Schon der erste Ausflug auf das Schlachtfeld des Ego-Shooters Frontlines: Fuel of War hinterließ einen viel versprechenden Eindruck. Jetzt liegt die Verkaufsversion vor und es stellt sich die Frage: Wird das Spiel den Vorschusslorbeeren gerecht? Hier gibt es die Antwort.
Man stelle sich folgendes Szenario vor: In der nahen Zukunft gehen die Erdölreserven zur Neige. Das wohl wichtigste Gut der modernen Zivilisation wird knapp, was unweigerlich in Chaos und teilweise sogar Anarchie mündet. Von ersten kleineren Unruhen, bis hin zu offenen Revolten, Hungersnöten und kriegerischen Auseinandersetzungen reicht das Arsenal des Schreckens. Das Schlimme an dieser Vorstellung: Allzu illusorisch ist sie nicht. Obwohl sie in diesem Fall "nur" als Fundament für den Ego-Shooter Frontlines: Fuel of War dient, ist sie erschreckend realistisch. Doch malen wir den Teufel nicht an die Wand, sondern widmen uns lieber dem Spiel als solches.
Harte HundeAuf den auf ersten Blick erinnert alles sehr an einen Multiplayer-Shooter im Stil von Battlefield & Co. Mehrere Fraktionen, die sich auf dem Schlachtfeld gegenüber stehen, Eroberungen, Fahrzeuge; im Prinzip ist Frontlines: Fuel of War in der Tat ein klassischer Vertreter dieses Genres. Allerdings bietet das Spiel auch

einen ebenso brauchbaren wie interessanten Solo-Part. Hierbei schlüpft man in die Rolle eines Mitglieds der so genannten "Stray Dogs" - eine Spezialeinheit auf Seiten der Westkoalition. Dieser Trupp wird immer zu besonders brisanten Brennpunkten des globalen Ölkriegs gerufen und sind das, was man sprichwörtlich als harte Hunde bezeichnen würde.
Wo jetzt das Besondere des Solo-Parts bleibt? Er offenbart eine interessante Mischung aus bewährten Single- und Multiplayer-Elementen. Wir holen mal etwas weiter aus. Einerseits ballert man sich gemeinsam mit seinen
KI-Kameraden durch die Kampagne. Von der Kommandozentrale erhalten die Stray Dogs stets neue Missionsziele, die unter anderem die Zerstörung von Raketenstellungen oder die Infiltration eines strategisch wichtigen Gebäudes umfassen. Wie man dabei vorgeht, bleibt dem Spieler überlassen, da es oftmals mehrere Ziele gibt, die man in nahezu beliebiger Reihenfolge angehen kann.

Gefahr lauert nicht nur hinter jeder Ecke, sondern auch aus der Luft.

Jetzt kommt die Besonderheit: Sämtliche Aspekte, die man im Multiplayer-Part von Frontlines: Fuel of War findet, kommen auch in der Solo-Kampagne zum Tragen. So gibt es beispielsweise festgelegte Punkte auf der Karte, die der Spieler mit seinem Team erobern muss. Dabei rückt die Frontlinie ein Stück weiter in das Territorium des Feindes hinein und man erhält Zugriff auf neue Einstiegspunkte. Ja, richtig gelesen: Segnet der Charakter mal das Zeitliche, findet man sich auf einer Übersichtskarte wieder - ein Mausklick später ist man wieder mitten im Geschehen. Selbst die Wahl der Spielklasse - dazu gleich mehr - wurde in die Kampagne eingebaut.
Klingt toll und macht anfangs auch viel Spaß. Leider gibt es einige Kritikpunkte, die den Eindruck auf lange Sicht etwas schmälern. Da wäre zum einen das schwankende Niveau der
KI. Mal verhalten sich Kameraden und Gegner sehr clever, suchen Deckungen auf oder greifen von der Flanke aus an. Wenig später ärgert man sich über doofe Aussetzer und Soldaten der Marke Kanonenfutter. Zudem ist die Kampagne insgesamt etwas kurz geraten; nach acht Missionen respektive wenigen Stunden hat man den letzten Einsatz erfolgreich gemeistert.