Einige Monate ist es her, da strandeten die Sims das erste Mal auf einer einsamen Insel. Vorerst begann das Abenteuer aber nur auf Konsole und Handheld. Mittlerweile sind die charismatischen Sims ein weiteres Mal zu einer Schiffsreise aufgebrochen. Und schon wieder gestrandet. Auf dem PC.
Die Geschichte von Robinson Crusoe ist eine der bekanntesten überhaupt. Eine der zahlreichen modernen Adaptionen der erfolgreichen Handlung war Cast Away. In dem Kinofilm strandete Tom Hanks auf einer einsamen Insel und kämpfte von da an um das nackte Überleben. Nachdem eure Sims im vergangenen Herbst schon einmal zu einer Schiffreise aufbrachen, um dann auf einer unbewohnten Südseeinsel zu stranden, wiederholt sich ihr Schicksal in diesen Tagen.
Schließlich hatte Electronic Arts ganz und gar vergessen, das neueste Abenteuer auch für den PC zu veröffentlichen. Vergessen? Wohl eher kühle Berechnung. Die Vorgänger der "Sims-Geschichten" konnten weder mit Anspruch, noch mit Spannung begeistern. Mehr und mehr verkamen sie zum ungeliebten Stiefkind der Fangemeinde. Zu wenig Interaktionsmöglichkeiten, die Vielfalt einer Monokultur und nur wenige Neuerungen sprachen seit der ersten Geschichte eindeutig gegen den Kauf. Einzig und allein die Optimierung für Notebooks lockte minimal und ließ das Spiel am Ende doch noch ein wenig im Glanz schimmern. Für mehr als einen Lichtstrahl reicht aber selbst die Laptop-Optimierung nicht aus. Ob sich das unter Palmen mit Kokosnüssen und zwei neuen Geschichten ändern kann?

Schnell leben sich eure Schützlinge auf der Insel ein und ein teilweise spannendes Inselleben nimmt seinen Lauf.

Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön. Es könnte so herrlich auf dem Luxusdampfer sein, der selbst der Queen Mary 2

Konkurrenz machen würde. Allerdings wird aus der luxuriösen Single-Reise in der Südsee herzlich wenig. In bester Titanic-Manier kriegt das Schiff Schlagseite und sinkt nach einigen Stunden für immer auf den tiefen Meersgrund. Mit mehr Glück als Verstand kann sich eine junge Journalistin an das nahe liegende Ufer einer Insel retten. Von nun an seid ihr am Zug und kümmert euch um die junge Dame, die zunächst auf sich allein gestellt ist.Glücklicherweise ist das Eiland der Traum eines jeden Einsiedlers. Riesengroße Palmen mit Dutzenden Kokosnüssen, eine Vielzahl an essbaren Fischen im blau schimmernden Wasser und keine arglistigen Tiere, die einen als Mahlzeit ansehen.. Und das alles in direkter Strandnähe.Viel Zeit, um die wunderschöne Umgebung zu mustern, bleibt aber nicht. Der Magen knurrt. Ein Bett muss her. Und wie soll der Fisch gar werden, wenn es noch kein Feuer gibt? Schnell habt ihr die ersten Aufgaben auf dem Zettel zu stehen. Die Bedienung der einzelnen Funktionen ist kinderleicht, mit wenigen "Klicks" verteilt ihr die Anweisungen und euer Sims wird tüchtig. Hier haben die Entwickler darauf geachtet, dass euch am Laptop nicht die Finger beim vielen Manövrieren mit dem Cursor abfallen. Greift ihr auf die herkömmliche Bedienung mit Tastatur und Maus zurück, wirkt die Steuerung teils aber viel zu einfach.
Aus einer angeschwemmten Markise und einigen kleineren Palmenstämmen bastelt sich euer Sims einen Unterschlupf. Das provisorische Quartier ist flink eingerichtet. Fehlt nur noch eins: Gesellschaft! Ohne die vielen Unterhaltungen und Romanzen würde den Sims sonst auch einiges fehlen. Schließlich stehen das Miteinander und die Liebeleien im Zentrum der ganzen Simulationsreihe.Zunächst ist nur eine Steinskulptur als Ansprechpartner vorhanden. Die will aber nicht so recht antworten. Und wer weiß, was für eine Gottheit sich am Ende in diesem Relikt der Ur-Bewohner versteckt? Umso besser, dass ihr mit der Zeit nicht nur auf Steinskulpturen, Affen und andere Inseltiere trefft, sondern auch auf weitere Überlebende. Spätestens dann verändern sich eure Primär- und Sekundärziele wie bei einer 180-Grad-Drehung der Sichtweise. Das Sammeln von Holz tritt in den Hintergrund und die Nahrung reicht wohl auch noch ein paar Tage. Der Sim verliebt sich und hat rote Augen. Vom Sterne-beobachten, einfach nur reden, bis hin zum Schwimmen-gehen - von nun an treten andere Aktivitäten in den Mittelpunkt. Das bringt gerade zur Halbzeit noch mal neuen Schwung in die Handlung. Ansonsten hätten Eintönigkeit und Wiederholungen die Insel allzu rasch überschwemmt.

Sogar Affen begrüßen die Sims und bringen Trubel in die Südsee. Insgesamt halten sich die Überraschungen aber in Grenzen.

Die Südsee scheint keine Abwechslung zu bieten. Andernfalls hätten sich die Entwickler wohl kaum dafür entschieden, dass jeder Quadratmeter so aussieht wie der andere. Die immer gleichen Texturen lassen den Strand vielleicht noch ganz schick aussehen, aber bei den dunkelgrünen Graslandflächen wird es dann endgültig zu eintönig. Oder strandet man auf einem Fußballplatz? Wenigstens das Wasser ist ein schicker Farbtupfer und leuchtet hellblau auf dem Bildschirm. Zusammen mit den sehr detailliert gestalteten "Gestrandeten" sorgt das doch noch für einen halbwegs runden Gesamteindruck. Wünschenswert wäre es aber, dass nicht nur die Sims mit zerfetzten Kleidern und einer Vielzahl kleiner Details erstrahlen, sondern auch die Umwelt. Etwas mehr als zwei Bananenstauden, drei Palmenarten und ein paar Steine hätten das Spiel stimmungsvoller wirken lassen.