Torsten Kägler Bee Movie ist ein gelungenes Intermezzo. Für einige Stunden hatte ich sogar richtig Spaß. Auf Dauer landet das Spiel bei mir aber nicht im Laufwerk. Der Titel ist für jüngere Spieler gedacht, die ein kindgerechtes Abenteuer erleben sollen. Leider spiegelt sich das auch im Anspruch wider Mehr als Knopfabfolgen führt man nicht aus, die Interaktion verkommt zur Fließbandarbeit.
Das Wortspiel im Titel ist gelungen, doch kann Bee Movie neben der Leinwand auch als Videospiel eine gute Figur machen? Wir waren mit den fleißigen Tierchen unterwegs und berichten von unseren Erlebnissen.
In Happy Feet stapfte ein knuddeliger Pinguin durch den Schnee und eroberte mit seinen steppenden Füßen eure Herzen im Rhythmus der Musik. In Ratatouille habt ihr gelernt, dass Ratten nicht immer dreckig sein müssen, sondern wahre Meisterköche sein können, die mit Menschen in Frieden leben möchten. Bei Bee Movie verhält es sich ein wenig anders, denn der gelb-schwarze Hauptdarsteller hat es faustdick hinter den Ohren. Am besten aber ganz zurück zum Anfang: Nicht nur Menschenkinder sehnen sich nach ihrem letzten Schultag, sondern auch die Bienen. Barry B. Benson ist der beste Beweis dafür. Schon lange hat er auf diesen Tag gehofft und endlich ist er da: Der Tag der Freiheit, an dem er zum letzten Mal die Schulbank drücken muss. Schnell merkt Barry: Das Leben als Honigproduzent offenbart
nur wenige Karrieremöglichkeiten. So macht sich der quirlige Vielflieger erst mal mit der Bienenfliegerstaffel auf in den Central Park und erhofft sich dort die sehnsüchtig erwartete Freiheit.
Der magischen Anziehungskraft eines knallgelben Tennisballs verfallen, kommt die kleine Biene in größere Schwierigkeiten als ihr lieb ist. Im Wahnsinnstempo fliegt Barry, sich an die Filzkugel krallend, von einer Platzseite zur anderen. Nur durch glückliche Umstände landet das putzige Tierchen am Ende in der Wohnung der Floristin Vanessa. Schnell fühlt sich Barry wohl bei der jungen Dame, die seine Lieblingsspeise in Form von Blumen gleich im Dutzend in ihrer Wohnung hat. Schließlich bricht er selbst das heiligste aller Gesetze: Das Verbot, mit Menschen zu sprechen. Beim Plaudern klären Vanessa und ihr fliegender neuer Freund einige Missverständnisse über das Leben von Bienen und Menschen. Eines will Barry aber ganz und gar nicht verstehen: Von Bienen produzierter Honig steht im Supermarkt. Ganz klar ein dreister Reibach mit geklauter Ware. Ebenso wenig hat er Verständnis für Stars wie "Sting" (Stachel), die damit eindeutig das Bienencopyright verletzen. Ein Feldzug vor Gericht und ein spannendes Bienenabenteuer in der Großstadt nehmen ihren Lauf.
Das ist Barry. Er ist keine normale Arbeiterbiene, sondern will mehr erleben als täglich für neuen Honignachschub zu sorgen und damit beginnt ein großes Abenteuer.
Der Kinofilm ist in den USA bereits ein riesengroßer Erfolg und spielte weit über 150 Millionen US-Dollar ein. In Europa wird das nicht sehr viel anders sein. Animationsfilme begeistern seit Jahren ein großes Publikum, die passenden Videospiele dazu leider nur selten. Während Happy Feet ein Rohrkrepierer war, konnte Ratatouille mit rattenscharfen Aufgaben und Zwischensequenzen punkten. Hinter Bee Movie versteckt sich ein unterhaltsames Abenteuer für alle jüngeren Spieler. Solltet ihr also aus den Kinderschuhen der Videospielkunst herausgewachsen sein, solltet ihr am besten gar nicht erst weiterlesen.