Herr der Ringe Online und Tabula Rasa sind Euch schon wieder langweilig geworden, aber bis zum Release von WAR oder AoC wollt Ihr nicht warten? Dank der vielen kostenlosen MMOGs gibt es mehr als genug Pausenfüller, aber längst nicht alle machen Spaß. Ob Twelve Sky dazu gehört, erfahrt Ihr in unserem Review.
Momentan herrscht ein wenig Ebbe am Strand der MMO-Neuerscheinungen. Warhammer Online, Age of Conan, Aion und Co lassen noch ein wenig auf sich warten. Aber keine Sorge, Pausenfüller gibt es dank all der kostenlosen MMOGs ja dennoch wie Sand am Meer. Aber wer hat schon Lust sich all diese Sandkörner anzusehen? Wir helfen euch bei der Auswahl und haben uns heute Twelve Sky herausgepickt und auf Spielspaß getestet.
Wie so viele seiner Artgenossen kommt auch Twelve Sky ursprünglich aus Korea. Gamengame importierte den fernöstlich angehauchten Diablo-Klon letztes Jahr auch nach Nordamerika und zu uns nach Europa. Auf der offiziellen Seite könnt ihr euch seitdem den Client kostenlos herunterladen und auch nach der Installation fallen keinerlei monatliche Kosten an. Soweit so gut, aber das bedeutet schließlich noch keinen Spielspaß.
Zwölf Himmel - Drei ClansTwelve Sky legt seinen Fokus auf den Kampf zwischen drei Fraktionen,
Clans genannt. So wählt man zu Anfang keine Rasse, sondern seine Clanzugehörigkeit. Zur Auswahl stehen die Guanyin, die Fujin und die Jinong. Jeder
Clan hat drei Klassen im Angebot, von denen die meisten sehr an Martial-Arts-Filme erinnern und sich größtenteils nur durch die bevorzugte Waffe unterscheiden: Die bloßen Fäuste, Doppelklingen, Katanas, Speere, alles was fernöstliche Waffenkünstler eben so im Repertoire haben. Ein wenig Magie darf dabei selbstverständlich auch nicht fehlen und so gibt es außerdem eine Zauberer-Klasse und bei den Fujin wird sogar Musik zur Waffe.
Anschließend muss nur noch Geschlecht und Aussehen festgelegt werden und fertig ist der eigene Charakter.

Optik ist nicht alles, aber schön anzuschauen ist Twelve Sky trotzdem nicht.
Der erste Eindruck von der Spielwelt dämpft jegliche Erwartungen jedoch prompt. Die Grafik von Twelve Sky ist ungefähr so aktuell wie

die von Diablo 2, versprüht dabei aber nicht einmal ansatzweise so viel Charme wie die des nach wie vor unangefochtenen Königs der Hack'n Slay Rollenspiele. Da "Augen zu und durch" leider nichts nützt, lasse ich die Augen widerwillig geöffnet und hoffe auf Entschädigung durch das
Gameplay.
Quests? Tutorial? Wo seid ihr?Durch die harte Schule der MMOGs lange darauf trainiert, mache ich mich instinktiv auf die Suche nach dem ersten Questgeber. NPCs sind zwar reichlich vorhanden, aber niemand ist bereit, mir eine Aufgabe zu erteilen. Von einem Tutorial keine Spur. Ein kurz eingeblendeter Info-Screen erklärt mir zwar freundlicherweise die Handhabung der Steuerung, aber das war es auch schon an Hilfestellung. Auf Nachfrage im Chat erhalte ich schließlich die Information, dass es Missionen erst ab Level 14 gibt. Zähneknirschend verlasse ich also die kleine Festung und tue das, womit Asiaten scheinbar liebend gern Tage, Wochen, ja gar Monate und Jahre ihres Lebens verbringen: Ohne jeglichen Hintergrund bis zum Umfallen Monster schnetzeln. Gott sei Dank gibt es bei Twelve Sky nicht nur Erfahrungspunkte für das Töten eines Gegners, sondern bereits für jeden gelandeten Treffer, was den Levelaufstieg etwas beschleunigt. Zombie um Zombie fällt meinem Speer zum Opfer und während ich angestrengt darüber nachdenke, woher ich einen Schimpansen bekommen könnte, um ihn auf das Bedienen der Maus abzurichten, steige ich Stufe um Stufe auf. Nicht einmal interessante Items lassen die langweilig designten Zombies dabei fallen und so ist vom Suchtfaktor eines Diablo absolut nichts zu spüren.

So sehen die ersten Stunden in Twelve Sky aus: Endlos Zombies verdreschen.
Mit jedem Levelaufstieg erhält man auch in Twelve Sky wie gewohnt Attributs- und Skillpunkte, die man nach Belieben verteilen darf. Ich investiere die gesammelten Punkte also beim Trainer in einige neue Fertigkeiten und bin damit stark genug, die nächste Gegnersorte in Angriff zu nehmen. Die an Quasimodo mit einem Rattenschwanz erinnernden Wesen sind allerdings genauso öde in ihrem Kampfverhalten wie die Zombies zuvor. Leblos stehen sie zu Dutzenden in der Gegend herum und lassen so nicht den Hauch einer Atmosphäre aufkommen.
Die BesonderheitenDa bis Level 14 außer einem Tod wegen kurzen Einnickens nicht viel passierte, nutzen wir die Gelegenheit und werfen einen Blick auf die eigentlichen Spezialitäten von Twelve Sky.
Da wäre zunächst das PvP-System. In verschiedenen Schlachtfeldern treten hier die drei
Clans gegeneinander an, um verschiedene Boni zu erhalten. So winken den Gewinnern ein XP-Bonus, der Zugang zu bestimmten Jagdgebieten und weitere Vorteile. Bis zu hundert Spieler können an solchen Kämpfen teilnehmen. Spannung entsteht dabei durch Aufgaben, wie das Beschützen eines Spielers für fünf Minuten. Bei diesen Formationskämpfen muss eine Seite einen ihrer Spieler im Zentrum ihrer Formation für fünf Minuten am Leben erhalten, um den Sieg zu erringen. Ein durchaus interessantes Konzept.
Aber auch Gilden spielen eine große Rolle bei Twelve Sky und können sich ebenfalls untereinander bekriegen. Gekämpft wird hierbei um die Heiligen Steine der drei
Clans und der einzelnen Gilden. Hinzu kommt ein System, das einer
Gilde auch vom Computer gesteuerte Gegner auf den Hals hetzt. Die Gilden, die den so genannten "Purple Divine Rock" besitzt, wird jeden Tag um 10 Uhr abends von Monstern angegriffen und muss sich gegen diese zur Wehr setzen. Überhaupt braucht man für Twelve Sky schon fast einen eigenen Terminplaner, denn auch einige Schlachtfelder und Dungeons öffnen sich nur einmal am Tag zu einer ganz bestimmten Uhrzeit. Für Spieler, die nur zu speziellen Zeiten spielen können, ist es also unmöglich an diesen Events teilzunehmen.
17.01.2008 - 13:09 Uhr Ghaleon
Danke dass du mich vor dem download bewart hast ^^