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20
Hype it!
Release: keine Angabe
Status: keine Angabe
Plattformen: PC
Publisher: keine Angabe
Entwickler: keine Angabe
Genre: Simulation
Off. Seite: keine Angabe
Fansite: keine Angabe

King of the Langeweile

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16
Hype it!
Nein. Ein dickes fettes Nein. Das schon mal vorweg. An diesem Spiel gibt es nicht viel, was man schönreden kann. Ich versuche es mir nicht anmerken zu lassen, aber ich bin sauer auf die Entwickler. So eine unverhohlene Kopie des Vorgängers macht mich regelrecht rasend. Man ist es ja gewohnt, dass in Fortsetzungen - gerade in sportlichen Serien - kaum etwas im Vergleich zum Vorgänger verändert wird, aber was SCS Software mit 18 Wheels of Steel: American Long Haul leistet, ist sehr dreist.

Meine ersten Erfahrungen mit der Brummi-"Simulation" sammelte ich mit 18 WoS: Convoy aus dem Jahre 2005. Toll, dachte ich mir, da kann man mit einem Truck durch die gesamten USA cruisen. Tiefe Canyons bewundern, die endlose Weite der Prärie genießen oder einfach nur endlos gen Horizont bollern. Hier mal eine Ladung aufgenommen, da abgeliefert, hier den Truck getunt, da mal nachgetankt. Gut, die Steuerung mit Tastatur war hakelig, die Texturen der Landschaften, Häuser und Bäume verbesserungswürdig, die Spieltiefe überschaubar. Doch in ein paar Jahren sieht das Ganze bestimmt ganz anders aus. Dann kann 18 WoS die Lücke zwischen dem ProTrain, Rail Simulator und Co, dem Ship Simulator und dem Flugsimulator von Microsoft schließen.

Gebt ihr zu viel Gas, baut sich der "Gesucht-Balken" auf. Läuft euch dann ein Cop über den Weg kann es ziemlich teuer werden.

Von wegen! 2008 geht's immer noch darum, verschiedenste Güter von A nach B zu befördern. Ohne Höhen und Tiefen. Der Schwierigkeitsgrad ist faktisch immer der gleiche. Die Canyons immer noch eckig und matsch-braun. Die Straße ein grau-schwarzes Wischi-Waschi. Die funkelnden Chromeffekte und die glänzende Metalliclackierung der LKW mögen ja gut gemeint sein, der Bling-Bling kann aber dennoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass selbst in der höchsten Auflösung die motorengetriebenen Ungetüme wie massige Pixelhaufen aussehen. Von einer realen Fahrphysik wurde ebenfalls großzügig abgesehen. Donnert ihr etwa in einem voll beladenen 40-Tonner mit 100 Sachen durch New York, sind auch 90-Grad-Biegen kein Problem. Der Laster schmeißt sich elegant in die Kurve, ohne an Bodenhaftung zu verlieren oder in eine allzu bedrohliche Seitenlage zu geraten.
Apropos Städte. Die USA scheinen an akutem Bewohnerschwund zu leiden. In den Häuserschluchten herrscht gespenstische Leere, nicht ein einziger Passant wird euren Weg kreuzen. Selbst im Big Apple sind zur Rush Hour noch nicht einmal Straßen gut gefüllt. Vorsehen solltet ihr euch trotzdem. Die Kollegen Verkehrsteilnehmer agieren nicht unbedingt so, wie man es von hiesigen Autofahrern kennt: Da wird schon mal von der linken Spur nach rechts abgebogen. Vor der Kreuzung wird generell auf den letzten Drücker gebremst, sodass das eigene Vehikel oft nicht mehr vor dem Ende der vorausfahrenden Stoßstange zum Halten kommt. Das schönste Erlebnis wird aber sein, wenn ihr an der letzten Kreuzung einer 90-Tausend-Dollar-Lieferung von Miami nach Los Angeles von einem Pickup übersehen und gerammt werdet. Dieser Spaß kostet euch mal eben 3000 Taler.

Die Schadenanzeige macht's möglich. Jede Schramme am Hänger kostet bei der Endabrechnung des Lieferauftrags Bares. Ein weiteres Diagramm bescheinigt euch, wie sorgsam ihr mit dem Truck umgeht. Die roten Balken haben allerdings keinen Einfluss auf das Fahrverhalten. Ein laut Anzeige völlig demolierter Anhänger lässt sich immer noch so bereitwillig ziehen wie ein makelloses Modell. Auch die herbeigesehnte Explosion eines Feuerkörpertransports bei dessen augenscheinlicher Zerstörung blieb aus. Von optischen Auswirkungen eines Crashs am Fahrzeug scheinen die Jungs von SCS ebenfalls noch nie etwas gehört zu haben.

Der nette Kollege im roten Truck hat seinen Trailer nicht ordnungsgemäß angekoppelt und rammt euch. Ein schöner Bug, der euch mal eben ein paar hundert Piepen kostet.

Eine Hand voll Kameraperspektiven - mit deren Hilfe müsst ihr die 18-Wheeler manövrieren. Und ich kann euch sagen, dass ihr eure Probleme dabei haben werdet, einzuparken, ohne das Heck annähernd sehen zu können. Eine vertikale Vogelperspektive soll Abhilfe schaffen, doch leider verschwindet das hintere Drittel des Trailers außerhalb des Bildschirms. Die Außenkamera lässt sich marginal kalibrieren und gibt nicht mehr Überblick nach hinten preis. Beim Rückwärtsfahren mit gar doppelten Anhängern kann euch nur noch Fortuna beistehen. Halbwegs solide ist lediglich das Cockpit gestaltet. Alle Nadeln in den Armaturen bewegen sich freudig im Takt eures Fahrstils. Mit der Maus könnt ihr euch sogar in der Fahrerkabine ein wenig umsehen. Daraufhin stellt ihr fest, dass die Außenspiegel nur Attrappe sind. "Echte" Außenspiegel müsst ihr eigenartigerweise in einem Extra-Fenster öffnen.

Seid ihr zu lange ohne Pause unterwegs erscheint dieser Bildschirm. Er beschreibt auch gleichzeitig den geistigen Zustand beim dem Spieler, der sich mehr als zehn Minuten mit 18 WoS befasst.

So richtig Freude am Fahren will bei mir, als großer Freund der Logistik-Simulationen á la Train Simulator, nicht aufkommen. Der Funke springt einfach nicht über. Das Feeling, "on the road" zu sein, frei zu sein, Country-Musik im Ohr zu haben - eben diese Truckerromantik - wurde nicht in einem Stück eingefangen. Die kurvigen Straßen vermitteln eher das Gefühl, auf einer Rennstrecke zu fahren. Die "Natur" rauscht an euch vorbei, weil ihr meist nicht die Zeit habt, die Augen auf Reisen zu schicken - auch wenn es eh nicht viel zu entdecken gibt. Die spärlichen und absolut lächerlichen Funksprüche eurer Fernfahrerkompagnons tun ihr Übriges. Die Aufgaben sind, wie bereits erwähnt, oberlangweilig. Die unterschiedlichen Frachten wirken sich zwar auf das Beschleunigungsvermögen und die Höchstgeschwindigkeit eurer Zugmaschine aus, bieten aber sonst keine Abwechslung.
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