Es gibt Spiele, die einem den Kopf verdrehen - oder vielmehr austauschen. Dead Head Fred gehört nicht nur inhaltlich zu dieser Kategorie. Der durchgeknallte Plattformer um den untoten Detektiv Fred überzeugt im Test mit Spielwitz und makaberem Humor.
Gestatten, mein Name ist Fred. Eigentlich sollte ich als Privatermittler tätig sein, aber ein völlig verrückter Wissenschaftler hat den Begriff "Gehirnwäsche" grundlegend falsch verstanden. Deshalb treibt mein Denkorgan jetzt in einem Einweckglas voller grünlicher Flüssigkeit herum. Da kann ich nur von Glück reden, dass der Behälter zwischen meinen Schultern befestigt wurde und ich - bis auf mein Äußeres - keine Schäden von dieser seltsamen Operation davongetragen habe. Im Gegenteil: Mein neuer Kopfwechsler ist Gold wert, verleiht er mir doch übermenschliche Fähigkeiten.
Außerdem hat Dr. Friedrich Steiner mir praktisch das Leben gerettet, zumal ich schon tot war. Sein früherer Boss, Ulysses S. Pitt, gegen den ich ermittle, hat mich ins Jenseits befördern lassen und meinen Kopf als Trophäe behalten. Gerade rechtzeitig für mich hat Dr. Steiner die Seiten gewechselt und möchte mit den gefährlichen Machenschaften Pitts nichts mehr zu tun haben. Die schöne Stadt Hope Falls leidet nämlich extrem unter dessen Gewinnsucht und seinem Atomkraftwerk.

Zeit für uns, Rache an diesem Mr. Burns-Verschnitt zu üben.
Doch vor der Befriedigung niederer Triebe müssen wir Dr. Steiner retten, der von Pitts Schergen entführt wird, nachdem er uns über unser Schicksal aufgeklärt hat. Eine Odyssee beginnt, auf der wir auf zahlreiche schräge Charaktere und morbiden Humor mit Köpfchen treffen. Apropos Köpfchen - im Laufe des Spiels finden wir neun unterschiedliche Häupter, manchmal noch auf den Schultern der Gegner. Ein beherzter Ruck - und schon haben wir neue Fähigkeiten im Repertoire, die wir später sogar noch verbessern können. Dank der Möglichkeit, unsere Birne auszutauschen, können wir uns einen Totenschädel, Tikikopf oder einen Steinkopf in Inkamode aufsetzen. Ein Schrumpfkopf lässt uns in Windeseile winzig klein werden, wodurch wir durch hohle Baumstämme und schmale Ritzen passen, mit dem Steinkopf entwickeln wir besondere Wucht und der Leichenschädel ist extrem dehnbar und dient als Heißluftballon und Flüssigkeitsbehälter gleichermaßen. Die Rätsel und Kämpfe können folgerichtig für Kopfzerbrechen sorgen, wenn man sie Hals über Kopf anstatt mit Grips angeht.

Privatdetektiv Fred lässt nichts aus, um uns zu unterhalten. Auch hinterhältige Slapstickattacken auf die Weichteile der Gegner gehören zu seinem Repertoire.
Besonders bei handgreiflichen Auseinandersetzungen zahlt es sich aus, dass der Druck der Kopfwechseltaste das Spiel pausiert. Das entspannt die rasanten Prügeleien in Beat'm-up-Manier doch sehr und schafft Raum für Taktik. Schließlich lässt sich jede Gegnersorte mit einem bestimmten Schädel besonders gut bekämpfen. Neben Schlägen und Tritten lässt sich zusätzlich noch ein besonders heftiger Spezialangriff starten, den wir wahlweise einem Feind an den Kopf werfen oder auf eine Gruppe von Bösewichten verteilen können. Als wäre das an sich nicht schon anspruchsvoll genug, müssen wir uns außerdem verteidigen, wenn wir nicht endgültig das Zeitliche segnen wollen. Jeder Gegnertyp verfügt ebenfalls über eine besonders starke Attacke, die etwas Vorbereitung benötigt und sich durch entsprechende Animationen ankündigt. Bemerken wir erste Anzeichen, sollten wir schleunigst ausweichen oder mal wieder die Rübe wechseln, denn bestimmte Gegnerattacken lassen sich nur mit entsprechendem Oberstübchen abwehren. Bevor euch der Schädel raucht: der für den Moment viel versprechendste Schulterbesatz wird euch im Interface angezeigt.