Peter Schmidt Bunt, actiongeladen, verrückt. Spielbergs Videospiel-Debüt kann sich durchaus sehen lassen und der große Name ist wohl nicht nur eine clevere PR-Masche. Wo Spielberg draufsteht, ist auch Spielberg drin. Ein geniales Meisterwerk, wie ihr es vom Regie-Messias aus Film und Fernsehen kennt, dürft ihr aber nicht erwarten.
Was haben folgende Filme gemeinsam: Der weiße Hai, Indiana Jones, E.T. - Der Außerirdische, Die Farbe Lila, Jurassic Parc, Schindlers Liste, Der Soldat James Ryan, Minority Report? Ja, allesamt haben Filmgeschichte geschrieben, aber was noch? Bingo, der Regisseur dieser Werke heißt Steven Spielberg. Mit Boom Blox wagt er sich nun erstmalig an ein Videospiel.
Steven Spielberg ist kein Regisseur, der dafür bekannt wäre, ein Faible für Komödien zu haben. Sicherlich hat er an der einen oder anderen mitgewirkt, aber sein Steckenpferd scheint das Genre nicht zu sein. Demnach ist es umso erstaunlicher, dass Boom Blox - wenn man es denn in ein Filmgenre quetschen müsste - einer Komödie am nähesten kommt. Eckige Figuren, allesamt im Comicstil gehalten, die merkwürdige Laute von sich geben, sprechen nicht unbedingt für einen Thriller oder gar ein Drama. Mindestens ein großer Unterschied zur klassischen Filmkomödie gibt es aber doch. Wirklich witzig ist Boom Blox nicht. Zumindest für all diejenigen, die das Grundschulalter hinter sich gelassen haben.
Freigegeben ist der Klötzchen-Spaß ab sechs Jahren. Und das dürfte
auch die Zielgruppe sein. Die Charaktere sind knuffig-süß und geben entsprechende Geräusche zum Besten. Musikalisch wird das Ganze von verspielten, die Leichtigkeit des Seins vermittelnden Melodien untermalt. Auch die Kulissen sind kindgerecht und erinnern an frühere Zeichentrickfilme, als Computer noch nicht für alles verwendet wurden. Über die Story wollen wir an dieser Stelle besser nicht reden, aber so viel kann ich verraten. Nach Komplettieren einer Region im Abenteuermodus wird in kurzen Videos erzählt, was die kastigen Protagonisten mit den bescheuerten Namen (Benni Biberstiefel hat mir persönlich ganz gut gefallen) vorhaben. Wohin sie gehen, warum sie dort hingehen, was sie dort machen usw. Ich muss gestehen, dass ich mir bereits nach dem dritten Video die folgenden erspart habe. Wer auf Gute-Nacht-Geschichten steht, wird sich an den Erzählungen über die eckigen Comic-Helden sicherlich erfreuen können - allen anderen fallen vor Langeweile die Augen zu.
Dieser eckige Gockel ist ein Paradebeispiel für Boom Blox' verrückten Comicstil.
Story hin oder her. Die vielen einzelnen Levels unterbrechen das Spielgeschehen ohnehin in regelmäßigen Abständen. Großartige Atmosphäre wäre also auch mit einer grandiosen Story nicht aufgekommen. Zu Beginn eines jeden Levels gibt es ein kurzes Briefing mit einem Anhaltspunkt, wie die folgende Aufgabe zu lösen ist. Am Anfang wirkt das etwas aufgesetzt, zumal einem meist sofort klar ist, was man zu tun hat. Im Laufe des Spiels werden die Missionen aber knackiger, sodass man sich ab und zu durchaus über die Hilfe freut. Levelaufbau und vor allem auch die Lösungswege unterscheiden sich stark. In manchen Missionen muss man einfach nur schnell sein, in anderen bedarf es einer ordentlichen Portion Timing und Geschick. Wiederum andere sind nur taktisch zu lösen. Beispielsweise müsst ihr die Schwachstelle eines Turms finden, um diesen zum Einsturz zu bringen. Leider gibt es auch Levels, für die ihr eine Menge Glück braucht. Sicherlich nicht, um sie "nur" zu bestehen, aber um eine Gold-Medaille abzusahnen, schon. Zum Beispiel ist es schier unmöglich, die Flugbahn eines Gummiballs zu berechnen, wenn dieser an zig Banden geschleudert wird.