Der Kinosommer hat gerade erst begonnen und mit „Ab durch die Hecke“ steht ein Animationsfilm schon jetzt ganz weit oben in der Hitliste.
Auf der Erde leben ungefähr 6,4 Milliarden Menschen, aber wenn man bedenkt wie viele Tiere hier beheimatet sind, ist das nur eine verschwindend kleine Zahl. Wer den meisten Wohnraum in Anspruch nimmt, dürfte wohl klar sein und das lassen sich eine Hand voll Tiere nicht mehr länger gefallen, denn sie wissen was hinter der großen langen Hecke lauert. Es ist ein Schlaraffenland, denn wo der Mensch lebt, gibt es eine Menge zu Essen. So ziehen Hammy, Verne und Kumpanen los, um sich so richtig den Bauch voll zuschlagen. Dreamworks Animation feierte schon mit "Shrek" und "Madagascar" wahnsinnige Kinoerfolge und mit "Ab durch die Hecke" lauert schon der nächste Streich auf den Kinobesucher im Sommer 2006. Klar, dass da ein Videospiel nicht fehlen darf. Die Umsetzung dazu kommt, wie so oft, von Acitivison. Bleibt nur noch die Frage: Vertrocknetes Gestrüpp oder prachtvolle Hecke?
In einem anderen Test wurde bereits die Konsolenvariante von "Ab durch die Hecke" unter die Lupe genommen, doch der Ableger auf dem Nintendo DS unterscheidet sich von den anderen Spielen zum Kinohit. Es ist fast ein zweiter Teil, der hier spielbar gemacht wird. Umso besser, dass die Entwickler in einem eindrucksvollen Video zu Beginn die Hintergrundgeschichte schnell erzählen, so dass auch ein Neuling des Animationsfilms weiß, was gleich auf ihn zukommen wird. Wieder geht es darum, so viele Lebensmittel wie möglich aus der Welt der Menschen zu stehlen und dabei deren Fallen in Form von Alarmanlagen oder bösen Haustieren zu umgehen. Doch viel grausamer als all dies ist: Gladys Sharp! Die penible Vorsitzende der Hausbesitzer der Siedlung will keine Wildtiere in ihrem Bereich haben und schon gar nicht, wenn sie Unordnung und Chaos mit sich bringen.
Wie kommt man bloß an diesem Hund vorbei? Die Vogelperspektive auf dem Touchscreen hilft Lösungen zu finden.
Zu allen Ungunsten will Sharp auch noch das traute Heim der charismatischen Wildtiere ein für allemal dem Erdboden gleichmachen. Um dies zu verhindern und natürlich eine Menge Lebensmittel zu ergaunern, ziehen die Wildtiere in einen entscheidenden Kampf. Ob Hammy das durchgeknallte Eichhörnchen,
der gerissene Waschbär Richie oder die ängstliche Schildkröte Verne - alle Charaktere verfügen auf dem Nintendo DS über spezielle Fähigkeiten und so werden sie immer wieder getauscht, so dass der Spieler immer neu überlegen muss, wie er mit jeder Figur am besten den Kampf bestreitet.
Dann und wann darf auch mit zwei Charakteren gleichzeitig gespielt werden, denn so kann Richie den guten Verne in seinem Panzer weit genug werfen, dass unerreichbare Ziele doch erreichbar werden. Wie aus dem Spiel Madagascar bekannt, welches ebenfalls von Activision vertrieben wurde, kann zwischen den verfügbaren Charakteren mit einem Druck auf das Touchpad getauscht werden. Wer einen Abschnitt erfolgreich gemeistert hat, darf ihn sogar nochmals mit einem anderen Charakter spielen, wobei die Motivation allerdings nicht ganz so groß sein dürfte. Sehr viel spaßiger ist, dass die Entwickler den Humor des Filmes übernommen haben.
So rülpst Hammy zwar nicht das Alphabet, dafür tanzen die drei Protagonisten aber herzlich zur Musik, die in den Häusern auf ihrer Diebestour laufen oder schauen sich an, was gerade im Fernsehen läuft. Nur Richie ist ein wenig zu ernst, dass er sich gänzlich gehen lässt, wenn die virtuelle Unterhaltung lockt. Der Umfang ist mit den unterschiedlichen Aufgaben und den riesengroßen Anwesen erstklassig gelungen und es bedarf schon viel Geschick, wenn man alle Häuser komplett abgrasen will, damit das Spiel tatsächlich zu 100 Prozent durchgespielt ist. Ob Nahrungsmittel oder Hilfsmittel zur Verteidigung, die Palette von nicht niet- und nagelfesten Gegenständen ist lang. Und wenn Richie mal wieder ein Schloss knackt, muss der Spieler auch seine grauen Zellen anstrengen. Ansonsten brilliert der Titel vor allem durch viele Einlagen aus dem Bereich Jump and Run, die auch älteren Spielern Spaß machen. Bei den Geschicklichkeitseinlagen muss man dafür Abstriche machen, denn es ist ein Spiel für Kinder und Jugendliche. Große Herausforderungen warten daher nicht auf alte Semester.
Ob alleine oder im Duo, die unterschiedlichen Fähigkeiten der Wildtiere sind gefragt, wenn man beim Diebstahl erfolgreich sein möchte.
Positiv ist in jedem Fall die Art mit der sich der Spieler durch die Level bewegen muss. Ausgeknockt wird kein Gegner, es muss mit allen anderen Mitteln gekämpft werden, damit niemand die flinken Wildtiere entdeckt. Hier wird auch das Micro des Nintendo DS verwendet, wer es aktiviert und reinpustet, kann so Haustiere ablenken oder mit dem Stylus anvisieren und mit Gegenständen bewerfen. So ist der Weg in das Haus schneller frei als gedacht und mit stinkendem Schweizerkäse oder Harzerroller werden dann auch die fiesesten Menschen außer Gefecht gesetzt. Dass es hier auf viel Geschick ankommt, zeigt auch die Perspektive aus der der Spieler das Geschehen verfolgt. Zunächst oben aus der dritten Person und unten dann noch einmal aus der Vogelperspektive. Es wirkt, als säße der Spieler in einem Überwachungsraum und so gut ist auch die Übersicht, die nicht verloren geht.
Die Bedienung aus Kombination mit den Steuerungstasten und dem Stylus ist sehr einfach gelungen. Ein Klick hier und einer dort und schon ist der Spieler wieder einen Schritt weiter. Auch Einsteiger werden hier ohne Frust ihren Einstieg finden. Die Grafik überzeugt nicht auf ganzer Linie, muss sich aber ebenso wenig verstecken wie der Spielspaß. Die Level sind weitläufig gestaltet und die Charaktere sind ein optisches Highlight im Spiel. Hinzukommen erstklassige Filmsequenzen, die den Spielverlauf aufwerten. Akustisch wird Einiges geboten, die Musik passt sich der Situation an und wirkt selten deplaziert. Die Soundeffekte und Sprachausgabe können ebenso überzeugen und wirken zum guten Gesamtbild bei. Im Mehrspielerbereich bietet das Spiel wenig, lediglich "Capture the Food" lädt zwei Spieler dazu ein mit einer Karte des Spiels in einem Labyrinth auf die Suche nach Essen zu gehen. Wer im Zeitlimit am meisten sammelt, der hat gewonnen.