Kaufen oder nicht kaufen? Es ist Gran Turismo, ein Spaßgarant für Rennspielfreaks, und auch noch in HD. Da kann man schon mal schwach werden, auch wenn es nur um eine unfertige "Vorschau" geht. Die Frage ist nur, ob man den Kauf aufgrund des mageren Umfangs hinterher wieder bereut, oder ob der Onlinemodus die Motivation erhalten kann.
Gran Turismo ist der
PlayStation-Blockbuster schlechthin - völlig gleich, welches Modell man betrachtet. Schon vor zehn Jahren erschien das Ur-Gran Turismo für die Original-
PlayStation und sorgte mit einem ansprechenden Mix für Furore, den man als Simulation mit leichtem Arcade-Touch bezeichnen könnte. Sprich: hundertprozentig realistisch war das Fahrverhalten der GT-Rennboliden noch nie, aber das ist auch nicht angestrebt worden, obwohl ein "the Real Driving Simulator" schon von Anfang an das Titelbild schmückt. Gran Turismo hält stattdessen die Balance auf dem schmalen Grat zwischen realistischer Physik und konsolengerechter Steuerung, was für recht wenige Reibungspunkte und dementsprechend geringen Frust beim Spieler sorgt.

Sogar die Menüs haben einen unverwechelbar gediegenen Stil
Die Zeit der Konkurrenzlosigkeit ist aber schon länger vorbei. Nicht nur weil viele Rennsimulationen der PS2 bereits auf ein ähnlich hohes Niveau aufgeschlossen haben, sondern auch, weil das Konzept bereits mehrfach abgekupfert und wiederverwertet wurde. Der größte

aktuelle Gegenspieler heißt Forza Motorsports 2, ist für die Xbox 360 zu haben und hat bereits vor einem Jahr einen hervorragenden Start hingelegt. Doch konnte selbst die Veröffentlichung eines derart starken Konkurrenzprodukts das Team von Polyphony Digital nicht aus der Ruhe bringen. Wie schon alle anderen Ableger soll auch Gran Turismo 5 ein Produkt der Beinahe-Perfektion werden - und so etwas kostet unheimlich viel Zeit. Für das erste richtige PS3 GT werden schließlich rund 900 Fahrzeuge inklusive individuellem Cockpit-Interieur in feinster HD-Grafik versprochen, die bei 1080p und 60
fps über den Screen flimmern sollen.
Wer sich einen Gran Turismo 5-Kalender basteln will, sollte also mit rund 365 Türchen rechnen (vielleicht auch ein paar weniger), denn das Werk von Mastermind Kazunori Yamauchi wird erst 2009 zu haben sein. Inzwischen dürfen wir uns mit einem Vorgeschmack begnügen, der die Fans bei der Stange halten und bereits im Vorfeld ein wenig Geld für die Entwicklung des Endprodukts in die Kassen spülen soll. Ob das Gran Turismo 5 Prologue betitelte Rennspiel, das bei Kritikern als überteuerte Bezahl-Demo verschrien ist, den Erwartungen gerecht wird, ist jedoch zu bezweifeln. Schließlich haben auf der 40 Euro teuren Disc, deren Inhalt sich auch über den
PlayStation Store herunterladen lässt, gerade mal sechs volle Strecken (plus zwei Abwandlungen) und rund 70 Automobile Platz gefunden. Wenn man von einer ähnlichen Streckenanzahl wie bei Gran Turismo 4 ausgeht, ist das gerade mal rund ein Zehntel von dem, was das Endprodukt verspricht - bei rund 60 bis 70 Prozent des Preises.

Die London-Strecke ist der einzige Stadtkurs in GT 5 Prologue
Selbst beinharte Fans des Rennspektakels dürften also beim Kauf mit den Zähnen knirschen, schließlich ist das bei weitem nicht alles, was GT 5 Prologue im Vergleich mit der Vollversion fehlt. In dieser spielbaren Vorschau lassen sich nämlich weder die Fahrzeuge über Upgrades tunen, noch könnt ihr eure Freunde zu einem Onlinematch einladen. Zwar wurde ein Mehrspielermodus über das Internet integriert, bei dem immerhin zwölf bis sechzehn Piloten gegeneinander antreten, doch habt ihr keine Möglichkeit, eure Mitspieler zu bestimmen. Einmal ins Netzwerk eingeloggt, dürft ihr lediglich eine Strecke samt Schwierigkeitsgrad wählen, um anschließend mit einem per Zufall zusammengewürfelten Fahrerfeld ein paar Runden zu drehen. Von Turnieren oder längeren Veranstaltungen fehlt noch jede Spur. Auch ein Schadensmodell für die Fahrzeuge wird höchstens per Update nachgeliefert, so dass die Liste der Features ganz schön zusammenschrumpft. Konkurrent Forza 2 kommt immerhin auf 14 Strecken in 47 Variationen, plus zwei herunterladbare Kurse. Selbst die 300 Fahrzeuge inklusive Schadensmodell, die im Vergleich zu den versprochenen 900 aus GT 5 mager aussehen, sind eine deutlich bessere Basis für ein langes Spielvergnügen, als die knapp 70, mit denen GT 5 Prologue-Spieler auf der PS3 derzeit über die virtuellen Pisten heizen dürfen. Vom hervorragend implementierten Onlinemodus wollen wir gar nicht erst anfangen.
11.04.2008 - 16:37 Uhr karaokefreak
macht Spaß, ist halt nur vom Umfang her sehr knapp
geworden. Im Vergleich mit Forza 2 wirkt GT 5 Prologue
nunmal sehr teuer, und viel schlechter ist Forza 2
grafisch auch nicht. Im Gegenteil, beim Online-Spiel
und der Interaktion muss GT 5 (die Vollversion) erst
noch beweisen, dass sie wirklich mehr drauf hat.
Muss aber gestehn, ich dreh derzeit trotzdem lieber ein
paar Runden mit GT 5 Prologue, als mit Forza... sieht
einfach noch schöner aus :). Ein Schadensmodell und
bessere Online-Modi, und schon wird die Sache rund^^
11.04.2008 - 12:52 Uhr Mafuyu
und ich großer Fan der Serie geworden bin.