Egosoft schickt mit X2 einen weiteren Kandidaten ins Rennen um den Platz des besten Weltraum-Action-Spiels. Schon der erste Teil bestach durch die Mischung aus Handelssimulation und Actionspiel. Wie sich X2 spielt, ob sich der Kauf lohnt und ob es auch weiterhin in einem Atemzug mit Hauptkonkurrent Freelancer genannt werden darf, haben wir für euch getestet.
Der Held des Spiels ist Julian Gardna. Mit seinem Kumpel Bret versucht er sich als Raumschiffdieb und wird geschnappt. Fünf Monate später wird er aus dem Gefängnis entlassen. Der Geheimdienstoffizier Ban Danner hat für ihn ein gutes Wort eingelegt, denn er benötigt seine Hilfe auf der Suche nach Julians verschollenem Vater. So bekommt er ein kleines Schiff und wird auf die Galaxie losgelassen. Doch plötzlich wird es ernst: Die bösartigen Khaak überfallen die Sektoren der Argonen und es liegt an Julian, zusammen mit seinem Freund Bret, Ban Danner und Saya Koh, die Galaxie zu retten.
Handeln, kämpfen, bauen, denken… Wie im ersten Teil hat der Spieler auch in X2 wieder nahezu uneingeschränkte Handlungs- und Bewegungsfreiheit. Im Gegensatz zu Freelancer stehen ihm auch schon zu Beginn des Spiels alle Wege offen und er kann das komplette Universum von Anfang an bereisen. Es ist ihm überlassen, ob er die Story weiterführt, oder zwischendurch erst etwas Geld verdient. Teilweise ist es auch erforderlich, erst etwas zu Handeln, um neue Schiffe und Ausrüstung zu kaufen, die für den weiteren Verlauf der Story notwendig sind.
Wie die Teladi schon sagten: Profit ist alles! Und das gilt im gesamten X-Universum. Man bekommt so gut wie nichts geschenkt und muss

sich jeden Credit mit harter Arbeit und noch mehr Fleiß selber verdienen. So verbringt man die ersten 20-30 Spielstunden damit Geld zu scheffeln. Dafür stehen einem viele Möglichkeiten offen. Entweder, man betätigt sich als Kaufmann und spart sich Credit um Credit vom Mund ab, bis man sich eine oder gar mehrere eigene Fabriken kaufen kann, oder man schlägt beispielsweise den weniger legalen Werdegang des Piraten ein. Egal, wie man seinen Lebensunterhalt finanzieren will, das Geld steckt man in neue Schiffe und Ausrüstung wie neue Waffen, Raketen, Fracht- oder Mineralienscanner, Computererweiterungen und so weiter, damit man im Kampf gegen die Khaak überleben kann.
Damit wären wir beim nächsten Hauptaspekt des Spiels, das Kämpfen. Früher oder
später wird der Spieler in einen Kampf verwickelt werden. Sei es gegen die Khaak, gegen die man am Anfang keine Chance hat, oder nur gegen ein Piratenschiff, das sich die Fracht unter den Nagel reißen will. Daher solltet man nach und nach sein Schiff verbessern. Denn eins ist klar, irgendwann kann man einem Konflikt nicht mehr aus dem Wege gehen.
So schaut’s aus
Grafisch hat sich einiges getan. Zwar erkennt man auf den ersten Blick, dass es sich hierbei um ein Spiel aus dem X-Universum handeln muss, doch durch Bumpmapping erhalten die größtenteils neu entworfenen Stationen und Schiffe den letzten Schliff. Geschlampt wurde hingegen bei den Zwischensequenzen. Die Figuren bewegen sich steif und unnatürlich. Außerdem passen die Mundbewegungen alles andere als synchron zur Vertonung. Gute Arbeit hat Egosoft allerdings beim Sound geleistet. Explosionen und Phaserfeuer klingen realistischer den je. Auch der Soundtrack ist wieder sehr gut gelungen. Um einige neue Stücke erweitert und auch ein paar aus dem ersten Teil übernehmend passt er sich dem Spielgeschehen wunderbar an. Je nach Situation ändern sich die Stücke, was die Atmosphäre verstärkt und Spannung aufbaut.
Leider gibt es einige Bugs und Probleme, die teilweise schon vor dem Spielen dem Spieler gehörig die Laune verderben können. Zum Beispiel der fehlerhafte Kopierschutz: Obwohl man eine Original-CD besitzt und auch den CD-Key korrekt eingibt, möchte der PC nicht so, wie der Spieler es will. So kann sich die Installation schon mal ziemlich in die Länge ziehen. Hat man diese kritische Phase überwunden und wägt sich schon in Sicherheit, kommt das nächste Problem. Nach Tagen, in denen der Kopierschutz-Test problemlos von statten ging, wird die CD von jetzt auf gleich plötzlich nicht mehr erkannt. Schwach, Egosoft! Auch im Spiel gibt es ein paar Probleme: Gescriptete Ereignisse laufen falsch ab. Auch das hat vorher mehrere Male geklappt, doch nun will das Spiel nicht mehr und zwingt den Spieler, seinen 3 Stunden alten Speicherstand wieder auszugraben und quasi neu zu beginnen. Das gibt Abzüge in der B-Note und verärgerte Spieler, die prompt im Egosoft-Supportforum Amok laufen. Apropos Support: Auch hier könnte Egosoft etwas zulegen. Im Supportforum ist man meistens auf sich und die Hilfe anderer Spieler gestellt.