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39
Hype it!
Release: Wii: 14.03.2008
Status: Released
Plattformen: Wii
Publisher: Rising Star Games
Entwickler: Grasshopper Manufacture
Genre: Action-Adventure
Off. Seite: mmv.co.jp
Fansite: keine Angabe

Fumble statt Touchdown

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10
Hype it!
Ich will es. Wirklich. Ich habe es versucht. Mich bemüht. Ich möchte dieses Spiel lieben, möchte es genießen und von einem Meisterwerk sprechen. Ich will in Faszination versinken wie damals bei Killer7. Vor allem, weil die Voraussetzungen dafür durchaus vorhanden sind. Der grundsätzliche Grafikstil ist so erfrischend wie ansprechend. Die Dialoge sind bissig und der Hauptcharakter ist eine verdammt coole Sau. Er heißt Travis Touchdown, liebt Animes, sammelt Plastikfiguren und schwingt sein bei eBay ersteigertes Laserschwert wie ein junger Gott. In den besten Momenten sticht er die meisten seiner meuchelnden Genrekollegen aus; als Charakter hat er mehr Ecken und Kanten, mehr Appeal als all die profillosen Macker der letzten Monate. Solche Teufelskerle sind dieser Tage wahrlich ein wertvolles Kleinod. Aber wisst ihr was? Es klappt nicht, der Funke springt nicht über. Unsere Beziehung beginnt viel versprechend, mit einem herrlich geschnittenen und neugierig machenden Intro. Hier erfahre ich, dass Mr. Touchdown durch Zufall nach einer Kneipenschlägerei auf die Liste der elf weltbesten Killer gerät. Hier lerne ich Sylvia Christel kennen, die Blondine mit dem traumhaft knappen Outfit, die Travis sofort den Kopf verdreht. Und hier mache ich erstmals Bekanntschaft mit dem Syndikat, das Kämpfe zwischen den Killern in die Wege leitet. Schließlich will sich Travis voller Tatendrang bis an die blutige Spitze metzeln.

Die Bosskämpfe stellen die Höhepunkte des Spiels dar und retten es vor dem Totalabsturz.

Das ist der erzählerische Rahmen, der zwar nicht besonders stabil gebaut wurde, aber von starken Dialogen und herrlich überzeichneten Figuren gestützt wird, die die Story in letzter Instanz auf ein unterhaltsames Niveau retten. Besonders die Gespräche zwischen Sylvia und Travis sind die heimlichen Highlights des Spiels und stellen den Rest vom Fest locker in den Schatten. Auch die Auftritte der
feindlichen Killer nebst Kameraführung und Musikarrangement machen deutlich, wie viel Potenzial in diesem Spiel steckt, das in seltenen Momenten die surreale Genialität eines Killer7 aufblitzen lässt. Denn das größte Kompliment, das man Grasshopper machen kann, ist, dass diese Bossgegner vor allem als Charakter und weniger als Feindbild interessant sind. Oder habt ihr schon mal gegen eine Katana schwingende Furie im japanischen Schulmädchen-Outfit gekämpft, die euch mit Wurfsternen traktiert? Gegen eine hübsche Lady, die euch mit Granaten eindeckt und eine Beinprothese trägt?

Dieses fantasievoll designte Killer-Kollektiv ist auch der Grund, warum ich mich trotz massiver Schwächen bis an die Spitze geschnetzelt habe. Wer auf Dialoge mit Klasse steht, kommt zumindest in diesen Szenen auf seine Kosten und wird trotz drögem Drumherum eine gewisse Motivation empfinden, die DVD immer wieder in die Konsole zu schmeißen. Selbst die eigentliche Inszenierung der Kämpfe kann sich sehen lassen und muss sich nicht vor bekannten Größen verstecken. Ihr müsst immer in Bewegung bleiben, euch im richtigen Moment zur Seite abrollen und blitzschnell zuschlagen. Zwar solltet ihr keine allzu kniffligen Herausforderungen mit ausgefeilten Verhaltensmustern erwarten, denn im Großen und Ganzen fühlen sich die Gefechte sehr ähnlich an. Aber es ist immer wieder spannend, den gegnerischen Lebensbalken ein ums andere Mal ins Bodenlose sinken zu lassen und die darauf folgende Cutscene zu sehen. Und was ist eigentlich mit Sylvia, der Frau, die so geschickt mit Andeutungen spielt und sich nach jedem gewonnenen Kampf blicken lässt? Kann Travis schließlich ihr Herz erobern? Mit ihr vielleicht sogar in der Kiste landen? All diese Fragen machen aus der wenig aufwändigen Storyline zumindest noch eine interessante.

Diese kleinen Kerle werdet ihr zu Hunderten erledigen.

Aber der Weg zu diesen Momenten ist äußerst anstrengend und gepflastert mit dilettantischen Patzern, die den als bizarres Kunstwerk gehandelten Titel an seiner offenen Welt ersticken und im Schatten von GTA verdorren lassen. Bevor ihr euch nämlich im Kampf um Rang und Ehre beweisen könnt, müsst ihr einen bestimmten Geldbetrag aufs Killerkonto bringen. Was in einer offenen Welt durchaus Sinn machen könnte, verkommt nach rund zwei Stunden leider zur nervigen Pflichtkür. Nach jeder Hauptmission startet ihr in Travis' Motel, wo ihr auf der Toilette speichern, am Kühlschrank Kraft tanken oder euch am Schrank neu einkleiden könnt. Sobald ihr einen Schritt vor die Tür setzt, erstreckt sich die fiktive Stadt Santa Destroy vor euren Augen. Eine Karte am unteren Bildrand lotst euch zu interessanten Orten, an denen ihr schnöden Mammon einstreicht.

Da wäre zum einen das Jobcenter, das euch zu wenig spektakulären Aufträgen der Marke Rasenmähen oder Müll sammeln verdonnert. Das sind witzig gemeinte Ideen, die aber ungefähr so spannend sind wie eingeschlafene Füße. Immerhin könnt ihr schon nach kurzer Zeit die dickeren Aufträge an Land ziehen, die ausschließlich mit brutaler Gewalt zu lösen sind. Mal müsst ihr den Boss einer Pizzakette um die Ecke bringen, mal so viele Gegner wie möglich in kürzester Zeit über die Laserklinge springen lassen. Davon abgesehen, dass die Variation zu wünschen übrig lässt - warum müssen fast alle diese Aufträge an ein und demselben Ort stattfinden? Einem Parkhaus in der Mitte der Stadt? Gerade den Anschlag auf den Pizzaboss hätte man so packend in Szene setzen und mit Zwischensequenzen intensivieren können. So bleiben sämtliche Nebenmissionen vor allem eines: farblose Klopporgien, die den Schotter in die Kasse spülen sollen. Da man für jeden Bosskampf eine bestimmte Menge Geld zusammen klauben muss, verliert man sich schnell in einer ermüdenden Endlosschleife und führt ein und denselben Anschlag so oft aus, bis man die Startgebühr auf der hohen Kante hat.
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Seiten: 1 2 Wertung

Kommentare

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  • 27.03.2008 - 21:14 Uhr Stawa

    Für Wii natürlich :/ hab ich vergessen zu schreiben
    -__-

  • 27.03.2008 - 21:08 Uhr Stawa

    Für mich das beste Spiel seit Super Mario Galaxy :]

  • 27.03.2008 - 18:25 Uhr Valve

    ich glaub, das meiste der negativen punkte kann man
    guten gewissens auf die veraltete Wii technologie
    zuschieben.

    auf xb360 wärs vielleciht n echter kracher geworden.

 
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