Mit der Sommerolympiade in Peking sowie der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz ist für ein Sportprogramm der Superlative im Sommer bestens gesorgt. Schon jetzt lädt EA Sports zur virtuellen EM.
Unterhaltsam ist der "Kampf der Nationen", denn bei einer Verbindung zum Internet werden sämtliche Spieldaten aus den Online- und Offlinepartien an einen EA-Server übermittelt, der auf der Basis die beste europäische Spielernation ermittelt. Bis zum 30. Juni werden die Daten gesammelt. Mehr als ein nettes Beiwerk ist das aber längst nicht, es bringt keinen rechten Zusatzwert. Motivierend und spielerisch anspruchsvoll ist da schon der Euro-Online-Cup, bei dem auf der Xbox 360 und
Playstation 3 bis zu 16 Spieler in einem knallharten Turnier

gegeneinander antreten. Auf den anderen Plattformen warten leider nur die typischen Online-
Modi bei denen ihr einem Kontrahenten gegenübertretet. Vollkommen vermissen lässt das Spiel aber den allseits beliebten "Klassikmodus", der im Fußballabenteuer zur WM 2006 noch spielbar war. In dem Modus konntet ihr zuvor klassische Partien der vergangenen Jahrzehnte nachspielen und umkehren. Wäre es nicht herrlich gewesen, den Dänen im Nachhinein noch einmal zu zeigen, dass das verpatzte Finale 1992 nur ein Versehen war?

Das Turnier wird beinahe perfekt inszeniert. Viel mehr als die EM-Spiele wird euch aber nicht präsentiert. Selbst der Klassik-Modus muss weichen.
Viel zu stark macht sich der Eindruck breit, dass sich EA Sports mit dem Lizenzspiel auf den Lorbeeren von FIFA 08 ausgeruht hat und den schnellen Euro in die Tasche stecken wollte. Mit der zugstarken Lizenz dürfte das tatsächlich auch wieder passieren. Aber zu welchem Preis? Euch wird ein halbgarer Aufguss vor die Nase gesetzt, der teils sogar schlechter daherkommt als die Vorlage. Deutlich wird das besonders an den Moderatoren. Es ist nicht neu, dass Tom Bayer und Sebastian Hellmann belanglose Kommentare in zumeist falschen Situationen abgeben, doch sie erreichen eine neue Stufe der Sinnlosigkeit. Immer wieder werden Situationen vollkommen unbedeutend kommentiert oder viel zu spät mit einem Spruch bewertet. Das nervt und raubt der virtuellen EM-Euphorie einen nicht gerade geringen Anteil. Dafür passt die Optik wunderbar zum Fußballhighlight 2008. Die Stadien wurden mit viel Liebe zum Detail animiert und wenn der Finalball in Wien rollen wird, kennt man als Spieler schon jeden Grashalm. Die jubelnden Massen sind nur leider noch ein wenig eintönig. Die Zurückhaltung des Publikums lässt sich aber mit einem Blick auf die Trainerbank verschmerzen. Unser Jogi wurde spitzenmäßig getroffen und der Schwenk über die Trainerriege macht richtig Spaß. Leider sind nicht alle Spieler mit so viel Herzblut animiert, da ihr die Kicker nicht selten nur an der Rückennummer oder der Namenseinblendung erkennt.