Die Rückkehr auf den Bolzplatz oder besser gesagt: "Back to the Roots" - zum nunmehr dritten Mal versucht EA, Fans des runden Balls die hauseigene Fifa Street-Reihe schmackhaft zu machen. Glückt der Versuch mit dem neuesten Ableger? Die Wahrheit liegt nicht auf dem Grün, sondern schwarz auf weiß in unserem Testbericht vor.
Mit Comiclook zum Sieg, weg mit dem Realitätswahn - die erste Neuerung fällt Kennern der Fifa Street-Reihe sofort ins Auge. Wo vorher Fußballer mit wohl proportionierten Körpern herumwuselten, gibt es jetzt nur noch Beinchen im Streichhölzchenformat und Gesichter wie aus einer politischen Karikatur. Ob ihr es glauben mögt oder auch nicht - der Grafikstil harmoniert mit diesem Arcade-Fußballspiel und besticht durch seinen Charme. Spätestens wenn man Lukas Podolskis Knüppelnase das erste Mal erblickt, kommt man um ein gehässiges Grinsen nicht herum. Aber auch andere Fußballmillionäre werden frisch und knackig präsentiert - ob es ihnen nun gefällt oder nicht.

Die Spieler sehen aus wie wandelnde Karikaturen!

Verschiedene Spielmodi buhlen um eure Gunst: Bevor es im den Herausforderungsmodus richtig zur Sache geht und ihr um verlockend glitzernde GS-Erfolge spielen könnt, solltet ihr einen Abstecher auf den Bolzplatz wagen. Eine weitere gute Übung ist ein flotter Freundschaftskick, in dem zwei freiwählbare Mannschaften gegeneinander antreten. Die Steuerung ist zwar nicht sonderlich

kompliziert und entspricht den gängigen Fifa-Kriterien, aber durch das schnelle
Gameplay könnte durchaus der Überblick verloren gehen. Miserabel ist die Umsetzung des Tutorials erfolgt: informative Popupfenster klären euch über mögliche Steuerungmöglichkeiten auf; leider wird hierfür das Spiel des Öfteren unterbrochen. Zu Beginn ist das nicht weiter schlimm, mag der eine oder andere denken, dummerweise tauchen diese Popups auch noch bei deutlich fortgeschrittenem Spielverlauf auf.
Saftiges Grün war gestern, heute wird auf Ölplattformen, auf dem Hinterhof oder im Hafen gebolzt, was das Zeug hält. Bevor ihr euch auf solch illustren Plätzen austoben dürft, müssen erst mal die Herausforderungen gemeistert werden. Ein Karriermodus wie in Fifa Street 2, in dem es möglich war, Spieler auszutauschen oder Skillpunkte zu verteilen, gibt es nicht mehr. Stattdessen wählt ihr vor jedem Spiel eure Mannschaft aus, mit der ihr antreten möchtet. Eine Herausforderung besteht aus bis zu sechs Runden, in der jeweils eine bestimmte Anzahl von Toren erzielt werden muss. Was zunächst einfach klingt, ist es natürlich ganz und gar nicht. Denn entscheidend ist die Art und Weise, wie die Tore erzielt werden müssen. Mal darf man das Leder nur per Kopf oder Volley im Netz versenken, mal dürfen Tore nur im Gamebreakermodus erzielt werden. Leider ist die Anzahl der Herausforderungen sehr überschaubar ausgefallen, etwas mehr Ideen würden den Spieler sicherlich länger an den nagelneuen High-Definition-Bildschirm fesseln.

Die Bolzplätze befinden sich an abgefahrenen Locations, hier auf dem Dach eines Wolkenkratzers in Japan.

Fifa Street richtet sich an all diejenigen Fußballfans, die genug von taktischen Geplänkel oder den Abwehrschlachten haben und die Bälle im Sekundentakt im Netz versenken wollen. Ihr wählt ein Team, wechselt vielleicht einen oder zwei Spieler aus - dies ist aber nicht zwingend notwendig, um ein Match zu gewinnen - und los geht's. Hacke, Kopf und Tor - Tricks und Spielzüge bestimmten das Spielgeschehen. Da wird der Gegner im Sekundentakt getunnelt und Tore werden regelmäßig per Fallrückzieher erzielt. Je besser der Stil und je ausgefeilter die Tricks, desto schneller steigt die Gamebreaker-Score. Sobald die Leiste am oberen Rand bis zum Bersten gefüllt ist, solltet ihr fix auf die Gamebreakertaste drücken - der Bildschirm wird grau, fetzige Musik tönt aus den Lautsprechern, Spieler ziehen einen regenbogenfarbenen Schweif hinter sich, erzielen in Rekordzeit eindrucksvolle Tore und tricksen auf höchstem Niveau. Da wird der Gegner zum Staunen degradiert, aber schneller als gedacht ist die Zeit schon wieder um und die leicht tänzelnde Pille wird zur stinknormalen Ledermurmel.
Deprimierende Einsamkeit kommt im Mehrspielermodus nicht auf: Bis zu vier Spieler messen ihr Können an Tastatur oder Controller. Dabei ist ein Spiel sowohl am heimischen Bildschirm als auch in den Weiten des Internets möglich. Sofern eine Verbindung besteht, können Ranglistenspiele geführt werden oder man bringt mit der Auswahl der Nation das Länder-Ranking nach vorn - zeigen wir es den Engländern!