Der Rock Band-Meisterschaftskampf "Spielspaß gegen Geldbeutel" hat begonnen. Drei Plastik- Instrumente und rund 70 smashige Rocktracks sind ein Haufen Holz, der Preis von 240 Euro reißt aber trotz allem ein riesiges Loch in eure Finanzen. Lest im Test, ob sich die Anschaffung lohnt, und wie sich Rock Band im Vergleich mit Guitar Hero sowie anderen Musik-Games schlägt.
Online-Anbindung und Download-ContentMittlerweile ist Rock Band für die Xbox 360 erschienen und wie versprochen liefern wir euch die Details zur Online-Anbindung sowie den bisher erhältlichen herunterladbaren Songs nach.
Es dürfte kein Geheimnis sein, dass ein Online-Spiel bei weitem nicht die Stimmung einer Gruppensession vermitteln kann. Und so ergeht es auch Rock Band. Trotz Sprach-Chat über Headsets (der in der PS3 Fassung übrigens fehlt) werdet ihr nie das Gefühl haben, wirklich zusammen zu spielen, auch wenn die Kombo voll besetzt ist. Daher ist die Quickplay-Funktion für Co-Op-Einzelspiele nicht mehr als ein Trostpflaster. Immerhin spielt es sich unterhaltsamer als die Solo-Karriere, erreichen könnt ihr damit jedoch nichts, denn die Welt-Tour steht lediglich einer lokalen Band zur Verfügung. Ähnlich wie bei Guitar Hero ist es zudem möglich, gegen einen Rivalen um die Wette zu trommeln, zu schrubbeln oder zu trällern. Glücklicherweise jedoch ohne kitschige Extrawaffen oder anderen Schnickschnack, mit dem Guitar Hero 3 belastet wurde. Das Einzige, was wirklich nervt, ist mal wieder die strenge Account-Zuweisung. Wollt ihr für ein Online-Game von der Gitarre zum Schlagzeug wechseln, müsst ihr erst euren Xbox Live-Account abmelden, die Gitarre abstöpseln und euer Profil mit dem Schlagzeug wieder anmelden. Umständlicher geht es wohl nicht.

In einer Online-Session könnt ihr die Leistung des Sängers sehen, aber nicht hören. Auch die improvisierten Drumeinlagen werden nur visuell vermittelt.


Sonstige Mängel sind uns aber nicht bekannt. In allen
Modi scheint die Verbindungsqualität sehr gut auszufallen. Störungen durch Lags oder wiederholte Abbrüche sind uns nicht mal bei Übersee-Sessions aufgefallen, auch wenn diese sicherlich nicht komplett zu vermeiden sind. Eine große Leistung ist das aber auch nicht, schließlich werden nur die gespielten Noten verglichen und notfalls akustisch ausgeblendet. Aus euren Boxen dröhnt somit nach wie vor der Original-Song samt Gesang und den von der ursprünglichen Aufnahme bekannten Schlagzeug-Einlagen, denn alle individuellen Eingaben wie die Gesangsstimme oder die Trommelwirbel des Schlagzeugers werden lediglich visuell übertragen. Dass die Stimme nicht übermittelt wird, ist natürlich einzusehen; egal auf welche Größe die Stimmdaten heruntergeschrumpft werden, die Latenz über das weltweite Netz würde in vielen Fällen wahrscheinlich den Hörgenuss zerstören und obendrein alle Bandmitglieder aus dem Takt bringen. Mitunter ein Grund, warum die Chat-Funktion des Sängers nur per Push to Talk (per R-und L-Trigger am Controller) zum Einsatz kommt.

Kommen wir zum Download-Content. Da man es nicht allen recht machen kann und es doch tatsächlich Musikbanausen im Netz gibt, die behaupten, Orange Crush von R.E.M. sei B-Ware (was wäre dann bitte Losing my Religion? D-Ware?), bietet der Music-Store eine ganze Palette herunterladbarer Songs, die für alle Instrumente aufbereitet wurden. Übersichtlich aufgelistet und mit einer genauen Einteilung der Schwierigkeitsgrade für alle Instrumente versehen, tummeln sich schon jetzt Werke aus beinahe allen wichtigen Epochen im Angebot. Da die Liste ständig erweitert wird, ist eine Auflistung der Titel jedoch nebensächlich. Wir würden viel lieber über die Qualität der einzelnen Songs berichten, was natürlich nicht umfassend möglich ist. Daher empfehlen wir euch dringend, vor dem Kauf eines 160 Microsoft-Points teuren Downloadsongs einen Blick auf diverse Youtube-Videos zu werfen.
Schon unsere stichprobenartige Auswahl enthüllte einige Mängel. So erwies sich Message in a Bottle von
The Police als ähnlich spielenswert wie in Guitar Hero 2, nur wird das Ende des Stücks abrupt abgeschnitten. Und das ist noch eine milde Enttäuschung im Vergleich zum Schrecken, den
Foreigners Kult-Hit "Jukebox Hero" hinterließ. Im Vergleich mit der fabelhaften GH 3-Version wurde dieser Song so miserabel gecovert, dass es einem die Fußnägel hochrollt. Denn für die Rock Band-Fassung wurde ein Sänger verpflichtet, dessen Ambitus einfach zu gering ist. In den hohen Passagen ganz zum Schluss wird seine sowieso schon einen Tick zu raue Stimme künstlich hochgepitcht, was einfach nur schrecklich klingt. "Call me" von
Blondie (das Original, kein Cover) war hingegen voll in Ordnung. Weitere Titel haben wir nicht heruntergeladen, doch lässt sich über besagte Youtube-Videos recht einfach feststellen, dass auch das von
David Bowie bekannte "Heroes" im Cover ziemlich zweitklassig eingesungen wurde. Ein wenig Recherche lohnt sich also.
Ansonsten fällt das Urteil zum DLC ziemlich ähnlich aus, wie bei der Standard-Setliste. Soll heißen, es ist jede Menge Mainstream anzutreffen. Ob ihr also fünf Songs der Soft-Rocker
Boston braucht, obwohl nur "More than a Feeling" ein Hit war, hängt sicherlich von eurem Geschmack ab. Wer Anspruchsvolleres möchte, versucht es stattdessen mit Noise-Rockern, Folk-Rock Combos, Grunge-Bands und Metallern der Marke
Metallica,
Nine Inch Nails,
Sonic Youth,
Lynyrd Skynyrd oder
Garbage. Wirklich ausgefallene Künstler sind aber auch hier Fehlanzeige. Wer damit leben kann, wird prima bedient.
23.05.2008 - 09:15 Uhr karaokefreak
wohl zu einfach :D. Jetzt nehm ich mir "Hard" vor ...
15.05.2008 - 08:16 Uhr
wird natürlich wieder abzockhaft zur Kasse gebeten. 170
Euro für das Instrumenten Pack und nochmal 60 für das
Spiel. In USA kostet alles 170 DOLLAR (das muss man
sich mal auf der Zunge zergehen lassen).
Ich empfehle hier den absoluten Kauf-Boykott.
ANsonsten ist das Spiel toll!!!!