SpellForce bekam viele Vorschusslorbeeren, unteranderem wegen der fantastischen Grafik und der Fusion von Rollenspiel und Echtzeit-Strategie. Doch wie gut die anderen Spielelemente, z.B. Kampagne oder Mulitplayer sind, konnte man vorher noch nicht voraussagen. Wie sich nun alle Faktoren auf das fertige Spiel ausüben, erfahrt ihr in unserem Test.
In einem hübschen, gerenderten Intro bekommt der Spieler die Vorgeschichte erzählt, wie es dazu kam, dass Fiara, die Welt in der SpellForce spielt, in zahlreiche Inseln geteilt wurde. Einige Zauberer hatten nämlich das Bedürfnis ihre Magie-Muskeln spielen zu lassen und durch die enorme Kraft die dabei von ihnen freigesetzt wurde, zerriss Fiara in besagte nicht zusammenhängende Areale.
Etwa acht Jahre später zeigt jedoch einer jener Zauberer Reue, und will retten, was noch zu retten ist. Also beschwört er kurzer Hand einen Avatar, der den Schaden wieder beheben soll. Dieser Avatar verkörpert den Spieler in SpellForce.
Entdeckung einer neuen WeltVor dem Start der Singleplayer-Kampagne stellt man sich allerdings erst einmal seinen individuellen Held zusammen. Hier kann man bestimmen, ob er männlich oder weiblich ist, auf welche Art des Kampfes er sich spezialisiert (Nahkämpfer, Fernkämpfer oder Magier) und die Charakterwerte, wie Stärke oder Intelligenz festlegen.
Mit seinem frisch gebackenen Avatar bricht der Spieler nun auf, in die wunderschöne Welt Fiara um seine Aufgabe zu erfüllen. Durch kleine Gegner, wie Spinnen, sammelt man anfangs in bester
Rollenspiel-Manier Erfahrung um den Held zu verbessern. Außerdem kann man ihn mit immer besseren Ausrüstungsgegenständen bestücken, die man entweder findet oder bei einem der Händler auf den 21 Inselwelten ersteht. Letztere sind durch magische Portale verbunden und jede bietet mehrere der insgesamt 28 Sub-
Quests. Um alle 22 Pflicht-Missionen der Kampagne zu bestehen muss man jedes Areal besuchen und eine der Hauptaufgabe erfüllen um das Portal zum nächsten Gebiet erreichen zu können. Leider sind die Meisten dieser
Quests nicht besonders abwechslungsreich. Meistens gilt es entweder ein gegnerisches Lager auszunehmen oder das Eigene zu

verteidigen.
Die bereits erwähnten Sub-Quests sind da wesentlich spannender, sie gehen oft über mehrere Inseln und der Rollenspiel-Part kommt hier mehr zum tragen. Zu bereits bereisten Gebieten kann man jederzeit über die Portale zurückkehren, schade nur, dass vorher erbaute Siedlungen dann nicht mehr vorhanden sind.
Ich nehme die Zwerge! Oder doch lieber die Dunkelelfen?
Je nachdem welche Runen man bei sich trägt, kann man in SpellForce mit einer der sechs verschiedene Rassen (Menschen, Zwerge, Elfen, Orks, Trolle und Dunkelelfen) den Aufbau einer Basis beginnen, vorausgesetzt man findet ein entsprechendes Runen-Monument, denn nur hier kann man
Arbeiter oder Kampf-Einheiten erstellen.
Keines der Völker braucht alle sieben Recourssen, die im Spiel zur Verfügung stehen. Aber Elfen benötigen beispielsweise mehr Holz als Zwerge, dafür bauen diese mehr Eisen ab, so entstehen vor allem im Multiplayer heiße Schlachten um die Rohstoffe.
Jedes Volk führt zehn Einheiten in die Schlacht, wobei sich diese enorm unterscheiden. Die Elfen setzen eher auf Fernkämpfer, die Orks hingegen sind die geborenen Nahkämpfer.
Zu den „normalen“ Kriegern gesellen sich die Titanen, besonders mächtige Einheiten die jedes Volk einmalig (pro Areal) erschaffen kann und die spielend mit einer ganzen Gruppe von Gegnern fertig werden.
Im Laufe der Kampagne sammelt der Spieler Heldenrunen ein, mit denen er an Heldenmonumenten bis zu fünf weitere Heroen beschwören kann. Diese begleiten ihn dann bis zum Ende der Karte. Leider bekommt nur der Avatar Erfahrungspunkte gut geschrieben, seine Begleiter kann man lediglich mit anderen Gegenständen ausrüsten.
Click & Fight
Bisher war es üblich in einem Strategiespiel mit einer Maustaste die eigene Einheit anzuwählen und mit der Anderen auf eine Gegnerische zu klicken und damit den Befehl zum Angriff zu erteilen. Dieses funktioniert in SpellForce genauso, allerdings haben sich die Entwickler auch etwas neues Einfallen lassen, dass das Steuern stark erleichtern soll, das Ganze nennt sich Click and Fight: man klickt auf die Einheit des Gegenspielers. Nun erscheint am oberen Bildschirmrand unter den Portraits der eigenen Armee und Helden die Angriffsmöglichkeiten die sie zu bieten haben. Jetzt hat man die Option einen direkten Angriffsbefehl zu erteilen oder einen der Zauber in die feindlichen Reihen zu schleudern. Das Gleiche funktioniert auch bei den eigenen Einheiten, allerdings nicht mit einem Angriff, sondern beispielsweise mit einem Heilzauber.
Die Grafik von SpellForce stellt alles bisher da gewesene in den Schatten. Selbst Command & Conquer Generäle muss sich angesichts dieser Grafikpracht geschlagen geben. Solch detaillierte Welten und Einheiten gab es bis jetzt in keinem Strategiespiel. Auch die Zaubersprüche sehen sehr gut aus und stehen denen aus WarCraft 3 in nichts nach.
Ebenso gut ist der Soundtrack, jede Situation wird mit tollen Musikstücken sehr gut untermalt und dank professioneller Synchronsprecher wurden alle Einheiten und Charaktere im Spiel passend vertont. Leider unterstützt das Spiel nur Stereo.
Der Multiplayer-Modus kommt ziemlich abgespeckt da her. Gerade einmal zwölf Maps stehen dem Spieler zu Verfügung. Einziger auswählbarer Modus ist Deathmatch, außerdem kann man nur vorgefertigte Avatare in die Schlacht schicken, die nicht aufsteigen können.