Am vergangenen Mittwoch lud Konami Vertreter der europäischen Presse nach Berlin ein, um die Veröffentlichung von Metal Gear Solid 3: Snake Eater am folgenden Tage gebührend zu feiern. Natürlich waren auch wir für euch vor Ort, um uns ein Bild vom Spiel zu machen und selbstverständlich auch, um Hideo Kojima persönlich zu treffen.
Zunächst war für 17:00 Uhr eine Pressekonferenz mit vorherigem Empfang im edlen Hotel Adlon am Brandenburger Tor geplant. Da an diesem Tag der russische Verteidigungsminister in der Stadt war, waren nicht nur zahlreiche Kreuzungen gesperrt, damit der Konvoi passieren kann, sondern auch der Gehsteig vor dem Hotel. Dennoch konnten wir nach einem kurzen Dialog mit der Polizei ungehindert passieren und das Adlon schließlich betreten. Schon in der Lobby war ein Hinweisschild auf die Pressekonferenz aufgestellt worden, so dass die Räumlichkeiten schnell zu finden waren. Bereits auf dem Weg zum Palaissaal 2 wurde uns offenbart, warum das Hotel mit fünf Sternen ausgezeichnet ist. An Luxus ist das Adlon kaum noch zu übertreffen. Doch waren wir nicht zum Studium des Luxus gekommen, sondern um mehr über Metal Gear Solid 3 zu erfahren. Am Empfang standen zwei nette junge Damen im MGS-Outfit, die uns nett begrüßten und über den weiteren Ablauf des Tages informierten. Zunächst gab es einen kleinen Empfang mit Getränken der gesamten Produktpalette, doch in den Gesichtern der Gäste war deutlich zu sehen, dass sie gespannt auf die Pressekonferenz waren. Um 18:00 Uhr war es dann so weit und die Türen zum Palaissaal wurden geöffnet und wir konnten eintreten.
In der ersten Reihe waren noch Plätze frei, die wir uns natürlich schnell sicherten. Nach einer kurzen Ansprache wurde auch schon Hideo Kojima vorgestellt und nahm unter tosendem Beifall am Rednertisch platz. Kojima sprach am Anfang im Allgemeinen über die Metal Gear Solid Reihe. Es sei eine Trilogie, die nun vorbei sei. Als er dann zu den Details über den dritten Teil übergehen wollte, wurde über den Beamer eine Folie mit einer großen Vier auf die Leinwand projiziert. Schnell war dem Publikum klar, dass dies die Bestätigung eines vierten Teiles war. Dieser soll unabhängig von den ersten drei Teilen sein und vermutlich vor diesen spielen. Unklar ist dabei noch, ob es sich zu einer zweiten Reihe entwickeln wird oder das tatsächliche Ende der Serie bedeuten wird. Zumindest ist sicher, dass wir mindestens noch einen Metal Gear Solid Teil vor uns haben. Als neuer Produzent wird Ken-ichiro Imaizumi fungieren, der ebenfalls nach Berlin gereist war, um sich der Presse vorzustellen. Für Begeisterung sorgte er damit, dass er das Publikum auf deutsch begrüßte und sich anschließend, ebenfalls auf deutsch, kurz vorstellte.
Bekanntgegeben wurde, dass der vierte Teil für eine Next-Generation-Konsole, vermutlich für die PlayStation 3, erscheinen wird. Bei der Entwicklung soll besonders viel Wert auf das intuitive Gameplay gelegt werden. Nach dem kurzen Einblick in die Zukunft, sprach Kojima wieder über die Gegenwart. Er lobte das Team der Programmierer, da es wie eine Familie zusammenstünde und mit
Herzblut an der Umsetzung arbeitet. Er freut sich schon jetzt auf die zukünftige Arbeit mit dem Team. Den Zusammenhalt veranschaulichte er mit einem kurzen Privatvideo während eines Ausfluges in einen Dschungel, in welchem die Programmierer und Designer die Natur in der Realität erkundeten und auch Aufnahmen für die Soundeffekte machten. Einblick in die Entwicklung gewährte er auch mit einem Video, welches mit der MGS-2 Engine erstellt wurde, um zu testen, welche Möglichkeiten diese zur Darstellung von Dschungellandschaften hat.
Über die exklusiven Spielelemente für Europa verriet Kojima auch noch einiges. So kann man sich das Gesicht in den Landesfarben anmalen lassen, um so zum Beispiel als Spanier oder Deutscher durch den Urwald zu laufen. Ebenfalls möglich ist das Anschauen von Cut-Scenes im Demo-Theater, so dass man Schlüsselszenen nach Lust und Laune erneut betrachten kann. Der Duel-Mode ist sicherlich die beste Neuerung in der europäischen Version. Es ist möglich gegen die unterschiedlichsten Gegner oder Gegnergruppen und diversen Modifikationen anzutreten. Entweder im üblichen Kampf oder mit bestimmten Zielen wie dem ersten Angriff oder nur mit bestimmten Waffen, so dass dieser Modus gleichzeitig eine Art Trainingsfunktion hat. Kojima sprach noch über zahlreiche weitere Spielelemente wie die Beherrschung des Katanas (japanisches Kampfschwert) für die man bestimmte Fähigkeiten erlernen muss, um es einsetzen zu können.
Im Anschluss an die Pressekonferenz konnte man noch Fotos von Hideo Kojima und den weiteren Programmierern machen, sowie sich seine Version des Spieles oder eine Zeitschrift unterschreiben lassen. Schnell bildete sich eine Menschentraube um den Rednertisch. Am Ausgang gab es dann noch ein Pressekit mit allen notwendigen Informationen zu dem Spiel und im Foyer wurden kleine Snacks und Getränke gereicht. Um 19:00 Uhr sollten dann am Brandenburger Tor die Busse abfahren, um die Gäste zum Teufelsberg und damit zur Launch Party zu bringen. Schon am frühen Morgen waren wir am Teufelsberg gewesen, um uns bei Tageslicht einen Eindruck von der Location zu verschaffen. Bereits an der Zubringerstraße war kein Durchkommen mehr, da die Fahrzeuge der Lieferanten den Berg nicht hochkamen, weil die Straße spiegelglatt war.
Im Gespräch mit den Arbeitern kam oft zum Ausdruck, dass es wohl zu Verzögerungen oder zur Absage der Party kommen werde, wenn nicht bald ein Räumdienst kommen würde. Als wir am Brandenburger Tor in den Bus stiegen, der an Komfort nicht mehr zu übertreffen war, hatten wir diese Worte noch im Hinterkopf und waren gespannt, wie die Gäste auf den Teufelsberg gebracht werden sollten und ob der Aufbau rechtzeitig fertig sei. Nach einer kurzen Fahrt waren wir dann an der Location angekommen. Die gesamte Anlage war in ein dunkles Blau gehüllt und schon von Weitem zu erkennen. An der Zubringerstraße dann die Überraschung, denn anscheinend war ein Räumdienst beauftragt worden, da die Straße eis- und schneefrei war. So konnte selbst der Reisebus die steile Strecke ohne Probleme nach oben fahren.
Die Location war auf den Etagen in unterschiedliche Bereiche eingeteilt worden. Im unteren Bereich war die Garderobe, darüber die Chill-Out-Area und das Buffet, darauf folgend die VIP-Lounge, die Dschungel-Location, die Historic-Lounge und im obersten Bereich die Möglichkeit zum Testen des Spiels. Beim Buffet wurde ganze Arbeit geleistet, denn passend für die Herkunft der Programmierer, gab es asiatische Spezialitäten. Darunter Sushi, Schrimps, Garnelen, Wasabi, Sojasprossen und noch vieles mehr. Dementsprechend groß war der Ansturm, als das Buffet eröffnet wurde. Anschließend haben wir der Chill-Out-Area, in der ein Dj für Stimmung sorgte, einen Besuch abgestattet. Leider war es in diesem Bereich recht kalt, so dass sich nur wenige Gäste hier aufhielten. So begaben wir uns in die oberste Etage und spielten zunächst Metal Gear Solid 3 und waren auf Anhieb von dem Spiel begeistert. Der passende Test wird übrigens nicht mehr lange auf sich warten lassen. Da die Zeit wie im Fluge verging, landeten wir erst am Ende in der Dschungel-Lounge und genossen dort einige Dosen RedBull, bevor wir uns auf den Weg machen mussten. Schließlich lagen noch 350 Kilometer Autobahnstrecke vor uns und das bei Schnee und Eis. Zusammenfassend kann man sagen, dass sich Konami mit diesem Event selbst übertroffen hat. Die Veröffentlichung eines Top-Titels kann man kaum besser zelebrieren und daher danken wir allen Beteiligten an dieser Stelle für die gute Arbeit und freuen uns schon jetzt auf den vierten Teil von Metal Gear Solid und dessen Releaseparty.