Mit Lords of Everquest will Sony in den Bereich der Echtzeitstrategietitel einsteigen und Blizzard vom Thron stoßen. Interessant ist, dass Blizzard zur gleichen Zeit versucht in der Welt der Online-Rollenspiele Fuß zu fassen. Offen bleibt die Frage, wer von beiden erfolgreicher an den Start gehen wird. Ob Sony seine Erfahrung im Online-Sektor auf Lords of Everquest übertragen konnte, könnt Ihr hier lesen.
Das dunkle ArtefaktDie Vorherrschaft von Blizzard ist allgegenwärtig und so kommen immer weniger innovative Titel auf den Markt, da der Erfolg durch den enormen Qualitätsdruck oft ausbleibt. Sony dagegen hat die besten Vorraussetzungen, um als neuer Stern am Echtzeitstrategiehimmel zu erstrahlen. Hat man das Spiel erfolgreich installiert darf man sich sofort auf eine Zeitreise begeben, die den Spieler nicht nur in die Everquest-Welt, sondern ganze 10000 Jahre vor den Beginn der vorherigen Titel der Reihe bringt. Kaum sind die Spuren des Krieges der Götter verschwunden, kursieren in dunklen Kreisen Gerüchte, dass es ein Artefakt geben soll, welches auf den Finder göttliche Kräfte überträgt. Doch gerät das Artefakt in die Hände der dunklen Diener von Rallos Zek, so wird die Welt einmal mehr in ein tiefes Dunkel gehüllt. So streben drei mächtige Fraktionen das eine Ziel an. Das Artefakt zu finden und für ihre Ziele zu nutzen.
Das Reich der SchattenDas Reich der Schatten hat als erstes davon erfahren und seine dunklen Diener ausgesendet, um mit der Hilfe von Rallos Zek, dem Gott des Krieges, das dunkle Reich zu alter Stärke zurückzuführen und mit blutigem Schwert die Welt zu regieren. Um dieses Ziel zu erreichen haben sie sich die Dunkelelfen schon einmal mit den schrecklichsten Kreaturen wie Trollen und Oggern verbündet und den Vertrag mit Blut besiegelt. Unter der Führung des schwarzen Fürsten Neriak will man nun zu alter Stärke zurückkehren und nicht nur über die Welt herrschen, sondern die Gegner für alle Mal von der Bildfläche verschwinden lassen.
Die Elddar AllianzDie Elddar Allianz wurde durch Entbehrungen, Hungersnöte und Brandschatzungen gepeinigt und so schlossen sich die Koada´Dal Elfen unter Führung des jungen Prinzen Baleion mit den Halblingen und Froschloks zusammen, um ihr heiligstes, den Elddar-Walt zu verteidigen. Zwar konnte man für kurze Zeit die Gegner mit geballter Stärke zurücktreiben und vorübergehend für Frieden sorgen, jedoch ist die Ruhe nur vorübergehend und der Beginn eines neue Angriffs der Feinde nur eine Frage der Zeit.
Die Brüderschaft der DämmerungDas Bündnis der Menschen, Zwerge und Barbaren wird als letztes gebildet. Erst nach einem verheerenden Angriff realisiert man, dass es sich nicht um die üblichen Machtspielereien, sondern um den Krieg handelt, der die Zukunft des gesamten Universums beeinflussen wird. Und so gab man sich den Namen Brüderschaft der Dämmerung und versucht ebenfalls seine Ziele durchzusetzen. Zwar versucht man wie die Elddar Allianz die dunkle Herrschaft des Schattenreiches zu verhindern, dennoch sind die alten Anfeindungen zwischen der Brüderschaft der Dämmerung und der Elddar Allianz noch so groß, dass man sich auch gegenseitig bekämpft und kein gemeinsames Bündnis gegen das Böse eingeht.

Die Bedeutung des Kriegsfürsten
Zwar sind Ähnlichkeiten mit der Geschichte von „Der Herr der Ringe“ nicht von der Hand zuweisen, dennoch wird man spätestens beim Spielstart die deutlichen Unterschiede in der tatsächlichen Handlung erkennen. Da es das Everquest-Universum bereits als Online-Rollenspiel gibt, hat Sony es sich nicht nehmen lassen in gewissen Zügen eben dieses auch im Spiel durchblicken zu lassen, um frühere Fans genau so wie Fans der Warcraft-Reihe anzusprechen. Insgesamt kommt es bei dem Spiel auf die Mischung dieser ganzen Elemente an, so steht der Aufbau einer Basis und die Eroberung feindlicher Stellungen im Vordergrund, wird jedoch dadurch spannend, da die Einheiten nicht immer gleich sind, denn jede Einheit kann ihre Fähigkeiten ausbauen, so dass eine neue Einheit einer erfahrenen deutlich unterlegen ist.
Der Spieler wird es zu schätzen wissen, dass Erfahrung ein Vorteil ist, wenn er plötzlich einer enorm großen gegnerischen Armee gegenübertritt. Gut gelungen ist Sony dabei auch die Lösung, dass man einige Einheiten in andere Missionen mitnehmen kann, so kann sich der Spiele wahre Kriegsfürsten heranzüchten, die zu unschlagbaren Kriegsmaschinen werden. Zwar erscheinen drei Völker auf den ersten Blick sehr wenig, dennoch reichen sie im Spielverlauf vollkommen aus, da sie so unterschiedlich sind, wie sie nur sein könnten. Nicht nur verschiedene Gebäude und Einheiten, sondern auch spezielle Fähigkeiten zeichnen die drei Völker aus. In erster Linie ist für jedes Volk der Fürst von großer Bedeutung, denn dieser verfügt über spezielle Fähigkeiten, die er auf Einheiten übertragen kann. Interessant ist dabei, dass auch der Fürst sich in jedem Spiel wieder unterscheidet, da er immer wieder andere Fähigkeiten lernt und in verschiedenen Stärken weitergeben kann. Vor allem die Kampferfahrung ist dabei von großem Nutzen.
Die Beschaffung von Platin
Die Beschaffung des Platins zur Bezahlung der Truppen und Gebäude ist von Volk zu Volk anders. So hat die Elddar Allianz spezielle Sammlerbienen, die das Platin sammeln und die Ernte später an einem speziellen Vorposten abgeben. Die Brüderschaft der Dämmerung dagegen schickt die Zwerge in die Minen, um so an das wertvolle Platin zu gelangen. Das Schattenreich hat seelenlose Maschinen, die automatisch das Platin aufsammeln und ins Lager bringen.
Massenschlachten als Manko
Im Kampfgeschehen kommt es darauf an, dass man sich nicht nur auf Angriffsstarke Truppen fixiert, sondern auch Spezialkräfte ausbildet. So können zwar einige Einheiten in wenigen Minuten ganze Armeen vernichten, dagegen aber Häuser nur unzureichend schädigen. Aus diesem Grund sollte man also immer darauf achten, dass man auch schwere Artillerie mit in den Kampf schickt, die als Nachhut folgen und die schwere Arbeit übernehmen, denn sonst kann man schnell sein blaues Wunder erleben, wenn das generische Volk in wenigen Minuten in alter Stärke aufersteht. Deutlich wird bei den Einheiten jedoch, dass man bei Sony noch keine Erfahrung in Kämpfen mit dutzenden Einheiten hat. So erscheinen einige Truppen kriegsmüde zu sein, da sie selbst wenn sie direkt neben einem Gegner stehen, diesen nicht angreifen. Deutlich schlimmer ist es, wenn die Einheiten die Feinde selbst dann noch verfolgen, wenn diese in die Flucht geschlagen wurden und zurück ins gegnerische Lager kehren. Dem Spieler stehen in Lords of Everquest für jedes Volk knapp ein dutzend Gebäude zur Verfügung, die unter anderem dazu dienen, um Einheiten auszubilden oder diese mit speziellen Fähigkeiten auszurüsten. Nervig wird es mit der Zeit nur, dass fast jedes Gebäude nur zur Herstellung einer bestimmten Einheit gedacht ist. Ein wenig Abwechslung wäre mit Sicherheit passend gewesen.
In Punkto Multiplayer sind die Erwartungen für den Ableger der Online-Rollenspiel Reihe Everquest natürlich dementsprechend hoch. Das war wahrscheinlich auch Sony bewusst, denn man hat für die Netzwerk- und Internet-Partien satte fünf Modi entwickelt. Anzumerken ist übrigens, dass auch das Online-Spiel kostenlos ist und nicht wie das Online-Rollenspiel dutzende Euro verschlingt. Der erste Modus mit dem Namen „Last man Standing“ ist nicht mehr als eine Art Deathmatch in der derjenige siegt, der mit seinem Volk als letztes die Spielwelt beherrscht. Etwas makaber klingt der Modus „Bloody Harvest“, denn das Ziel ist es in einem bestimmten Zeitabschnitt so viele Gegner wie nur irgendwie möglich zu töten. In Anlehnung an diesen Modus gibt es noch einen weiteren in dem man eine festgelegte Anzahl von Feinden in einem bestimmten Zeitabschnitt erledigen muss. Eher langweilig ist der Modus „Platinrausch“ in dem derjenige gewinnt, der am meisten Platin erwirtschaft hat. Interessant ist der Modus „Lord of Levels“, denn hier gewinnt der Spieler, der seinen Fürst in einer festgelegten Zeit am höchsten entwickeln konnte.