Der Simulations-König gibt sein Debüt auf Nintendos Wii und überrascht mit innovativer Steuerung. Ob sich Entwickler-Chef Seabass damit selbst ein Ei ins Nest gelegt hat, erfahrt ihr im Artikel.
Als Konami seine Cash Cow rund um das runde Leder für Wii angekündigt hat, waren wir wohl nicht die einzigen, die eine schlichte, einfache Umsetzung für Nintendos Konsole vermuteten. Wie sehr man sich allerdings täuschen kann, zeigten die ersten Bilder: Gelbe und orangefarbene Pfeile und Kreise prägten das heilige Grün der virtuellen Kicker. Es ist der Anspruch an eine ausgereifte Simulation des Entwicklerteams rund um Shingo "Seabass" Takatsuka, der nach frischem Wind verlangt. Was liegt da also näher, als die innovative Steuerungs-Möglichkeiten der Wii voll auszunutzen?

Im Champions-Road steht euch anfangs nur ein Turnier zur Verfügung.

Noch bevor ihr überhaupt das Hauptmenü zu Gesicht bekommt, steht das Eröffnungs-Camp auf dem Programm. Leider hat Konami auf eine Sprachausgabe verzichtet und liefert stattdessen nur bedingt befriedigende Text-Kästchen. Die durchaus gute Darstellung in der

Steuerungsübung führt euch vor Augen, wie ihr dribbelt, passt, schießt, flankt und verteidigt. Jeder einzelne Klick wird dabei ausführlich erklärt, bevor ihr weiter zum Bewertungstest gelangt. Hier könnt ihr die neuerlernten Fähigkeiten umsetzen. Je nachdem, ob ihr mit gut oder schlecht abschneidet, könnt ihr mit dem Training fortsetzen. Zwar gibt es noch weitere, sehr spezielle Spezial-Trainingseinheiten, doch werden diese erst im späteren Verlauf des Spiels eingestreut, um euch nicht mit etlichen Kniffen des Spiels zu erdrücken. Clever! Einzelgänger können außerdem alternativ durch die Minus-Taste jedes Training überspringen und sich auf eigene Gefahr ohne jegliche Vorkenntnisse aufs Spielfeld stürzen.

Falsch gedacht! Das ist kein Pass, den Miguel gleich spielen wird, sondern die Richtungsvorgabe für sein Dribbling.

Einzelspiel, Liga, Pokal, Training und Editier-Modus sind alte Bekannte. Neu im Angebot sind der Modus Champions-Road und die Möglichkeit zu "tauschen". Die Meister-Liga ist dagegen dem Rotstift zum Opfer gefallen. Singleplayer-Kicker stürzen sich also gleich in die Champions-Road und schnuppern frische Luft: Über mehrere Turniere, die rund um den Globus stattfinden, könnt ihr Erfahrung, Fertigkeiten und Spieler sammeln. Ja, richtig gelesen. Erstmals in der Pro Evolution Soccer-Reihe gibt es keine PES-Punkte für Siege, sondern eine Karte besiegter Mannschaften. Sofern ihr einen Sieg einfahrt, könnt ihr nach dem Spiel eine, manchmal auch mehrere, Karten ziehen.

Gewohntes Bild für Wii-Spiele: Große Buttons, einfache Menüführung. Die Spieler ähneln sogar Miis.

Das Ganze ähnelt ein bisschen dem Sammeln von Fußballkarten aus früheren Zeiten, denn ihr wisst nicht, welcher Kicker sich hinter dem identischen Karten-Look verbirgt. Lediglich kleine Info-Häppchen wie "Er wird für sie laufen den ganzen Tag lang", "Wird die Menge begeistern mit seiner Fußarbeit" oder "lässt sich nicht so leicht vom Ball trennen" geben euch kleine Hinweise. Eine Absicherung gegen einen totalen Fehlgriff ist das allerdings nicht. Das Können der Spieler wird anhand von fünf Sternen angezeigt. Anfangs könnt ihr nur Spieler mit einem Stern auswählen. Gewinnt ihr Turniere, könnt ihr euch später auch talentiertere Bolzer zulegen.