Torsten Kägler Der Drache hat Besitz von mir genommen: Selten hat mich eine Erweiterung so in ihren Bann ziehen können. Von nun an wird Anno 1701 wieder häufiger in meinem Laufwerk landen. Annoholikern kann ich den Fluch des Drachen nur wärmstens empfehlen.
Der Fluch des Drachen ist die erste offizielle Erweiterung zum Supererfolg Anno 1701. Wir haben uns in die neuen Spielwelten begeben, um herauszufinden, was die Kampagne zu bieten hat und was sich hinter dem kryptischen Titel noch so alles verbirgt.
Das vergangene Jahr war für euch ein sehr erfolgreiches, indem ihr dutzende Siedlungen gegründet und noch mehr Inseln und Länderein entdeckt habt? Wenn ja, dann habt ihr sicherlich so einige Stunde mit Anno 1701 verbracht, einem der erfolgreichsten Spiele, das jemals aus deutschen Landen kam. Selbst in den Vereinigten Staaten konnte der Strategiehit auftrumpfen, wenn auch letzte Wertungspunkte zum gänzlichen Durchbruch gefehlt haben. Mittlerweile sollten selbst die hungrigsten Abenteurer nahezu alles entdeckt haben. Genau der richtige Zeitpunkt, um wieder aufzubrechen und in ferne Regionen vorzudringen. Mit Der Fluch des Drachen folgt in diesen Tagen die erste offizielle Erweiterung. Wir waren für euch auf großer Entdeckerfahrt, um Schätze zu finden, Rohstoffe zu erwirtschaften und Abenteuer zu erleben. Was euch im Add-On erwartet, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Testbericht. Als Anno 1701 in den Handel kam, war zunächst nicht klar, ob es auch spielerisch an die Erfolge der beiden Vorgänger anknüpfen kann. Erste Ausflüge in die Spielwelt zeigten aber früh: Den Entwicklern war es gelungen, das Flair der Reihe aufzunehmen und euch in eine faszinierendes Reich des Handelns und Aufbauens zu versetzen. Mit hoch auflösenden Grafiken, detailverliebter Inszenierung des Siedlungs- und späteren Stadtlebens kamen selbst Spieler mit höchstem Anspruch lange nicht aus dem Staunen mehr heraus. Nicht nur mit einem grafischen Bombastfeuerwerk allein wartete Sunflowers auf. Dank eines guten Handelsprinzips, bedeutenden Charakteren, Diplomatie und eines Aufbausystems mit Beispielcharakter wurde die Strategie zum großen Erlebnis. In der Erweiterung wird das Potential genutzt und sofort fühlt ihr euch heimisch, wenn ihr in die neue Kampagne eintaucht. Schließlich hat es nur bei der Handlung der Vollversion noch Kritikpunkte gegeben. Wirklich fesselnd waren die Aufträge zunächst nämlich nicht. Zwar durfte man hier und dort kleinere Abenteuer erleben, Schiffbrüchige retten oder Aufträge des Königreichs vollführen, das war es dann aber schon. In Der Fluch des Drachen ändert sich hieran einiges. Vorbei sind die
Zeiten der kargen Handlung. Vorbei sind die Zeiten der kargen Handlung: Schon früh spürt ihr, dass sich die Entwickler die Kritik zu Herzen genommen haben. Zusammen mit Finn Hallqvist, einem der neuen Charaktere, beginnt ihr euer neues Spielleben. Von seinem Vater hat der aufgeweckte Hallqvist von fernen asiatischen Regionen gehört und auch von der Sage um das Auge des Drachen, einem mystischen Artefakt. Ihr seid nicht auf den Kopf gefallen und genug Entdeckergeist schlummert auch in euch. So macht ihr euch gemeinsam auf die abenteuerliche Reise. Früh erfahrt ihr die unterschiedlichsten Wendungen am eigenen Leib, wodurch die Geschichte mit Spannung und Abwechslung brilliert. So stoßt ihr auf den hinterhältigen Diego del Torro, der es auf das Artefakt abgesehen hat. Selbst die niedersten Verbrechen wie Mord und Brandstiftungen gehören zu seinem Handwerkszeug. Und was ist eigentlich der Fluch des Drachen? Als wären das noch nicht genug Aufgaben, könnt ihr euch auch in Submissionen zusätzlich beweisen und Extras wie Ressourcen oder Geld verdienen. Die meist kurzen Aufgaben machen sich dabei wie gehabt doppelt bezahlt, denn oft steigt zusätzlich euer Ansinnen bei Verbündeten. Zusammen mit den Sonderabenteuern werdet ihr über 20 Stunden mit der Kampagne verbringen. Viel Arbeit und Liebe lassen sich nicht nur erahnen, beide werden direkt erlebbar.
Der Fluch des Drachen ist die perfekte Erweiterung für jeden Strategen, der nach neuen Abenteuern giert. Der Mix aus neuen Inhalten und Missionen ist gelungen!
Spürbar wird das vor allem bei den zahlreichen Details, die ihr entdecken könnt. Begonnen bei den authentisch wirkenden Synchronstimmen, die haargenau auf die virtuellen Personen passen, bis hin zu den Soundeffekten, die vom dumpfen Hämmern der tüchtigen Arbeiter in der Schmiede bis zum tosenden Orkan auf dem Ozean eine breite Vielfalt an Geräuschen offenbaren. Mit weit über 30 Minuten an neuen orchestralen Musikstücken erklingt so ein akustisches Meisterwerk, das euch wie schon im Hauptprogramm selbst nach Tagen und Wochen nicht loslassen wird. Schließlich lauscht ihr seichten Klängen von Geigen ebenso wie den dumpfen Schlägen auf der Pauke. Liebevoll gestaltet erstrahlen die asiatischen Bauten in einem Glanz aus hellen Farben und vielen Details. Sie sorgen vor allem optisch für Abwechslung im sonst bekannten Umfeld der Gebäude und Menschen. Zusammen mit den neuen Karten, die geographische Gegebenheiten entdecken lassen, könnt ihr endlich neu siedeln. Selbst eine weitere Naturkatastrophe macht euer Leben schwer. Was sich dahinter verbirgt? Das wollen wir euch nicht zu früh verraten, denn Überraschungen machen gerade diese Erweiterung sehr viel spannender. Mit dem Welten-Editor liefert das Zusatzprogramm weitere Unterhaltung und die Option, selbst kreativ zu werden. Schade, dass ihr dafür sehr viel Zeit investieren müsst und die Hilfe im Spiel nur generelle Fragen klärt. Wenn ihr fordernde und große Welten erschaffen wollt, müsst ihr schon einen ganzen Tag investieren. Als Belohnung dürft ihr euer Werk dann mit Freunden online tauschen oder am besten gleich gemeinsam eine Partie spielen. In den kommenden Wochen werden in der Community so sicherlich viele sehr gute Karten entstehen, die zusätzliche Unterhaltung bieten.