Hauke Schweer Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Dieses alte Sprichwort hat Sony im Fall von Patapon zu einem Hauptgewinn verholfen, denn die Mischung aus Musik und Strategie kann in Sachen Spielspaß problemlos mit Titeln wie Loco Roco mithalten.
Göttliche Macht durch Trommeln - das klingt ein wenig nach Therapiegruppe, wird in Patapon auf der PSP jedoch zur Realität. Denn gemeinsam mit eurem merkwürdigen Völkchen übersteht ihr alle Gefahren, wenn der Rhythmus stimmt.
Was ist klein, schwarz und besteht hauptsächlich aus einem großen Auge und Beinen? Es ist ein Patapon. Diese geheimnisvollen winzigen Lebewesen sind vom Schicksal gebeutelt, seitdem ihr Gott sich von ihnen abgewendet hat. Da ein großes Auge mindestens so traurig dreinschauen kann wie zwei kleine, fühlen wir uns genötigt, den Ärmsten zu helfen. Schließlich darbt der ehemals glorreiche Stamm dahin, die einstige Größe wird nur noch in Legenden überliefert. Früher tapfere Krieger sind verweichlichten Waschlappen gewichen und der Ruhm ist schon längst eine bröckelnde Fassade. Zum Glück kann den bemitleidenswerten Wichten ganz einfach geholfen werden, sie benötigen lediglich den richtigen Rhythmus für ihr Leben. Deshalb schlüpfen wir in die Rolle ihres Gottes und lassen die Trommeln erschallen, auf dass Gesang erklingt und neue Heldentaten zur alten Größe führen.
Pata Pata Pata Pon schallt es über die Ebene, als die Trommel zum ersten Mal seit ewigen Zeiten geschlagen wird. Pata Pata Pata Pon singen die Patapons, die den Klang vernehmen, und setzen sich in Bewegung. Wir haben die ersten wichtigen Klänge erlernt. Über die Quadrat-, Kreis-, Dreiecks- und Kreuztaste benutzen wir unterschiedliche Trommeln und bei dieser einfachen Melodie bewegen sich die abstrakten kleinen Racker vorwärts. Allerdings nur, wenn der Takt der Trommeln stimmt.[LINE]Damit wir uns nicht im Ton vergreifen, bekommen wir einige Hilfsmittel zur Seite gestellt. Da wäre beispielsweise die Hintergrundmusik, die besser als jedes Metronom funktioniert. Außerdem blinkt der Bildschirmrand regelmäßig auf, um unsere Hände zu leiten. Je besser wir im Takt bleiben, desto fließender geht die Reise vorwärts, denn wenn schon ihr Gott offensichtlich zurückgekehrt ist, kann auch gleich die alte Macht wiedererlangt werden.
Wie es im Leben leider üblich ist, stellen sich auch den Patapons zahlreiche Hindernisse in den Weg, und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Anfangs treffen unsere tapferen Krieger auf einige Mauern, die es einzureißen gilt. Ein neuer Rhythmus muss verinnerlicht werden: Pon Pon Pata Pon. Klingt die Trommel auf diese Weise, schleudern unsere Krieger Speere, schwingen Äxte und spannen ihre Bogensehnen. Schon bald haben wir es jedoch mit gefährlicheren Zielen zu tun: den Zigotons.
Bis einer weint! Patapons und Zigotons sind sich nicht grün, selbst auf dem Wasser bekämpfen sie sich gnadenlos.
Sie sind die Erzfeinde der Patapons und sehen diesen, bis auf das stets böse guckende rote Auge, zum Verwechseln ähnlich. Kaum erspähen die Bösewichte unsere Krieger, greifen sie auch schon an. Jetzt heißt es Ruhe bewahren und den Rhythmus halten, um immer wieder zum Kampf aufzurufen. Kommen wir aus dem Takt, wuseln unsere Patapons hilflos umher und sind leichte Beute für die Zigotons. Trommeln wir hingegend ausdauernd, lösen wir den Fever-Modus aus.