Sebastian Thor Packend, verstörend, intensiv - Condemned 2 klimpert auf der vollen Klaviatur des Grauens, zieht euch in die erschreckenden Abgründe der menschlichen Seele und serviert ein Kampfsystem, das zu den besten seiner Art gehört. Solltet ihr schwache Nerven haben, weinerlich veranlagt oder einfach nahe am Wasser gebaut sein, dann lasst um Himmels Willen die Finger davon. Fans des Vorgängers hingegen frohlocken und klappern die Importhändler ab.
Wertung: 88%
Awards
Pro & Contra
Pro
Contra
Storyline
gelungene Steuerung
schummrige Innenlevel
unberechenbare Gegner
intensives Kampfsystem
beklemmende Soundkulisse
forensischer Part aufgebohrt
in Sachen Regie kaum Leerlauf
Waffen so weit das Auge reicht
jede Menge angenehme Schockmomente
wenige Gegnertypen
recht enttäuschendes Ende
kleinere Steuerungsprobleme
winzige Längen im Mittelteil
technisch schwache Außenabschnitte
einige aufgesetzt wirkende Rätseleinlagen
Fazit
Nix für Weicheier Bang! Gotcha! Hoppla Monolith, was für eine intensive Reise in die Gedärme einer bis zum Erbrechen mit menschlichen Wracks gefüllten Metropole! Was für ein Höllenritt! Condemned 2 ist psychischer Terror par excellence, den man so schnell nicht vergessen wird. Dieses Spiel ist brutal, packend, verstörend, bildgewaltig, erschreckend, fordernd und rücksichtslos. Rund zwölf Stunden lang dreht sich dieses Karussell des Grauens, das euch die hässliche Fratze der menschlichen Verkommenheit vorhält und erst nach dem relativ enttäuschenden Ende wieder in die Realität zurückkehren lässt. Das Nahkampfsystem gehört zu den intensivsten seiner Art, schickt euch gegen einige der Furcht einflößendsten Gegner aller Zeiten ins Gefecht. Auch die Regie lässt kaum locker: Wenn plötzlich ein Zug durch ein heiß umkämpftes Ghetto zischt oder euch ein bestialischer, Zähne fletschender Bär durch eine abgelegene Skihütte jagt, dann rast die Pumpe im Stakkato. Hinzu kommt der hervorragende erzählerische Rhythmus, der Wechsel zwischen beängstigend inszenierten Kämpfen, langen Ruhepausen und begleitenden Videosequenzen. Das forensische System wurde aufgebohrt und um sinnvolle Funktionen erweitert, die euch zwar selten vor echte Kopfnüsse stellen, aber immerhin für ein paar Momente investigativer Spannung gut sind. Okay, die Außenabschnitte bleiben technisch weit hinter dem Rest zurück, einige Rätsel wirken aufgesetzt und die Steuerung reagiert hin und wieder unsauber. Aber Monolith entführt euch in einen minutiös geplanten Alptraum, klimpert mit Bravour auf der Klaviatur des Horrors und lässt die Nackenhaare stramm stehen. Wie viele Spiele können das von sich behaupten?
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Wertungsdetails
Grafik 85%
Effekte
8/10
Animationen
9/10
Details
8/10
Texturen
8/10
Leveldesign
8/10
Die Kulisse ist besonders in den Innenabschnitten Furcht einflößend, wohingegen die Außenlevel ganz und gar nicht mithalten können. Die Animationen der Gegner sind exzellent, das Leveldesign ist durchdacht und stets nachvollziehbar. Insgesamt eine starke Leistung, die Monolith hier abliefert.
Sound 89%
Effekte
9/10
Musikuntermalung
8/10
Synchronisation
9/10
Die beklemmende Soundkulisse gehört zu den ganz großen Highlights dieses bedrückenden Horrortrips. Egal ob verräterische Geräusche, die winselnden Gegner oder die musikalische Untermalung - im Dunkeln kann Condemned 2 seine ganz großen akustischen Joker ausspielen.
Gameplay 87%
Story
8/10
Atmosphäre
9/10
Langzeitmotivation
7/10
Kurzzeitmotivation
8/10
Balance
7/10
Künstliche Intelligenz
7/10
Die Story wird euch langsam in ihren Bann ziehen und mit geschickt eingestreuten Cutscenes vor den Fernseher fesseln. Bis auf das schwache Ende gibt's hier auch kaum etwas auszusetzen. Nach etwa zwölf Stunden sollte jeder den Abspann gesehen haben. Die KI der Feinde geht in Ordnung.
Steuerung 82%
Handhabung
8/10
Präzision
8/10
Die Kamera schwingt bei jedem eurer Schritte dynamisch mit und versetzt euch mitten ins Spiel; in Sachen Steuerung leistet sich Condemned 2 keine größeren Schnitzer. Lediglich das ewige Nachjustieren zum Aufnehmen von Bandagen nervt.