Torsten Kägler Oh Nein! Da hatte ich mir wirklich mehr versprochen, doch nach einer ausführlichen Testphase hat sich die erste Euphorie nicht nur gelegt, sondern gleich ins Gegenteil gekehrt. Die Handlung macht zwar richtig Laune, das reicht mir aber längst nicht. Ich will Herausforderungen und ein gut durchdachtes Skillsystem. All das wird mir hier aber nicht geboten.
Eine große Heldengeschichte allein kann noch längst nicht begeistern. Wird Circle of Doom am Ende trotz einer stimmungsvollen Handlung ins Straucheln kommen? Wir sagen es euch!
Die Wissenschaft kann vielerlei Geheimnisse lüften, fast alle Wunder der Welt entmachten, aber einen Bereich des Lebens konnte bisher niemand wirklich entschlüsseln: Was passiert nach dem Tod? Es ranken sich seit Menschengedenken die unterschiedlichsten Sagen darüber, was passiert, wenn es mit uns einmal aus ist. Tausende Philosophen zerbrachen sich den Kopf und auch Glaubensrichtungen, Sekten und andere Organisationen brachten ihre ganz eigenen Ansichten hervor. Ebenso viele Videospiele beschäftigten sich mit dem besonderen Thema und nutzten die Magie der Endlichkeit für innovative Spielansätze. In Kingdom Under Fire: Circle of Doom setzen die Entwickler gleichermaßen auf Magie und den Zauber der Sterblichkeit. Eingefasst in eine brachiale Geschichte von Helden, düsteren Gestalten und dem Kampf um die Freiheit, erwacht eine ganz eigene Welt.
Sanfte Klänge eines Streichquartetts hüllen das Wohnzimmer in eine angenehme Atmosphäre. Auf dem Bildschirm wandelt euer Kämpfer Kendel über eine farbenfrohe Blumenwiese. Dabei durchstreift er mit seiner Kampfausrüstung, seinem Schwert und schweren, dunklen Gewand die Gräser, die sich dann wieder um seine Beine schmiegen. Die Szene wirkt wunderschön und friedlich zugleich. Ein Ort, den man
eigentlich nicht wieder verlassen möchte. Doch die Ruhe und der Schein trügen. Alles ist nur eine Fassade, die euch schon kurz darauf in einen düsteren Abgrund und die Fänge von Encablossa, dem Gott der Dunkelheit, treibt. Ihr steigt in die Geschichte als einer von sieben Kämpfern des Lichts ein, die sich dem düsteren Fürsten der Unterwelt entgegen stellen. Früh lässt sich erahnen, dass es dabei nicht um Ruhm und Ehre geht. Es ist der verzweifelte Kampf um Freunde, Verwandte und auch um Fremde. Sie alle vereint das Schicksal, ihr Ende in der Traumwelt gefunden zu haben. Seither werden ihre Seelen in dieser Welt des Nichtseins festgehalten, die nur auf den ersten Blick so anmutig und schön erstrahlt. Ihr sollt sie aus den Klauen des Nirgendwo entreißen. Und das wird ein schwerer Job.
Die Feinde wiederholen sich viel zu häufig. Da spielt es auch keine Rolle, dass die Mischung aus Mensch und Eidechse ganz witzig wirkt.
Jäh wird Kendel aus seinen Gedanken gerissen, als ihm fürchterliche Wesen entgegen treten. Sie wirken wie eine Mischung aus Mensch und Eidechse. Ein grausames Bild und ein umso härterer Kampf, der zugleich entbrennt. Die Gegnerschar trachtet eurem Kämpfer nach dem Leben, denn dem Gott der Dunkelheit ist bewusst, dass er es mit hartem Widerstand zu tun bekommt und entsendet seine düstersten Handlanger. Ohne Unterstützung wäre es euch aber nicht möglich, den Kampf zu gewinnen. Wahnsinn und Trostlosigkeit sind nur zwei der Gefühle, die euch heimtückisch angreifen und eurem Kämpfer seelisch zusetzen. Ihr bemerkt eure Verwandten, eure geliebten Freunde und immer wieder die Aussichtslosigkeit, nichts unternehmen zu können. Encablossa ist ein Meister der arglistigen Täuschung und des Erschaffens von Ängsten. So quält euch stets die schreckliche Frage: Tragt ihr die Schuld daran, dass die Seelen hier gefangen gehalten werden? Den Entwicklern ist es dabei hervorragend gelungen, eine Geschichte zu erschaffen, die euch von Anfang an fesselt. Vor allem die Kontraste der eigentlich herzerweichenden Umgebung und der dann doch so düsteren Feinde erschaffen eine Atmosphäre, die es so bisher nicht oder nur selten gab. Brachial stellt ihr euch dem Kampf und bringt den Gegnern mit einem harten Schwertschlag den Tod. Sogleich tropft das tiefrote Blut auf die zarten Pflanzen und wirkt wie ein schändlicher Farbklecks in einem eigentlich perfekten Gemälde. Ein Spiel der Emotionen wartet auf euch, die vor allem mit Farben ins Leben gerufen werden. Die freundliche Landschaft in hellen, weich gezeichneten Darstellungen; dann wiederum die düsteren Feinde und euer Charakter in ausdrucksstarken Farben - kontrastreicher hätte die Wahl kaum ausfallen können.