Viele erwarten vielleicht ein Add-On zu dem Onlinerollenspiel Guild Wars, doch neue Charaktere, neue Welten, neue Story und vieles mehr sorgen sogar für ein komplett neues Spiel!
Nach dem einschlagenden Erfolg von Guild Wars war es eigentlich schon klar, dass man es dabei nicht belassen durfte. Das beeindruckende
Rollenspiel überzeugte tausende von Fans, die alle danach lechzten endlich ein
Add-On in Händen zu halten. Nun kamen die Mannen vom Entwicklerteam ArenaNet dem Wunsch der Community nach und zauberten mit Guild Wars: Factions eine Erweiterung.
Dabei handelt es sich um ein eigenständig laufendes Spiel, das auch für Neulinge kein Problem darstellt und eher als Nachfolger bezeichnet werden sollte. Bekannt aus Guild Wars, ist das Spiel gleich geblieben. Menschliche Mitspieler lassen sich an zentralen Punkten antreffen, wie Städten, Missionsorten oder anderen kleinen Sammelpunkten auf der ganzen Karte. Außerhalb dieser Punkte, an denen man handelt, Aufträge und
Quest annimmt oder einfach nur eine Pause einlegt, kann man sich völlig allein durch die unerforschten Gebiete bewegen und durch die einzelnen Gebiete kämpfen. Natürlich muss man nicht alleine bleiben, denn es steht dem Spieler frei ob er es auf eigene Faust versucht oder sich innerhalb der Stadt einer größeren Gruppe von bis zu acht Spielern anschließt und mit diesen zusammen gegen die Feinde vorgeht.

Malerische Landschaften zeichnen Guild Wars - Factions aus.

Derjenige, der mit Guild Wars: Factions seine Guild Wars-Karriere erst beginnt, verbringt die erste Zeit auf Shing Jea eine Art Insel, die dem Spieler das Geschehen und das Spielsystem in einem netten Tutorial näher bringt. Der Kauz, der den Spieler hierbei mit seinen Gehilfen in das Spiel einweiht heißt Togo. Die besondere Aufgabe des Meisters ist es hierbei den Spieler in seine gewählte Charakterklasse einzuweisen. Neben den bereits bekannten Krieger, Waldläufer, Mönch, Nekromant, Mesmer und Elementarmagier kommen in Guild Wars Factions nun die Assassine und die Ritualisten hinzu. Erstere sind die Meister der Dolchkampfkunst und berüchtigt für ihren schnellen Nahkampf. Letztere sind dunkle Priester, die sich durch Geisterbeschwörung zu verteidigen wissen und auch Helden wiederbeleben können. Wie man seinen Charakter von Level zu Level auf verschiedenste Weise aufwerten kann, dürfte jedem alteingesessenen Guild Wars-Spieler bereits mehr als bekannt sein. Hierbei verteilt man die erlangten Attributpunkte, die natürlich bei jedem Charakter verschieden sind, je nach Belieben auf einzelne Fähigkeiten. Diese Attributpunkte lassen sich in Städten jederzeit ändern und auf bevorstehende Missionen hin optimieren. Weiterhin erhalten bleiben selbstverständlich auch die verschiedenen Fertigkeiten, die ebenfalls eine große Menge an neuen Möglichkeiten bieten um die Gegner zu besiegen. Hat man sich dann durch zahlreiche Kämpfe,
Quest und andere Missionen geschlagen und einen ordentliches Vermögen angesammelt, so begibt man sich am

besten zum nächsten Kaufmann. Dort kann man dann alles erwerben, was da Herz eines Krieger, Waldläufer oder Ritualisten begehrt. Doch sollte man sich nicht allzu sehr darauf verlassen, dass gute Rüstungen und starke Waffen, für die man viel ausgegeben hat, auch gleichzeitig über jeden Gegner erhaben sind. Denn in Guild Wars kommt es ganz im Gegensatz zu anderen MMORPGs nicht so sehr auf die mitgeführten Items an.
"MMORPG alleine? - Vergiss es", wie Lukas Podolski sagen würde, gilt natürlich auch für Guild Wars. Merken wird man nämlich ziemlich schnell, dass das Spiel eigentlich nichts für Anfänger ist und man schon vorher einmal Guild Wars gespielt haben sollte um mit den anderen Charakteren mitzuhalten. Im Verlaufe des Spiels wird man so irgendwann einsehen, dass man, wie schon im "normalen" Guild Wars, gegen die Vielzahl der fiesen Kreaturen alleine keine Chance hat.
Man schließt sich also am Besten einer
Gilde an oder versucht die Missionen wenigstens mit anderen Spielern, auch wenn sie nicht in der eigenen
Gilde sind, zu bestreiten. Angekommen bei den Gilden und damit bei dem größten Feature, welches das Spiel von anderen unterscheidet und es erst zu Guild Wars macht, muss man natürlich auch diesmal auf diesen Inhalt des Spiels eingehen. Das Nützlichste an einer
Gilde ist natürlich, dass man immer einen Partner findet, der hilft eine Missionen oder ein
Quest zu erfüllen. Besonders hilfreich ist hierbei der Chat bzw. Teamspeak, der es erleichtert, strategisch und taktisch klug gegen eine Gruppe von umherlaufenden Ungeheuern vorzugehen. Auch besitzt ein jeder, der sich angeschlossen hat, wieder einen Umhang, der farblich und symboltechnisch zur Gründung der
Gilde vom Gildenanführer kreiert wurde. Bekannt ist bei dem Features, die den Mitgliedern einer
Gilde zur Verfügung stehen, ebenfalls, dass man gegen ein nettes Sümmchen Platin eine ganze Insel kaufen kann, die als Gildenhalle und somit als Sammelpunkt für die ganze
Gilde dient und bei Bedarf sogar gegen Feinde verteidigt werden muss. Neu in Factions ist allerdings, dass man nun auch über den Tellerrand der
Gilde hinausschauen kann und mit anderen Gilden eine riesige Allianz bilden kann.
Befasst man sich nun näher mit der Story, so wird nach kurzer Zeit eine Entscheidung fallen müssen. Zur Auswahl stehen dem Spieler zwei verschiedene Parteien, zum einen die Kurzicks und zum anderen die Luxon. Zwei Völker, die sich seit geraumer Zeit im Krieg befinden. Die Kurzicks trifft man meist in den Wäldern, die anderen hingegen in einem versteinerten Meer, in dem sie Edelsteine abbauen. Die Entscheidung, für welches der beiden Völker man sich letztendlich entscheidet, ist für den Spielverlauf alles andere als unwichtig. Entscheidet man sich für die Kurzicks bereist man ganz andere Orte, als die Mitglieder der Luxon. In verschiedensten Missionen wird der Kampf zwischen den beiden Fraktionen ausgetragen und bietet viel Spannung und einen mitreißenden Tiefgang.

Die Kämpfe sind dank toller Zaubereffekte immer noch die Schönsten im MMO-Land.

So umfassend die Story auch klingt und so umfassend die Story auch ist, sie hat irgendwann ein Ende. Ein Ende der Story ist in Guild Wars: Factions jedoch nicht gleichbedeutend mit dem Ende des Spiels. Guild Wars: Factions enthält nämlich nebenbei auch noch einen echten Mehrspielermodus, besser bekannt als PvP-Modus. Hier geht es dann Charakter gegen Charakter, Mensch gegen Mensch, Leidenschaft gegen Leidenschaft. Verschiedenste Wettbewerbe stehen den zahllosen Fans hierbei zur Verfügung, die es in kleinen Teams zu gewinnen gilt. Möglich ist es hierbei sowohl mit der
Gilde oder Allianz, als auch mit irgendwelchen dahergelaufenen anderen Zockern gegen andere Teams anzutreten. Natürlich gilt wieder die alte Fehde, Luxon gegen Kurzick. Turniere sollten außerdem für Gilden einen besonderen Anreiz bieten, da sie den Zusammenhalt und die Teamfähigkeit der Gruppe gegenüber anderen Vereinigungen zeigen können. Natürlich gibt es immer wieder den ein oder anderen, der schlicht und ergreifend einfach keinen Bock auf die zeitaufwendige Story hat, sondern sich einfach nur im PvP-Modus gegen andere menschliche Gegner beweisen will. Natürlich lässt Guild Wars: Factions auch diese Option offen.
Die technische Gestaltung des Spiels hat sich im Großen und Ganzen im Vergleich zu Guild Wars nicht verändert hat. Die Animationen der Figuren sind weiterhin gut gelungen, die Charaktere bewegen sich flüssig über den Bildschirm und Tanzeinlagen sorgen immer wieder für willkommene Abwechselung. Auch der Sound hat sich nicht groß verändert und lässt wie im "normalen" Guild Wars keine Kritik zu.