Hauke Schweer Als Nordlicht mag ich Wasser in flüssiger Form lieber als Schneekristalle. Allerdings hat diese Tatsache nichts damit zu tun, dass meine Wahl bei der Entscheidung zwischen Tony Hawks oder Freak Out: Extreme Freeride immer auf den Skater fallen würde. Das Gameplay ist bei dort einfach wesentlich ausgereifter und die Grafik um Längen abwechslungsreicher.
Ihr steht auf den Adrenalinrausch beim Skifahren, doch die freigegebenen Pisten sind euch zu langweilig und zu überfüllt? Dann könnte Frak Out: Extreme Freeride genau euer Spiel sein, denn günstiger wird Heliskiing nicht.
Heliskiing dürfte wohl zu den teuersten, exklusivsten, gefährlichsten und umweltbelastendsten Sportarten überhaupt gehören. Im Gegensatz zum eitlen Schaulaufen auf den planierten Massenpisten werden die Sportler mit dem Hubschrauber auf einen Berggipfel mit jungfräulicher Schneedecke geflogen, um direkt in Schussfahrt ins Tal zu rasen. Hubschraubermiete, Pilotensalär und Kerosin sind bekanntlich nicht gerade aus der Portokasse zu bezahlen. Daher werden sich nur die wenigsten das adrenalingeladene Pulverschneeabenteuer leisten können und stattdessen auf der Piste Hasen jagen oder Skilehrer anhimmeln. Als verhältnismäßig kostengünstige Alternative kann man dank JoWood auf der PSP den Hang herunterwedeln, denn Freak Out - Extreme Freeride bietet virtuelles Heliskiing mit einem Berg an Herausforderungen.
Bevor wir uns die Bretter unter die Füße schnallen, befinden wir uns in einem gemütlich wirkenden Kaminzimmer in hölzerner Lobby-Optik. Totenköpfe und Flammen zieren das Menü. Dort erstellen wir uns unser Profil aus(ein profil auserstellen?) und wählen, ob wir lieber ein Einzelrennen fahren oder eine Karriere starten wollen. Wir entscheiden uns für die zweite Option, denn hier können wir erstmal einen eigenen Charakter erstellen. Zumindest in gewissen Grenzen. Schnell tippen wir einen Namen ein und suchen uns ein Fahrerportrait aus, wobei jedes Bildchen an gewisse Grundfähigkeiten in den Disziplinen Trick, Balance und Ausdauer gekoppelt ist. Animierte Skelette kommentieren Entscheidungen mit Sprechblasen wie "Los, auf den Berg!". Bevor wir dieser Aufforderung Folge leisten, gucken wir uns noch ein wenig im Menü um.
Im Unterpunkt Kleidung lassen sich Jacken, Hosen, Mützen, Brillen und Rucksäcke wählen, vorausgesetzt, dass die entsprechenden Stücke schon freigespielt sind und wir genügend Geld auf dem Konto haben. Selbiges gilt für die Ausrüstung, wo sich Skier und Stöcke wechseln lassen. Auf dem Display bekommen wir die jeweiligen Moden und Modelle angezeigt, was nervenzehrende Ladezeiten mit sich bringt. Wer seinen Charakter individualisieren möchte, sollte gute 20 Minuten einplanen, bevor alle Möglichkeiten durchgescrollt sind. Ungeduldige sollten also schleunigst in den Heli steigen und sich ins Vergnügen stürzen.
Während der Ladepause stoßen wir wieder einmal auf ein animiertes Skelett, dieses Mal fliegt das Knochengerüst passenderweise Hubschrauber. Kaum taucht die Piste unter uns auf, windet sich der hervorragende rockige Soundtrack durch die Gehörgänge.
Die Grafik produziert eher Schneematsch als Pulverschnee und die Perspektive lässt gezielte Akrobatik in den seltensten Fällen zu.
Gleichzeitig taucht der optional zuschaltbare Tutorial-Ratgeber auf und erklärt uns die ersten Feinheiten des Gameplays. Schalten wir weitere Berge frei - anfangs steht nur einer zur Verfügung - steigert sich unsere Ausdauer. Dafür müssen Freeride-Events gewonnen und pro Berg eine bestimmte Anzahl an Missionen erfüllt werden. Dieses Konzept erinnert frappierend an die Tony Hawks Serie und dieser Vergleich liegt auch für das restliche Spiel nah. Gesteuert wird wahlweise über Analogpad oder Steuerkreuz, die weiteren Tasten bewirken je nach Position des Skifahrers unterschiedliche Aktionen. Das Dreieck beispielsweise bremst bei Schwüngen ab oder löst in der Luft das Kreuzen der Skier für Tricks aus. Die R-Taste hingegen lässt den Fahrer über Baumstämme oder auch vereiste Kanten grinden. Doch dafür muss man entsprechende Punkte erst einmal erreichen.