Torsten Kägler Lost - für mich eine Wahnsinnsserie. Ich habe mir alle Staffeln sofort auf DVD gekauft und war dementsprechend gespannt auf das Spiel zur Serie. Vor allem die Interaktion mit den bekannten Charakteren fand ich sehr gelungen, aber der fehlende Tiefgang hat mich massiv gestört.
Geheimnisvolle Zahlen und ein Flugzeugabsturz über einer scheinbar einsamen Insel. Wie hängen die Mysterien miteinander zusammen?
Den Flugzeugabsturz erlebt ihr aus nächster Nähe und schlüpft dabei in die Rolle von Elliot. Der Fotojournalist ist ein neuer Charakter, der so in der Fernsehserie nicht zu sehen war. Damit gelingt Ubisoft die Gratwanderung zwischen der Wiederholung bekannter Szenen und dem Entdecken neuer Pfade abseits der bekannten Episodeninhalte. Die Handlung ist dabei spannend inszeniert. Nach dem harten Aufprall und dem schrecklichen Absturz, der in eindrucksvollen Szenen über euren Bildschirm flimmert, hat Elliot sein Gedächtnis verloren. Nahezu alle Erinnerungen sind ausgelöscht. Als Erstes befragt ihr daher die anderen Überlebenden, ob sie euch kennen und euch helfen können. Um das Puzzlestück des Gedächtnisses langsam wieder zusammenzusetzen, werdet ihr aber das ganze Spiel brauchen. Habt ihr gehofft,dabei eure eigenen Geschichten zu erleben und Einfluss auf die Geschehnisse zu nehmen, macht euch die lineare Handlung leider einen Strich durch die Rechnung. Eigene Entscheidungen fällt ihr nur zum Anschein, denn Minuten später merkt ihr, dass alles vorbestimmt ist. Genießen könnt ihr das Abenteuer als Fan dennoch. Endlich einmal Sommersprosse aus direkter Nähe sehen, ein wenig mit ihr flirten oder von Locke einen weisen Rat erhalten. Einer der größten Pluspunkte ist hierbei, dass Ubisoft die deutschen Originalstimmen verpflichten konnte. Vorbei ist das Ärgernis neuer Stimmen in vielen Lizenzumsetzungen, Lost gewinnt damit als Videospiel deutlich an Glanz und Atmosphäre. Klar bietet es noch mehr als reine Gespräche. Mit gefunden Südfrüchten tauscht ihr Karten, Waffen oder einfache Fackeln, um dann der nächsten Spur auf den Grund zu gehen. Das Item-System ist dabei sehr klein gehalten. Komplexe Tauschgeschäfte und Kombinationen warten nicht auf euch.
Spannend wird es auf jeden Fall: besonders für Lost-Fans lauern auch ein oder zwei Überraschungen auf den Pfaden. Atmosphärisch und mit Robinson-Crusoe-Feeling sind dabei die Einspieler zwischen den Abschnitten. "Was bei Lost bisher geschah..." erzählt euch die letzten Spielstunden noch einmal im kurzen Abriss, bevor ihr weiter in die geheimnisvolle Welt der Insel einsteigt. Eine bessere Gedächtnisstütze hat es wohl selten gegeben und Serienfreaks werden ein Schmunzeln im Gesicht haben.
Locke ist natürlich auch mit von der Partie und hat dank der bekannten Synchronsprecher nichts von seinem Charme verloren.
Lost spielt nicht nur in der Gegenwart, sondern baut vor allem auf Szenen aus der Vergangenheit. Die Rückblicke sind ein fester Bestandteil in der Serie und halten auch im Spiel Einzug. Dabei seht ihr die Situation zunächst nur verschwommen und in Bruchstücken. Ihr könnt eigentlich nur erahnen, was abläuft. Erst wenn ihr vorgegebene Motive - Hinweise erhaltet ihr vor und während der Situationen - mit der Kamera schießt, seht ihr die ganze Situation in ihrer vollen Pracht. Eine nette Idee der Interaktion, die allerdings eine harte Bruchlandung erlebt. Die Fotos sind viel zu schwer zu schießen. Ihr müsst haargenau den richtigen Winkel treffen, sonst heißt es noch mal anvisieren und abdrücken. Das kann schnell nervig werden, wenn es nicht klappt. Spannender ist es da schon, wenn euch ein geheimnisvoller schwarzer Rauch jagt, der einst Mr. Eko zum Verhängnis wurde. Beinahe panisch müsst ihr fliehen, euch durch das grüne Dickicht des Dschungels schlagen und aufpassen, dass ihr nicht eingeholt werdet. Vor allem die vielen Anspielungen auf die Fernsehserie machen das Erlebnis perfekt. Da schnappen euch "die Anderen" und sperren euch in den Verhörraum, in dem auch schon Jack sein Dasein fristen musste. Natürlich findet ihr auch einen Eingang in das Tunnelsystem der Dharma-Inititative und deckt langsam immer mehr Hintergründe auf.
Kleine Rätsel, bei denen ihr euer Geschick beweisen müsst, fordern zwar nur teils, sorgen aber für spielerische Abwechslung. Ihr müsst Relais nacheinander korrekt schalten, um Strom zum Fließen zu bringen. Oder ihr überbrückt Kabel, um eine Tür zu öffnen. Ob das Aktivieren von Schaltern oder das Lösen von kleinen Logikrätseln - vor allem die ersten Rätsel machen richtig Laune. Auf Dauer durchschaut man allerdings nicht nur das Dickicht der Mysterien, sondern auch die stets gleichen Aufgaben. Das entzieht dem Spiel schnell einiges an Energie und mir fehlt es an Motivation zum Weiterspielen. Wäre das Spiel ohne die Serienlizenz auf den Markt gekommen, es wäre wohl schnell wieder in der Versenkung verschwunden als man "Lost" sagen kann. Zu belanglos sind die stumpfen Abfolgen, zu wenig ist man spielerisch gefordert.
Naja, GZSZ und die ganzen Soaps find ich auch nicht
wirklich toll, gibt aber genug Leute die das gucken.
Bei Lost ist das genau so. Die einen findens toll, die
anderen halt nicht. Geschmackssache eben, da hilft auch
kein "Wie bittte?!".
10.04.2008 - 13:11 Uhr Ghaleon
herhalten... nur ist die Quote da wohl zu gering ;-)
10.04.2008 - 11:01 Uhr chaz0r
wirklich toll, gibt aber genug Leute die das gucken.
Bei Lost ist das genau so. Die einen findens toll, die
anderen halt nicht. Geschmackssache eben, da hilft auch
kein "Wie bittte?!".
10.04.2008 - 06:22 Uhr Soulbutcher
09.04.2008 - 19:34 Uhr chaz0r
Geschmackssache? Gibt bestimmt auch einige, die das was
du gucken nicht toll finden :)
09.04.2008 - 18:09 Uhr Soulbutcher