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Hype it!
Release: PS3: 1. Quartal 2008
Status: keine Angabe
Plattformen: PS3
Publisher: Midway
Entwickler: Midway
Genre: Sport
Off. Seite: nbaballers.com
Fansite: keine Angabe

Müder Ballzauber

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Hype it!
Wer bisher noch nichts von der NBA Ballers-Serie gehört hat, dem sei versichert, dass es sich hierbei nicht um einen Debütanten im Kreis der Basketballspiele handelt. Bereits im Jahr 2004 erschien der Erstling für PlayStation 2 und Xbox - mit durchschnittlichem Erfolg. Vier Jahre später kehrt die Serie auf die "Next Generation"-Konsolen zurück und will mit einigen frischen Ideen für launiges Arcade-Feeling sorgen. Genau das ist auch der Kern des Spiels: Arcade. Wer eine tief greifende Basketballsimulation sucht, ist hier völlig fehl am Platz. Im Vordergrund stehen rasante Partien, spektakuläre Moves und trickreicher Ballzauber. Klassiker wie NBA Jam und NBA Street lassen grüßen, denn genau in diese Kerbe schlägt auch NBA Ballers: Chosen One.

Bei der Gestaltung der Schauplätze haben sich die Designer einiges einfallen lassen.

Du bist der Star
Wie der Untertitel bereits erahnen lässt, dreht sich das Spiel zum Großteil um den Karriere-Modus. Sprich: Man erstellt sich mithilfe des umfangreichen und durchaus gelungenen Editors einen eigenen Korbjäger, stattet diesen mit diversen Klamotten und anderen Accessoires aus und startet dann den Angriff auf die Elite der Streetball-Szene. Dank offizieller NBA-Lizenz laufen rund 80 Stars der nordamerikanischen Profiliga auf, zu denen sich auch einige Legenden vergangener Tage gesellen - ein netter Atmosphäre-Bonus. Obwohl das nicht wirklich den Kern der Sache trifft, denn die Partien werden nicht nur auf Straßenplätzen ausgetragen, sondern führen den Spieler unter anderem auch auf Terrassen, edle Lounges oder einen Flughafen. Bei der Ausgestaltung der Schauplätze haben sich die Designer sichtlich ins Zeug gelegt und sind mit viel Liebe zum Detail ans Werk gegangen - da schaut man gerne ein zweites und drittes Mal hin.
Doch die Wahrheit liegt bekanntlich auf dem Platz, also zurück zum Spielgeschehen. Im besagten Karrieremodus tritt man in verschiedenen Modi gegen die KI-Kontrahenten an. Mal liefert man sich ein packendes One-on-One mit einem Rivalen oder wird Teil eines Zweier-Teams. Für zusätzliche Abwechslung sorgen die Modifikationen der Partien, die unter anderem bestimmte Punktzahlen oder Bedingungen vorgeben. Besonders knifflig sind die so genannten "Defence-Tasks"; dabei muss man dafür sorgen, dass der Gegner keinen einzigen Korb erzielt - eine harte Nuss. Doch Durchbeißen lohnt sich, denn mit jedem Erfolg gewinnt der zuvor erstellte Charakter an Erfahrung und steigert seine Fähigkeiten. Auf dem Papier versprechen die Entwickler eine dynamische Entwicklung des Korbjägers, die sich nach der individuellen Spielweise des Gamepad-Sportlers richtet. Wer also hauptsächlich auf Distanzwürfe setzt, steigert seine Präzision bei Würfen jenseits der Drei-Punkte-Linie - in der Theorie. In der Praxis sind Auswirkungen dieser Natur kaum zu beobachten, was etwas enttäuschend ist.

Wo laufen sie denn?
Wo wir gerade bei der Enttäuschung sind: Selbiges gilt für die KI-Basketballer, denen man im Karriere-Modus begegnet. Zwar spielen diese recht gut mit, doch für halbwegs begnadete Konsolen-Basketballer stellen sie kaum eine Herausforderung dar. Vor allem die Reaktionszeiten der Rivalen lässt häufig zu wünschen übrig. Das nimmt ein wenig den Wind aus den Spielspaß-Segeln, denn somit kommt auf Dauer ein Gefühl der Eintönigkeit auf - aller Matchvarianten und Modifikationen zum Trotz. Schade, denn bereits die eingängige Steuerung verheißt zunächst ein launiges Arcade-Spiel. Mit wenigen Tasten und ohne komplexes Regelwerk setzen selbst ungeübte Spieler nach wenige Minuten zu spektakulären Dunkings und Dribblings an. Besonders cool ist das neue Kombo-System: Drückt man nach Aktivierung die auf dem Bildschirm vorgegebenen Tasten schneller als sein Gegner, zaubert man beeindruckende Blocks, Dribbling und Dunkings aufs Parkett bzw. den Asphalt. Allerdings scheint das komplette Spielgeschehen um dieses an sich nette Feature aufgebaut worden zu sein, so dass dieses genauso schnell wieder an Reiz verliert. Schnell ertappt man sich dabei, dass man etwas gelangweilt eine Kombo nach der anderen abspult. Das tut auch dem Spielfluss nicht unbedingt gut und verpasst der Dynamik einen ordentlichen Dämpfer.

Nach anfänglicher Euphorie macht sich rasch ein Gefühl der Eintönigkeit unter den Körben breit.

Mehr Spaß kommt glücklicherweise im Multiplayer-Modus auf. Bis zu vier Spieler dürfen sich vor der Xbox 360 versammeln und verbissene Partien austragen. Ein Online-Modus ist ebenfalls enthalten, doch aus unerfindlichen Gründen wurde hierbei die Teilnehmerzahl auf zwei Korbjäger beschränkt - warum?

Auch die technische Seite von NBA Ballers: Chosen One kommt nicht ohne Schelte davon. Zwar kann man die Präsentation mit den gelungenen Aufnahmen aus dem NBA TV-Studio samt den coolen - aber auf Dauer eintönigen - Special-Move-Cutscenes durchaus als gelungen bezeichnen. Doch das Geschehen auf dem Platz weiß nicht vollends zu überzeugen: Die Charakter haben hohen Wiedererkennungswert, bewegen sich jedoch weder sonderlich flüssig noch spektakulär. Letzteres ist für ein Spiel dieser Art extrem wichtig. Umso ärgerlicher, dass die Designer hier gepatzt haben. Die Soundkulisse kommt etwas besser davon, da sowohl der Soundtrack als auch der Kommentar einen positiven Eindruck hinterlassen. Lediglich einige Samples wiederholen sich etwas zu oft, was ein wenig an den Nerven kratzt.
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