Der DVD-Raum, nahezu unendliche Speicherweiten. Wir schreiben das Jahr 2008; dies sind die Abenteuer des Raumschiffs OnlineWelten, das mit seiner hochtalentierten, aber unterbezahlten Besatzung unterwegs ist, um neue Spielewelten zu erforschen. Viele Lichtjahre vom Spielspaß entfernt, dringt es dabei in Gameplay-Durststrecken vor, die noch nie ein Mensch zuvor überlebt hat.
Computer-Logbuch Nr. 5 von Offizier Brown
Sternzeit: Jeden Donnerstag am Kiosk
Captain Neubert hat mir einen neuen Forschungsauftrag zugeteilt. Ein mit Star Trek: Conquest betitelter Massenspeicher soll auf seinen Spielspaß hin untersucht werden. Mit unserer Wii-Konsole sollte das schnell zu bewerkstelligen sein, daher nahm ich sofort den Turbolift ins Labor. Allerdings entpuppte sich die Untersuchung als recht knifflig. Denn wie ich feststellen musste, sträubte sich das Testmuster ein wenig und wollte die auf der Packung versprochene Spannung mit taktischen Elementen und kniffligen Raumschiffschlachten nicht freigeben. Die mehr als trockene Einleitung in die Zeit der "Next Generation"-Serie war bereits so abschreckend, dass unser Spielspaß-Tricorder von Anfang an nur niedrige Werte messen konnte. Keine Story, keine pompöse Raumschiff-Show, nur ein paar absurd trockene Einwürfe über einen totalen Kriegszustand zwischen allen großen Rassen des Star Trek-Universums und kleine Weltraumszenen, deren unterlegte Musik treffsicher von James

Horners Star Trek II-OST abgeschrieben wurde, aber keine Akzente zu setzten vermag.

Die Raumschlachten können auch von der CPU simuliert werden.
Mit sanft plätschernder Hintergrundbeschallung darf man sich nun über Menüs zu den beiden Spielmodi hangeln, die letztendlich gleich aussehen. Egal ob in der Kampagne oder im schnellen Spiel - alles beginnt mit der Auswahl einer Partei aus der Next-Generation-Ära. Neben der Föderation der Planeten sind Cardassianer, Romulaner, die Klingonen, die Breen und sogar das Dominion vertreten, wobei jede Gruppe ihre eigenen Stärken und Schwächen hat. So kosten die wenig wendigen Föderation-Raumschiffe vergleichsweise viel, bieten aber auch die besten Schilde. Bei anderen Parteien wie z.B. den Romulanern stehen dafür die Waffensysteme im Vordergrund. Einmal für eine Partei entschieden, findet man sich und seine drei zur Verfügung stehenden Flotten-Kapitäne auf einer schematischen Sternenkarte wieder, auf der diverse Sternensysteme über Pfade miteinander verbunden werden. Auf dem Heimatplaneten ausgesetzt, ist es nun das Ziel, so viele Sternsysteme wie möglich einzunehmen, in deren Orbit Raumschiffswerften, Minenkolonien oder Forschungstationen zu installieren und sich feindlichen Übernahmen zu widersetzen.
Was sich auf dem Bildschirm abspielt, erinnert allerdings mehr an ein Brettspiel als an eine interaktive Aufgabe, was vor allem daran liegt, dass die Wiimote für kaum mehr als zum Bewegen des Cursors zum Einsatz kommt. In Sachen Präsentation sind sogar einige Fußball-Manager-Games einfallsreicher, denn mehr als ein paar tabellarisch aufgeführte Statistiken, die sich zwischen den eher simplen 3D-Modellen der Raumschiffe und fuzzeligen Charakter-Fotos herausfischen lassen, ist nicht zu finden. So beschränken sich die taktischen Aktionen darauf, Verteidigungsposten zu errichten und in wissenschaftlichen Anlagen nach Geheimwaffen wie zum Beispiel dem Genesis-Projektil oder einem Wurmloch-Generator zu forschen. Ansonsten schickt ihr eure Flotten von einem Planeten zum anderen und versucht das gesamte Universum in einem noblen Feldzug zu unterjochen. So hat sich Gene Roddenberry bestimmt jedes Star Trek-Spiel gewünscht....