Einfach mal die Welt um sich vergessen, in ein Actionspiel eintauchen und dort das Schwert schwingen. Diesem an sich banalen, aber durchaus reizvollen Motto folgt das jüngste Projekt von Mode 7. Das hört auf den Namen Determinance.
Man liest und hört es immer wieder: Actionspiele von heute müssen nicht nur spektakuläre Grafik mit möglichst aufwändigen Effekten bieten. Zudem sollen sie bitte noch eine tiefgreifende Story mit intensiver Atmosphäre transportieren. Immerhin schreiben wir mittlerweile das Jahr 2008 und die Zeiten der 08/15-Titel sind schon lange vorbei. So zumindest wollen es nicht wenige Magazine ihren Lesern immer wieder weismachen. Ok, wenn ein Spiel solche Kriterien erfüllt, ist das definitiv großartig. Doch warum sollte man einfach gestrickte Titel aus diesem Grund nur noch mit der Kneifzange anfassen? Oft genug hat die Vergangenheit gezeigt, dass auch Simpelspielchen Spaß machen können - Determinance tut das nicht.

Es kommt zum Kampf; dank der Maussteuerung aber auch bald zum Krampf.
Auge in AugeJa, diese etwas langatmige Einführung musste an dieser Stelle sein. Warum? Weil man jedem Spiel eine faire Chance geben sollte. In Zeiten, in denen Genre-Highlights mit Produktionskosten im zweistelligen Millionenbereich aufwarten, haben es Teams wie
Mode 7 sicherlich nicht einfach. Dennoch hat das im Kern gerade mal aus vier Leuten bestehende "Studio" sich an ein interessantes Projekt gewagt, das auf den Namen Determinance hört. Und tatsächlich klingt in der Theorie alles sehr erfrischend. Man schlüpft in die Rolle eines mächtigen Kriegers und stellt sich in dynamisch inszenierten Duellen seinem Widersacher. Anstatt einfach durch die Arena zu laufen, schwingen sich die Kämpfer in die Lüfte, um sich ihre Waffen quasi im

schwebenden Zustand um die Ohren zu hauen. Apropos Waffen: Das Arsenal ist reichhaltig bestückt und bietet von eleganten Schwertern bis hin zu mächtigen Äxten oder sogar Dolchen viele verschiedene Geräte. Insgesamt 40 Kriegswerkzeuge dieser Art stehen zur Verfügung, auch wenn sich deren Auswirkung auf das Spielgeschehen arg in Grenzen hält.
Der besondere Clou kommt aber erst noch: Anstatt die Charaktere - wie von vielen anderen Actiontiteln gewohnt - per Knopfdruck zum Schlag ausholen zu lassen, setzt
Mode 7 auf ein prinzipiell interessantes Prinzip. Um mit seiner Waffe zu schwingen, muss man die Maus in die entsprechende Richtung bewegen. Je schneller die Bewegung, desto heftiger haut der Polygonkrieger auf dem Monitor zu. Ähnlich wie bei der Wii soll auf diese Weise ein höheres Maß an Interaktivität erzeugt und der Spieler stärker ins Kampfgeschehen einbezogen werden.

Szenen wie diese stehen auf der Tagesordnung: Ereignislose Flüge über detailarme Landschaften.
Stumpfe Schwerter und kaputte MäuseDoch gute Absichten haben oftmals eines gemeinsam: Es scheitert an der Ausführung. Selbst mit viel Übung und einer Engelsgeduld verkommt das Kampfgeschehen immer wieder zum Glücksspiel. Die Bewegungserkennung hat ständig mit Aussetzern zu kämpfen, so dass der eigentlich vertikal ausgeführte Schwerthieb nicht korrekt oder nicht selten sogar überhaupt nicht auf den Charakter übertragen wird. Die logische Konsequenz: Mit wildem und planlosem Mausgefuchtel kommt man sehr viel weiter als mit wohlüberlegter Taktik. In Kombination mit dem im Grunde ebenfalls interessanten Aspekt des Schwebens ergeben sich völlig wirre Kämpfe, die bar jeder Strategie und Taktik daherkommen. Schade, denn die Idee dahinter ist nicht verkehrt.
Was Determinance den Todesstoß verpasst, ist die lieblose Ausgestaltung des "Drumherums". Zwar kämpfen sich Solospieler durch mehrere Abschnitte, doch eine interessante Story oder gar hübsche Zwischensequenzen, um die Verkettung von ewig gleichen Duellen zumindest atmosphärisch aufzubohren, gibt es nicht. Zudem sind nahezu alle Kampfschauplätze viel zu groß geraten, so dass man seine Widersacher zunächst suchen muss, ehe das eigentliche Duell beginnt. Das macht sich vor allem in den Multiplayer-Partien unangenehm bemerkbar. Bis zu acht Teilnehmer dürfen sich via Netzwerk oder Internet die Rübe einhauen. Wenn man wirklich mal das Glück hat, eine Partie mit mehr als drei Spielern zu finden, artet das Kampfgeschehen immer wieder in planlos wirkendes Gemetzel aus.
Wenn das alles wenigstens einigermaßen hübsch aussehen würde - tut es aber nicht.
Polygon- und detailarme Figuren bewegen sich recht ungelenk durch die ebenfalls hässlichen Arenen und lassen Erinnerung an die 90er-Jahre aufkommen. Auch die Soundkulisse trägt nicht gerade zur Verbesserung der Stimmung bei. Die Effekte sind zwar ganz nett, aber insgesamt wird viel zu wenig geboten. Klar, von einem solch kleinen Team kann man keine Wunderdinge erwarten. Dennoch darf man die reinen Fakten nicht verleugnen, die sich da auf dem Monitor präsentieren.