant, doch durch die aktuelle Situation bekam das Treffen natürlich eine besondere Brisanz.

Der Eingang zum Paul-Löbe-Haus, welches direkt gegenüber dem Kanzleramt und seitlich vom Reichstag zu finden ist.

Nachdem die Teilnehmer platz nahmen, leitete Grietje Behring (MdB) die Diskussion ein. Sie stellte noch mal klar, dass diese von den Grünen organisierte Diskussionsrunde nicht auf Grund der Tat von Emsdetten geplant wurde, sondern bereits Wochen vorher. Gewaltprobleme seien daher nicht Sinn der Diskussion, wurden im
Verlauf der Diskussion jedoch immer wieder angeschnitten. Die eigentliche Intension war die Förderung von Computerspielen. Was kann man tun? Woran muss gearbeitet werden? Dass Computerspiele auch für Lernerfolge sorgen und durchaus fördernd für die Entwicklung eines Kindes bzw. Jugendlichen sind, war in der Runde bestens bekannt. Aber auch das im Musikgeschäft viel zitierte Sprichwort "Sex sells" wurde auf die Computerspiele bezogen und kurzerhand in "Blood sells" verwandelt.

Erster Sprecher nach der Einleitung war Kai Gehring (MdB), welcher das Verbot von Killerspielen nicht als Ziel führend ausgab. Eher sollte man sich Gedanken über die Integration von sozial Alleingelassenen machen und die Medienkompetenz für Eltern und Kinder fördern. Gute Spiele braucht das Land und gute Spiele müssen an die ältere Generation herangeführt werden. Das Informationsgefälle der Generationen sei deutlich zu groß und nur wenige wissen, dass die Videospielindustrie mittlerweile mehr Umsatz macht, als die Kinoindustrie.

Das Fachgespräch war unter dem Motto "Computerspiele: Was wird hier gespielt?" angesetzt.

Professor Dr. Winfrid Kaminski, Leiter des Instituts für Medienpädagogik und -forschung an der Fachhochschule Köln, brachte den meiner Meinung nach besten Vortrag des Tages und erklärte, dass Betroffenheit kein Ratgeber sein kann. Denn diese Betroffenheit führe zu kurzen und unüberlegten Handlungen bzw. Forderungen. Nachdem Herr Kaminski bereits die Woche zuvor bei den Kollegen von GIGA war und sich über das Thema bestens informiert hatte, kritisierte er auch das Vorgehen der Politiker. So könne man als Blinder nicht von Farben erzählen. Auch über die mittlerweile bekannte Sendung Hart aber fair äußerte sich Professor Dr. Kaminski mit großen Bedenken. Ihm falle nichts mehr ein, wenn eine Ministerin überhaupt keine Ahnung von Computerspielen habe und sich anhand von ein paar Ausschnitten für ein Verbot stark mache. Als Beispiel dafür, dass solch eine zusammen geschnittene Reportage jeglicher Richtigkeit und Fairness gegenüber der Spieleindustrie entbehrt, nahm er des Deutschen liebsten Sport: So könne man nicht einem vollkommen Fremden nur die schlimmsten Fouls einer Fußball-Partie zeigen und sagen: "Das ist Fußball". Weitere sehr gute Beispiele waren die in der Öffentlichkeit so gelobten Filme rund um den Herr der Ringe oder Harry Potter. Auch dort gibt es durchaus schlimme und harte Szenen - dennoch schrecken die Eltern nicht zurück, solche Filme ihren Kindern zu zeigen. Um sich ein richtiges Urteil bilden zu können, müsse man die Spiele auch selbst spielen und begreifen um was es genau geht und nicht fünf Minuten über die Schulter eines Spielers gucken. Die Gesellschaft mache es sich zu leicht die Jugend unter Verdacht zu stellen. In diesem Zusammenhang lobte Professor Dr. Kaminski auch die Arbeit der USK, welche durch die letzten Vorkommnisse verstärkt unter Beschuss geriet. Abschließend wurde das Engagement der Jugendlichen gelobt, welches sich beispielsweise beim Organisieren einer LAN-Party zeige. Man würde dadurch Kompetenzen und organisatorische Talente fördern.
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  • 20.02.2007 - 14:57 Uhr murrad

    muuuuhhh - das haut die stärkste kuh um

  • 20.02.2007 - 14:56 Uhr juhuuu

    hurrray

  • 07.01.2007 - 01:40 Uhr Balduran

    Ich kann Tina nur recht geben. Die momentane Hexenjagd
    erinnert mich schwer an den Sündenbock im Alten
    Testament. Weil man die wahre Ursache des Problems
    nicht beim Namen nennen kann(Es würde unmengen Geld
    kosten),
    werden die ja offensichtlich als Vorbild für
    Gewalttaten dienende Ego-Shooter vorgeschoben. Ich kann
    mich noch lebhaft an eine Reportage des
    Nachrichtenmagazins Monitor in den Neunzigern erinnern.
    Damals war es der satanskultfördernde, bitterböse
    Heavy Metal der unsere arme Jugend zu Massenmördern
    machen sollte. Auch zu dieser Zeit glänzten unsere
    Medien durch extrem sauber recherchierte Berichte
    (IRONIE ;-)).
    Ich stelle mal eine These auf: Zieht den Menschen
    weniger Geld aus den Taschen liebe
    Regierungsmitglieder, dann kann sich wenigstens ein
    Elternteil um die verwahrlosten Kinder kümmern.
    Gebt der Jugend Perspektiven und schafft dieses
    unmenschliche, auf Selektion begründete Schulsystem ab.
    Schenkt euren Kindern mehr Aufmerksamkeit und
    Zuneigung, interessiert euch für ihre Probleme liebe
    Eltern. Zeigt den Jugendlichen wirkliche Werte wie
    Freundschaft, Ehrlichkeit, Mitgefühl und Respekt vor
    dem Anderen, liebe Werbemacher (Geiz ist nämlich nicht
    geil sondern abartig lieber Saturn) und dann kann man
    sich das Verbot von Ego Shootern sparen. Komisch das
    sich bei den Amokläufern alles auf die Shooter
    konzentriert hat. Das in den meisten Fällen ein
    desolates Elternhaus, Einsamkeit, extremer
    Leistungsdruck, emotionale Kälte des Umfelds und vor
    allem der Zugang zu realen Waffen gegeben war, scheint
    niemanden wirklich zu interessieren.
    Ich glaube der Amokläufer spielt Egoshooter um seine
    Aggressionen, die unsere Ellenbogengesellschaft
    verursacht hat, abzureagieren(was ihm leider nicht
    gelingt) und nicht der Ego-Shooter-Spieler wird zum
    Amokläufer.

  • 27.12.2006 - 08:43 Uhr Tina

    Ich muss Naitsirihc zustimmen.

    Die Kinder die so ausrasten, sehnen sich wahrscheinlich
    nach mehr Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit, die ihnen
    zuhause fehlt.
    Das Problem liegt nicht bei den Computer-Spielen,
    vielmehr liegt es daran, dass die Eltern sich immer
    weniger um ihre Kinder und deren Probleme kümmern.

  • 23.12.2006 - 11:09 Uhr Mick

    Sehr guter Artikel, wenn auch etwas einseitig, da
    diejenigen, die "Killer Games" verbieten wollen, wohl
    nicht anwesend waren und nicht zu Wort kamen. Somit
    schön und nett, aber wenig nützlich ;)

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