Peter Schmidt Alles in allem ist der neueste Teil der Naruto-Serie ein passabler Prügelspaß. Mit 20 Charakteren, acht Arenen, einer Vielzahl an Specials und Hit-Combos weiß der Titel im Multiplayermodus zu gefallen. Alleine kommt ihr allerdings nicht auf eure Kosten.
Wii-Besitzer mit einem Fetisch für digitale Prügeleien kamen bisher nicht so recht auf ihre Kosten. Man muss kein Prophet sein, um prognostizieren zu können, dass sich das mit Super Smash Bros. Brawl ändern wird. Leider erscheint die Wii-Version des Beat 'em Up Klassikers erst im dritten Quartal dieses Jahres. Also gilt es nach Alternativen Ausschau zu halten, um die Wartezeit etwas zu verkürzen. Ob Naruto eine solche darstellt, lest ihr im Test.
Naruto ist der Name eines jungen Ninjas, der vielen Manga- und Animefreunden ein Begriff sein dürfte. Zunächst wurde seine Geschichte nur in Printform erzählt. Der enorme Erfolg führte jedoch schnell dazu, dass Naruto nicht nur auf dem Papier, sondern auch im TV in einer eigenen Anime-Serie für Furore sorgen durfte. Diese läuft seit 2002 und ließ seine Popularität weiter steigen, sodass bereits ein Jahr darauf der erste Teil der Naruto-Serie in Japan erschien. Damals auf dem Gamecube, heute auf der Wii - am klassischen Beat 'em Up-Prinzip hat sich nichts geändert.
Zu Beginn werdet ihr euch entscheiden müssen, welche Steuerungsmöglichkeit euch am meisten zusagt: Wiimote only, Wiimote + Nunchuk, Gamecube- oder Classic-Controller. Alle Alternativen funktionieren ordentlich. Beat 'em Up-Kenner werden sich wohl für die Gamecube- oder Classic-Controller Variante entscheiden. Diese spielt sich zwar gewöhnlich, aber fühlt sich dadurch auch vertraut an und sorgt für die nötige Routine, die man braucht, um in den teils hektischen Kämpfen bestehen zu können. Übrigens: Sollte sich bei euch ein Gamecube-Controller in der ersten Anschlussbuchse befinden, den ihr für das Spiel aber nicht verwenden wollt, müsst ihr ihn entfernen. Das Spiel räumt diesem nämlich Priorität ein, sodass eine Steuerung mit der Wiimote unmöglich wird.
Nachdem ihr die Steuerungsvariante gefunden habt, die euch am meisten zusagt, dürft ihr euch durch einen eintönigen Missionsmodus quälen. Auf einen ordentlichen Story-Modus, in dem man sich mehr oder weniger frei bewegen kann, wurde gänzlich verzichtet. Ebenso auf die Story an sich. Diese ist mit gutem Willen noch als Mittel zum Zweck anzusehen. In langweiligen Dialogen und Fließtexten wird lediglich erklärt, warum sich gleich geprügelt wird. Wenigstens machen die englischen Sprecher ihre Sache gut und sind dank deutschen Untertiteln auch für diejenigen verständlich, die der englischen Sprache nicht mächtig sind.
Narutos Spezialattacke sieht so aus, dass er sich klont, um anschließend seinen Gegenüber von mehreren Seiten zu bearbeiten.
Die Missionsziele sind nicht sonderlich originell und können daher auch nicht das Niveau des auf Rundenkämpfe beschränkten Modus heben. Gewinne den nächsten Kampf, beschütze deinen Mitstreiter, überlebe 60 Sekunden, erledige deinen Gegner mit Attacke XY usw. Nach 19 Missionen ist Schluss, fünf weitere sind jedoch freizuspielen. Alles in allem hätte man sich den nach etwas mehr als einer Stunde durchgespielten Missionsmodus sparen können.