Alexander Glup Das Spiel hinterließ in der Preview-Version keinen guten Ersteindruck, aber die Entwickler haben die Kritik sehr ernst genommen und die Punkte zumindest teilweise abgearbeitet. Hierdurch entstand zwar kein absolutes Topspiel für jedermann, für Fans oder auch Einsteiger rundenbasierender Weltraum-Strategiespiele ist der Ausflug in die unendlichen Weiten des Alls aber sicherlich eine Überlegung wert.
Beim ersten Anspielen machte Lost Empire keine gute Figur. Kann es vielleicht mit der Release-Version einige Pluspunkte auf dem Weltraumkonto verbuchen? Wir haben unsere Krallen nach den Sternen ausgestreckt und verraten euch, wer der Imperator unter den rundenbasierenden Weltraumepen ist.
Im großen Krieg vor einigen Jahrhunderten legten sich zwei große Völker aus den Weiten des Universums miteinander an. Der Kampf zwischen den Unsterblichen und den Rebellen nahm epische Ausmaße an und führte fast zur Ausrottung der Herausgeforderten. Durch einen geschickten Militärstreich konnten die Rebellen vernichtet werden, aber nur zwei der Unsterblichen überlebten den Kampf. Als langsam wieder Frieden einkehrte, gab es Zwist zwischen den ehemaligen Verbündeten. Im Streit trennten sie sich zwar voneinander; aber wie so oft sind die Weiten des Weltraums nicht groß genug für zwei Parteien. Ein weiterer Krieg steht vor der Tür und ihr als aufkeimende Rasse müsst euch entscheiden: Geht ihr euren eigenen Weg? Oder verbündet ihr euch gar mit einem der Langlebigen?
Bevor ihr euch an die Kolonisierung der Planeten heranwagt, solltet ihr erst einmal einen Blick aufs Tutorial werfen. Die Entwickler haben - im Gegensatz zu anderen Spielen dieses Genres - viel Wert auf Einsteigerfreundlichkeit gelegt. Die anfängliche Einleitung gibt Auskunft über Steuerung und grundlegende Spielelemente, im
fortschreitenden Verlauf lassen sich weitere Tipps und Kniffe einblenden.
Sechs raumfahrende Völker stehen zur Auswahl. Neben den Menschen gibt es auch bizarren Alienrassen wie die kristallinen Alkiths. So sehr sich die verschiedenen Spezies auch im Aussehen und Raumschiffdesign unterscheiden, im Detail gibt es kaum Änderungen - ewig gleiche Regierungsformen, Forschungsbäume usw. Mehr Abwechslung wäre nicht nur angebracht gewesen, sondern mit Blick auf die völlig unterschiedlichen Völker im Universum auch nur al zu logisch.
Die Menüs sind auf das Wesentliche beschränkt und so behaltet ihr immer die Übersicht.
Habt ihr euch für eine Partei entschieden, werden noch die Ausmaße der Sternenkarte - von "groß" bis "gigantisch" ist alles dabei - festgelegt und einer der drei Schwierigkeitsgrade gewählt. Besonders letzterer hat es in sich, denn Lost Empire stellt hohe Ansprüche an euer Können. Aber dazu später mehr. Der Einstieg ist geruhsam, aber mühselig: mit einem Heimatplaneten und zwei Raumschiffen geht es auf die Suche nach neuen Planeten und Entdeckungen. Der schnelle Aufklärer wird dank einfachem "Suche & Finde"-Befehl auf Erkundungstour geschickt. Habt ihr einen rohstoffreichen Planeten ausgemacht, fliegt das Kolonialschiff hinterher und in null Komma nichts ist der zweite Planet besiedelt. Danach noch schnell festlegen, welcher Rohstoff abgebaut werden soll bzw. ob ihr den Planeten als Handelsplattform oder große Raumschiffwerft benutzen möchtet - schon könnt ihr den nächsten Stern mit eurer Anwesenheit beglücken. Es gibt weder Gebäudebau noch könnt ihr großartig auf die örtliche Wirtschaft Einfluss nehmen. Nur der Bau von Verteidigungssystem ist euch gestattet. Ein Weltraumepos ohne Forschungsbaum wäre nur eine Aneinanderreihung von langweiligen Zügen; also dürfen durchschlagskräftige Technologien nicht fehlen. Damit auch jede Art von Spieler, sowohl der kriegerische als auch der friedliche, auf seine Kosten kommt, dürft ihr in alle möglichen Richtungen eure Schwerpunkte legen. Lieber die neuesten Waffentechnologien oder doch die Erzgewinnung verbessern? Je nach vorhandenen Forschungspunkten müsst ihr euch entscheiden.